02. November 2021 / 17:57 Uhr

VfLerin Starke über ihre Diabetes-Erkrankung: "Wie man sieht, kann man damit sehr viel machen"

VfLerin Starke über ihre Diabetes-Erkrankung: "Wie man sieht, kann man damit sehr viel machen"

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Spricht seit Kurzem offen über ihre Diabetes-Erkrankung: Sandra Starke (am Ball) vom VfL Wolfsburg.
Spricht seit Kurzem offen über ihre Diabetes-Erkrankung: Sandra Starke (am Ball) vom VfL Wolfsburg. © Roland Hermstein
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Trotz ihrer Diabetes-Erkrankung hat es Sandra Starke vom VfL Wolfsburg bis in die Spitze des Frauenfußballs geschafft. Vor Kurzem ging sie mit ihrer Krankheit an die Öffentlichkeit - und setzt sich für mehr Aufmerksamkeit für dieses Thema ein.

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg stehen zum achten Mal in Folge im DFB-Pokal-Viertelfinale! Am Montagabend setzte sich das Team von Trainer Tommy Stroot im Achtelfinale deutlich mit 3:0 beim SC Freiburg durch. Dieses Pokal-Duell war auch die Premiere eines Frauenspiels im Dreisamstadion - für eine VfLerin erfüllte sich so ein ganz besonderer Wunsch. Allrounderin Sandra Starke wechselte erst in diesem Sommer aus Freiburg zum VfL. In ihren acht Jahren beim SC kam sie nicht offiziell in den Genuss, im Dreisamstadion aufzulaufen. Jetzt klappte es, wenn auch in einem anderen Trikot. "Es war aber immer ein Traum von mir, hier zu spielen. Jetzt konnte ich ihn verwirklichen", freute sich die 28-Jährige im Interview bei Sky.

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Traum erfüllt - doch nicht nur deshalb war Starke nach Abpfiff ein Thema. In der Analyse nach dem Spiel kamen die Moderatorinnen Nele Schenker und Julia Simic auch auf die Diabetes-Typ-1-Erkrankung (Beim Typ 1 handelt es sich um eine chronische Autoimmunerkrankung mit absolutem Insulinmangel) der Wolfsburgerin zu sprechen. Die Nationalspielerin ist seit über drei Jahren Diabetikerin und ging damit vor Kurzem an die Öffentlichkeit. "Ich habe lange dafür gebraucht," gab die Wolfsburgerin zu. Seitdem setzt sie sich für mehr Bewusstsein und Aufmerksamkeit für dieses Thema ein. So war sie Ende Oktober bei einer Diabetes-Charity-Gala zu Gast. Sie merke, "dass es unwahrscheinlich wichtig ist, dieses Thema nach außen zu tragen. Gerade ich, die es selbst hat, kann dazu so viel beitragen. Mir ist das Thema sehr wichtig." Denn: "Wie man sieht, kann man damit sehr viel machen."

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Vorerkrankungen gab es in Starkes Familie keine, die Krankheit wurde bei einer Routine-Untersuchung in der Freiburger Uni-Klinik festgestellt. Kurz vor der Diagnose klagte Starke über eine schwere Grippe, hatte zuvor auch immer wieder mit muskulären Schmerzen zu kämpfen. Es war eine Veränderung in ihrem Leben, aber es sei eine machbare. Sie achte beispielsweise darauf, wie viele Stunden sie vor dem Training etwas esse und hatte seit der Diagnose keine großen Verletzungen mehr, wie sie im Interview mit Abbott verriet.

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Die Ex-Wolfsburgerin Simic, die von 2017 bis 2018 zusammen mit Starke in Freiburg spielte, lobte: "Sandra ist nicht nur ein Vorbild für andere Mädels, sondern für alle Menschen in der Gesellschaft. Als die Krankheit diagnostiziert wurde, war es natürlich ein Riesen-Schock." Während ihrer gemeinsamen Zeit im Breisgau, erinnert sich Simic, "war es immer so, dass sie eine Apfelschorle beim Training gebraucht hat. Das sind kleine Dinge. Wenn man weiß, wie man damit umzugehen hat, kann man es bis nach ganz oben schaffen. Jetzt ist sie eine Nationalspielerin und spielt in Wolfsburg um Titel." Starkes Leistungskurve steigt nach oben - trotz der Krankheit. Simic: "Da muss man schon den Hut vor ziehen. Umso wichtiger ist es, dass sie anderen Menschen damit auch Mut macht und eine Inspiration sein kann."