03. Februar 2021 / 22:57 Uhr

Wolfsburgs Schmadtke nach dem Viertelfinal-Einzug: "Wir wollen den Pokal gewinnen"

Wolfsburgs Schmadtke nach dem Viertelfinal-Einzug: "Wir wollen den Pokal gewinnen"

Engelbert Hensel, Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Traut Wolfsburg den Pokalsieg zu: VfL-Manager Jörg Schmadtke.
Traut Wolfsburg den Pokalsieg zu: VfL-Manager Jörg Schmadtke. © Boris Baschin
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Durch ein knappes 1:0 gegen Schalke 04 zog der VfL Wolfsburg ins Pokal-Viertelfinale ein. Manager Jörg Schmadtke traut dem Fußball-Bundesligisten trotz schwacher Leistung am Mittwochabend in dieser Saison den Titelgewinn zu.

Da hat sich der VfL wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert: In einem schwachen Spiel setzte sich der Wolfsburger Fußball-Bundesligist zwar mit 1:0 (1:0) gegen Tabellenschlusslicht Schalke 04 durch und zog somit ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein, aber so effizient und zielstrebig wie in den vergangenen Wochen agierte die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner am Mittwochabend nicht. Entsprechend selbstkritisch äußerten sich die Beteiligten nach dem Schlusspfiff - auch Jörg Schmadtke, der seinem Klub den Titelgewinn dennoch zutraut.

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Der VfL-Manager fand das Spiel „nervig und anstrengend“, wie er bei Sport1 sagte. „Weil wir nicht sonderlich gut gespielt haben.“ Doch die Leistung reichte, um eine Runde weiterzukommen. „Das ist das, was im Pokal zählt“, betonte Eigengewächs Maximilian Arnold am Sky-Mikrofon, der aber trotz des Ausscheidens von Bayern München und Bayer Leverkusen noch nicht an einen möglichen Titelgewinn denken will: „Wir sind jetzt im Viertelfinale und haben noch ein paar Spiele vor der Brust. Aber klar, wenn ein paar Big Player raus sind, ist die Chance größer, dass andere Vereine als sonst im Finale stehen.“

<b>Koen Casteels</b>: Bärenstark - etwa in der ersten Halbzeit, als er die Riesen-Chance von Hoppe vereitelte, nach der Pause Riesen-Rettungstat gegen Uth - Note: 2. Zur Galerie
Koen Casteels: Bärenstark - etwa in der ersten Halbzeit, als er die Riesen-Chance von Hoppe vereitelte, nach der Pause Riesen-Rettungstat gegen Uth - Note: 2. ©

Das sieht auch Schmadtke so, der die Sache entsprechend forsch formulierte: „Natürlich wollen wir den Pokal gewinnen. Heute haben wir uns selbst Probleme gemacht. Jetzt schauen wir uns erst einmal die Auslosung an. Natürlich trauen wir uns zu, am Ende auch in einem Endspiel zu bestehen.“

Dafür muss sich der VfL künftig aber wieder steigern. Hohes Pressing, Spielwitz, Torgefahr – all das, was die Wolfsburger in dieser Saison so stark macht, war gegen Schalke kaum zu sehen. Stattdessen prägten leichte Ballverluste, Ideenlosigkeit und einige Wackler in der Defensive das Spiel des Bundesliga-Dritten. „Das war völlig unnötig“, waren die ersten Worte von Arnold nach der Partie. „Ich weiß gar nicht, warum wir so gespielt haben. Das haben wir nicht nötig, wir waren total nervös. Das ist unerklärlich.“ 

 Der VfL tat sich verdammt schwer – und das über weite Strecken. Dass der Elfmeter von Wout Weghorst auch nicht im ersten Versuch, sondern erst mit dem Nachschuss des Niederländers den Weg ins Tor fand, war sinnbildlich für den durchwachsenen Auftritt der Wolfsburger. „Mit der ersten Halbzeit bin ich gar nicht einverstanden“, hatte VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer schon in der Pause angemerkt.

Etwas differenzierter sah es Trainer Glasner nach den schweren 90 Minuten. „Ich finde nicht, dass wir Startschwierigkeiten hatten. Die ersten zehn bis 15 Minuten ist Schalke hinten kaum rausgekommen.“ Das Blatt habe sich dann etwas gewendet, als die Gäste ihrerseits etwas mehr die Initiative nach vorn ergriffen. „Wir hatten zu viele einfache Fehler, das nagt am Selbstvertrauen, wir mussten dann viel hinterherlaufen“, bilanzierte der Coach. „In der zweiten Halbzeit haben wir den Gegner mit leichten Fehlern ins Spiel gebracht. Wir wissen, dass wir das besser können.“ Das haben die Wolfsburger in den vergangenen Wochen oft genug gezeigt.


Erfreulich: Der VfL ist zu Hause nach wie vor noch ungeschlagen, feierte gegen Schalke den vierten Sieg in Folge zu null. „Das ist etwas, was du in der Karriere nicht so oft hast. Aber wir müssen bescheiden und demütig bleiben und dürfen nicht denken, wir schießen jeden Gegner hier 3:0 oder 4:0 aus dem Stadion, und der Gegner kommt nur, um die Punkte abzugeben.“

VfL Wolfsburg gegen Schalke - Die Bilder zum Pokal-Duell

Christian Gross im Interview vorm Spiel Zur Galerie
Christian Gross im Interview vorm Spiel ©

Wollte Hertha Guilavogui?

Nein, bei ihm habe sich niemand von Hertha gemeldet, antwortete VfL-Manager Jörg Schmadtke gestern bei Sport1 auf die Frage, ob die Berliner womöglich wegen Josuha Guilavogui angefragt hätten. Auf weiteres Nachbohren wich Schmadtke zwar schmunzelnd aus, machte aber klar, dass der VfL den Kapitän im Winter niemals abgegeben hätte. Für seine Leistung nach der Einwechslung gegen Schalke lobte Schmadtke den Franzosen, der im Moment bei Trainer Oliver Glasner nicht erste Wahl ist. "Er hat für unsere Mannschaft eine extrem große Bedeutung", so Schmadtke. Gegen Schalke sei er "hineingekommen und hat die Mannschaft direkt geführt. Er ist mit seiner Persönlichkeit sofort die Autorität auf dem Platz. Von ihm können und wollen wir uns derzeit nicht verabschieden. Und auch sein Wunsch ist es nicht, dass er weg will. Er versteht seine Rolle, er ist nicht total glücklich, würde gerne öfter spielen. Aber er nimmt seine Rolle total an, wie ein Kapitän es annehmen muss. Deshalb ist er so wertvoll und deshalb lassen wir ihn nicht gehen.“