17. September 2018 / 14:16 Uhr

VfR Neumünster jubelt: „Die Null ist endlich weg“

VfR Neumünster jubelt: „Die Null ist endlich weg“

Michael Felke
Kieler Nachrichten
Gute Haltungsnote für Türkspor-Spieler Erdogan Cumur (vorn) im Zweikampf mit dem Neumünsteraner Lasse Blöcker.
Gute Haltungsnote für Türkspor-Spieler Erdogan Cumur (vorn) im Zweikampf mit dem Neumünsteraner Lasse Blöcker. © Sönke Ehlers
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Fußball-Oberliga: Inter Türkspor und Eutin 08 in der Krise

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Aufatmen beim VfR Neumünster. Nach sieben Niederlagen in Folge konnten die Veilchen beim 1:1 gegen den TSV Kropp den ersten Saisonzähler in der Fußball-Oberliga verbuchen. Hingegen spitzt sich die Krise bei Eutin 08 und Inter Türkspor Kiel zu. Eutin unterlag am Waldeck dem SC Weiche Flensburg 08 II mit 2:3. Inter kassierte gegen den PSV Neumünster eine 0:5-Heimschlappe.

TSV Schilksee – Risum-Lindholm 1:1 Schilksees Trainer Daniel Sahre schüttelte ob des Unentschiedens ungläubig den Kopf. Genau wie Frisias Coach Uwe Petersen, der sein Glück kaum fassen konnte. „Eigentlich müssen wir 0:3 verlieren“, so Petersen. Doch seine Elf hat einen Lauf, der offensichtlich auch zu unverhofften Punktgewinnen führt. Schilksee legte mit der Euphorie des ersten Saisonsiegs eine dominante Startphase hin. Berg Pekgür (8./10./23.) und Viktor Dragusha (10.) versiebten Hochkaräter im Minutentakt. Die Gäste wurden nur einmal gefährlich, als ein Stüwe-Freistoß aus dem Halbfeld lang und länger wurde und schließlich an die Latte (21.) klatschte. Der Einbahnstraßenfußball Richtung Frisia-Tor fand seine Fortsetzung. Rezan Acer scheiterte freistehend an 03-Keeper Johnny Nestler. Zur Krönung klingelte es dann im Schilkseer Tor. Leif Carstensen verwandelte einen Foulelfmeter, den TSV-Keeper Nico Ganzel an Finn Kalisch verursachte (78.). Immerhin rettete Pekgür den Schilkseern mit einem abgefälschten Schuss das Remis (85.). „Es war das einseitigste Oberligaspiel, das ich je gesehen habe. Ein Punkt ist natürlich zu wenig“, ärgerte sich TSVS-Coach Daniel Sahre.

TSV Bordesholm – SV Todesfelde 0:1 Die Freudentänze der Todesfelder nach dem Schlusspfiff dokumentierten, wie glücklich sie über den hauchdünnen Sieg waren. Verständlich, denn schon in der ersten Spielhälfte hätten die Platzherren die Weichen auf einen Dreier stellen können. Doch Malte Lucht (15.) und Thies Kalina (Pfosten) vergaben klare Torchancen. Zum zweiten Durchgang wechselten die Gäste mit Morten Liebert ihre Torgarantie ein. Der Torjäger war blitzschnell zur Stelle und spitzelte den Ball zum 1:0 (71.) in die Bordesholmer Maschen. Zuvor hatten beide Teams Großchancen ausgelassen. Einen Schuss von Rafael Krause wehrte der Bordesholmer Keeper Patrick Dahmen zur Ecke ab (58.). Nur zwei Minuten später flankte Pascal Entinger präzise vor das Todesfelder Gehäuse, wo der völlig freie Thies Kalina seinen Flugkopfball neben das Tor setzte. Der Bordesholmer Coach Björn Sörensen wusste letztlich, warum es nicht einmal zu einem Punkt reichte: „Der Gegner kommt einmal mit einer guten Aktion nach vorne und schlägt erfolgreich zu. Wir dagegen haben mehrere Tormöglichkeiten und belohnen uns nicht für den Aufwand.“

