20. November 2020 / 22:03 Uhr

Wolfsburgs Wedemeyer: Wenn sie trifft, ist es schön und wichtig

Wolfsburgs Wedemeyer: Wenn sie trifft, ist es schön und wichtig

Andreas Pahlmann und Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Joelle Wedemeyer setzt zum Dribbling an - und trifft dann zum 1:0.
Joelle Wedemeyer setzt zum Dribbling an - und trifft dann zum 1:0. © Roland Hermstein
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Joelle Wedemeyer hat die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg im Spiel gegen Eintracht Frankfurt auf die Siegerstraße gebracht - mit einem Traumtor. Es war erst der zweite Bundesliga-Treffer für die 24-Jährige.

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Doch, doch, gewollt war das schon, da ließ Joelle Wedemeyer keinen Widerspruch zu. Die Verteidigerin des VfL Wolfsburg hatte ihr Team beim 3:0 gegen Eintracht Frankfurt auf die Siegerstraße gebracht - mit einem Traumtor. Keine zehn Minuten waren gespielt, als die gebürtige Wolfenbüttlerin von links nach innen zog und mit rechts draufhielt. "Ich habe einfach abgeschlossen, oben rechts in den Winkel", schilderte sie. Und genau dort landete der Ball - und das nach einer so krummen Flugkurve, dass erst in der zweiten TV-Wiederholung klar zu sehen war, dass das Spielgerät nicht abgefälscht wurde.

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Dass der Ball unhaltbar für Ex-VfLerin Merle Frohms im Eintracht-Tor einschlug "war schon so gewollt", berichtete Wedemeyer. "Er sollte rechts oben rein, dass er direkt in den Winkel geht, ist natürlich traumhaft." Und: "Ich schieße ja generell nicht so viele Tore..." Stimmt - es war erst der zweite Bundesliga-Treffer überhaupt für Wedemeyer, die bereits seit 2013 für den VfL spielt. Aber wenn sie mal trifft, ist es schön und wichtig - ihre Tor-Premiere feierte sie am Ende der vergangenen Saison gegen Freiburg, auch im Juni war's das wichtige 1:0 (das Spiel endete 2:0 und sicherte die VfL-Meisterschaft) und es wer ebenfalls ein sehenswerter Schuss.

VfL-Frauen gegen Frankfurt - Die Bilder des Spiels

Der Jubel nach dem ersten Tor. Zur Galerie
Der Jubel nach dem ersten Tor. ©

Gegen Frankfurt war's noch schöner - und damit "mein schönstens Tor in der Bundesliga", wie Wedemeyer grinsend anmerkte. "Es war wichtig, das erste Tor zu machen - und wir haben dann ja auch ein bisschen gebraucht, um die anderen zwei Tore nachzulegen, obwohl wir das Spiel dominiert haben." Ähnlich sah es Trainer Stephan Lerch: "Es ist wichtig, in solchen Spielen in Führung zu gehen - wer weiß, was passiert, wenn es in so einem Spiel länger unentschieden steht. Frankfurt hat ja auch Qualität." Dass es vor allem vor der Pause auch ein paar Wolfsburger Fehlpässe zu viel gab, habe nichts mit der Niederlage fünf Tage zuvor gegen Bayern zu tun, fand Wedemeyer: "An Verunsicherung glaube ich nicht. Das passiert halt, das müssen wir abschalten."

Wedemeyer, die 2018 bereits ein A-Länderspiel für Deutschland absolviert hat, hofft nun auf noch mehr Einsatzzeit. In dieser Saison war sie zwar in allen zehn Bundesliga-Spielen dabei, stand dabei aber nur fünfmal in der Startelf. Ihr Vertrag wurde erst im September verlängert - bis 2022. "Ich bin eigentlich immer da", sagt sie, "egal wie viel Spielzeit ich habe. Aber ich freue mich natürlich, wenn ich meine Einsätze kriege."

Insgesamt war Lerch glücklich darüber, "nun mit einem Erfolgserlebnis in die Länderspielpause zu gehen", der Sieg sei "total verdient" gewesen. "Das war souverän, es war ein Zu-null-Sieg, mit dem wir zurück in die Erfolgsspur gekommen sind." Die Reaktion, die er nach dem 1:4 in München sehe wollte, habe es gegeben: "Das hat die Mannschaft gut umgesetzt, wir waren griffig und aggressiv, haben es vor allem in der Defensive sehr gut gelöst." Am Ende hätte sein Team das "eine oder andere Tore mehr erzielen können - aber unterm Strich hatten wir alles gut unter Kontrolle."

VfL: Kiedrzynek - Hendrich (46. Rauch), Goeßling, Janssen, Wedemeyer - Engen, Oberdorf (83. Cordes) - Saevik (62. van de Sanden), Huth (83. Dickenmann), Rolfö (69. Wolter) - Jakabfi.

Eintracht: Frohms - Hechler (90. Störzel), Kleinherne, Kirchberger, Aschauer - Nüsken, Pawollek (90. Köster) - Feiersinger (72. Dunst), Freigang, Reuteler (88. Panfil) - Prasnikar (87. Küver).

Tore: 1:0 (9.) Wedemeyer, 2:0 (63.) Oberdorf, 3:0 (75.) Goeßling (Foulelfmeter).

Schiedsrichterin: Kunkel (Hamburg).