Der Bordesholmer Neuzugang Jasper Bandholt (li.) attackiert erfolgreich den Todesfelder Cedric Szymczak.
Der Bordesholmer Neuzugang Jasper Bandholt (li.) attackiert erfolgreich den Todesfelder Cedric Szymczak. © Gusner

Eutin 08 – SC Weiche Flensburg 08 II 2:3 Die Nullachter traten durchaus überzeugend auf. Das große Manko bleibt jedoch die Chancenverwertung. Kevin Hübner markierte früh nach Schnittstellenpass das 1:0 (6.). Doch fortan wollte der Ball einfach nicht über die Linie. Allein zwischen der 20. und 35. Minuten vergaben Hübner (2x), Lukas Lindner und Rasmus Tobinski vier Riesen. Sebastian Witt traf zum Abschluss den Pfosten (36.). Die Flensburger hielten mit gnadenloser Effektivität dagegen. Martin Pitter grätschte den Ball kurz vor der Halbzeit zum 1:1 über die Linie, verletzte dabei aber auch 08-Keeper Thorge Beuck, der nicht weiterspielen konnte. Auch nach der Halbzeit hatte der Gastgeber seinen Aluminiumtreffer, als Florian Ziehmer an die Unterkante der Latte (72.) zielte. Dann ging es Schlag auf Schlag. Erst netzte Marcel Cornils zum 1:2 (75.), Kevin Ferchen glich postwendend aus (77.), ehe Tobias Zuth zum Gästesieg (80.) traf. „Durch individuelle Fehler laden wir die Gegner immer wieder ein“, monierte 08-Co-Trainer Benjamin Szodruch.

Inter Türkspor Kiel – PSV Neumünster 0:5 Die Kieler, die gleich auf sechs Stammkräfte verzichten mussten, boten nicht mehr als Stückwerk und waren gerade im Aufbauspiel und im Defensivverhalten weit von der Normalform entfernt. PSV kam durch die beweglichen Angreifer Torben Czekay und Hasan Mercan immer wieder zu gefährlichen Aktionen, von denen Czekay auf Vorarbeit von Marvin Kehl die beste Neumünsteraner Chance vergab (14.). Als Inters Tino Kern zentral an der Strafraumgrenze einen Zweikampf mit Ball verlor, war Kehl zur Stelle und schoss das 1:0 für die Gäste (33.). „Das Tor haben wir auf dem Silbertablett serviert“, meinte Inters Co-Trainer Steve Frank, dessen Team auch weiterhin keinen Zugriff fand und vier Minuten später das 0:2 kassierte. Czekay schloss auf Flanke von Philipp Lorenzen erfolgreich ab. „Das war wohl die schlechteste Halbzeit von uns, die ich je gesehen habe. Nur die 20 Minuten nach dem Wechsel haben wir eine Reaktion gezeigt“, meinte Frank, dessen Team sich aber keine zwingende Torchance erspielte. Zum Mann des Tages avancierte PSV-Akteur Patrick Fürst, der 29 Minuten Spielzeit hatte und drei Tore binnen neun Minuten erzielte. Als Inter alles nach vorn warf, spielte Fürst seine Schnelligkeit aus, sorgte erst für das 3:0 (80.), ehe der Angreifer beinahe mühelos zwei weitere Tore erzielte (88., 89.). „Die letzten zehn Minuten grenzten an Selbstaufgabe. Egal, wer bei uns gefehlt hat, aber so darf man sich nicht präsentieren“, sagte Frank, der von einem hochverdienten PSV-Sieg sprach.

VfR Neumünster – TSV Kropp 1:1 „Der Punkt macht uns Mut. Für den Kopf ist es angenehm, endlich einmal nicht verloren zu haben“, konstatierte VfR-Coach Jörg Zenker nach dem Ende der Niederlagenserie. Das Spiel begann mit einer Denkminute für den kürzlich verstorbenen Ex-Präsidenten Herbert Sander. Danach gaben die Veilchen Gas. Frieder Bluncks Sololauf landete vor den Füßen von Otto Schmidt, der den Ball im zweiten Nachsetzen zum 1:0 (9.) versenkte. Blunck (14./71.) verpasste es, zwei weitere Hochkaräter in das vorentscheidende 2:0 umzumünzen. Die Gäste waren stets durch Standards gefährlich. Jörn Vogt setzte kurz vor der Halbzeit einen Kopfball knapp neben das VfR-Tor (45.). Schließlich war es Kropps Top-Torjäger Lars Horstinger, der einen Freistoß-Flanke aus dem Halbfeld zum 1:1 (76.) einnickte. „Die Null ist endlich weg. Die Jungs haben sich belohnt. Vor uns liegt dennoch noch viel Arbeit“, sagt Zenker zurückhaltend.

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TSV Schilksee – Risum-Lindholm 1:1Schilksees Trainer Daniel Sahre schüttelte ob des Unentschiedens ungläubig den Kopf. Genau wie Frisias Coach Uwe Petersen, der sein Glück kaum fassen konnte. „Eigentlich müssen wir 0:3 verlieren“, so Petersen. Doch seine Elf hat einen Lauf, der offensichtlich auch zu unverhofften Punktgewinnen führt. Schilksee legte mit der Euphorie des ersten Saisonsiegs eine dominante Startphase hin. Berg Pekgür (8./10./23.) und Viktor Dragusha (10.) versiebten Hochkaräter im Minutentakt. Die Gäste wurden nur einmal gefährlich, als ein Stüwe-Freistoß aus dem Halbfeld lang und länger wurde und schließlich an die Latte (21.) klatschte. Der Einbahnstraßenfußball Richtung Frisia-Tor fand seine Fortsetzung. Rezan Acer scheiterte freistehend an 03-Keeper Johnny Nestler. Zur Krönung klingelte es dann im Schilkseer Tor. Leif Carstensen verwandelte einen Foulelfmeter, den TSV-Keeper Nico Ganzel an Finn Kalisch verursachte (78.). Immerhin rettete Pekgür den Schilkseern mit einem abgefälschten Schuss das Remis (85.). „Es war das einseitigste Oberligaspiel, das ich je gesehen habe. Ein Punkt ist natürlich zu wenig“, ärgerte sich TSVS-Coach Daniel Sahre. jpwTSV Bordesholm – SV Todesfelde 0:1Die Freudentänze der Todesfelder nach dem Schlusspfiff dokumentierten, wie glücklich sie über den hauchdünnen Sieg waren. Verständlich, denn schon in der ersten Spielhälfte hätten die Platzherren die Weichen auf einen Dreier stellen können. Doch Malte Lucht (15.) und Thies Kalina (Pfosten) vergaben klare Torchancen. Zum zweiten Durchgang wechselten die Gäste mit Morten Liebert ihre Torgarantie ein. Der Torjäger war blitzschnell zur Stelle und spitzelte den Ball zum 1:0 (71.) in die Bordesholmer Maschen. Zuvor hatten beide Teams Großchancen ausgelassen. Einen Schuss von Rafael Krause wehrte der Bordesholmer Keeper Patrick Dahmen zur Ecke ab (58.). Nur zwei Minuten später flankte Pascal Entinger präzise vor das Todesfelder Gehäuse, wo der völlig freie Thies Kalina seinen Flugkopfball neben das Tor setzte. Der Bordesholmer Coach Björn Sörensen wusste letztlich, warum es nicht einmal zu einem Punkt reichte: „Der Gegner kommt einmal mit einer guten Aktion nach vorne und schlägt erfolgreich zu. Wir dagegen haben mehrere Tormöglichkeiten und belohnen uns nicht für den Aufwand.“ gu Eutin 08 – SC Weiche Flensburg 08 II 2:3Die Nullachter traten durchaus überzeugend auf. Das große Manko bleibt jedoch die Chancenverwertung. Kevin Hübner markierte früh nach Schnittstellenpass das 1:0 (6.). Doch fortan wollte der Ball einfach nicht über die Linie. Allein zwischen der 20. und 35. Minuten vergaben Hübner (2x), Lukas Lindner und Rasmus Tobinski vier Riesen. Sebastian Witt traf zum Abschluss den Pfosten (36.). Die Flensburger hielten mit gnadenloser Effektivität dagegen. Martin Pitter grätschte den Ball kurz vor der Halbzeit zum 1:1 über die Linie, verletzte dabei aber auch 08-Keeper Thorge Beuck, der nicht weiterspielen konnte. Auch nach der Halbzeit hatte der Gastgeber seinen Aluminiumtreffer, als Florian Ziehmer an die Unterkante der Latte (72.) zielte. Dann ging es Schlag auf Schlag. Erst netzte Marcel Cornils zum 1:2 (75.), Kevin Ferchen glich postwendend aus (77.), ehe Tobias Zuth zum Gästesieg (80.) traf. „Durch individuelle Fehler laden wir die Gegner immer wieder ein“, monierte 08-Co-Trainer Benjamin Szodruch. jpwInter Türkspor Kiel – PSV Neumünster 0:5Die Kieler, die gleich auf sechs Stammkräfte verzichten mussten, boten nicht mehr als Stückwerk und waren gerade im Aufbauspiel und im Defensivverhalten weit von der Normalform entfernt. PSV kam durch die beweglichen Angreifer Torben Czekay und Hasan Mercan immer wieder zu gefährlichen Aktionen, von denen Czekay auf Vorarbeit von Marvin Kehl die beste Neumünsteraner Chance vergab (14.). Als Inters Tino Kern zentral an der Strafraumgrenze einen Zweikampf mit Ball verlor, war Kehl zur Stelle und schoss das 1:0 für die Gäste (33.). „Das Tor haben wir auf dem Silbertablett serviert“, meinte Inters Co-Trainer Steve Frank, dessen Team auch weiterhin keinen Zugriff fand und vier Minuten später das 0:2 kassierte. Czekay schloss auf Flanke von Philipp Lorenzen erfolgreich ab. „Das war wohl die schlechteste Halbzeit von uns, die ich je gesehen habe. Nur die 20 Minuten nach dem Wechsel haben wir eine Reaktion gezeigt“, meinte Frank, dessen Team sich aber keine zwingende Torchance erspielte. Zum Mann des Tages avancierte PSV-Akteur Patrick Fürst, der 29 Minuten Spielzeit hatte und drei Tore binnen neun Minuten erzielte. Als Inter alles nach vorn warf, spielte Fürst seine Schnelligkeit aus, sorgte erst für das 3:0 (80.), ehe der Angreifer beinahe mühelos zwei weitere Tore erzielte (88., 89.). „Die letzten zehn Minuten grenzten an Selbstaufgabe. Egal, wer bei uns gefehlt hat, aber so darf man sich nicht präsentieren“, sagte Frank, der von einem hochverdienten PSV-Sieg sprach. mcf VfR Neumünster – TSV Kropp 1:1„Der Punkt macht uns Mut. Für den Kopf ist es angenehm, endlich einmal nicht verloren zu haben“, konstatierte VfR-Coach Jörg Zenker nach dem Ende der Niederlagenserie. Das Spiel begann mit einer Denkminute für den kürzlich verstorbenen Ex-Präsidenten Herbert Sander. Danach gaben die Veilchen Gas. Frieder Bluncks Sololauf landete vor den Füßen von Otto Schmidt, der den Ball im zweiten Nachsetzen zum 1:0 (9.) versenkte. Blunck (14./71.) verpasste es, zwei weitere Hochkaräter in das vorentscheidende 2:0 umzumünzen. Die Gäste waren stets durch Standards gefährlich. Jörn Vogt setzte kurz vor der Halbzeit einen Kopfball knapp neben das VfR-Tor (45.). Schließlich war es Kropps Top-Torjäger Lars Horstinger, der einen Freistoß-Flanke aus dem Halbfeld zum 1:1 (76.) einnickte. „Die Null ist endlich weg. Die Jungs haben sich belohnt. Vor uns liegt dennoch noch viel Arbeit“, sagt Zenker zurückhaltend. jpwEs war das einseitigste Oberligaspiel, das ich je gesehen habe. Ein Punkt ist natürlich zu wenig.Daniel Sahre,Trainer des TSV SchilkseeK