18. Juni 2017 / 21:18 Uhr

Videoschiedsrichter sorgen beim Confed-Cup für Chaos - Spott im Netz!

Videoschiedsrichter sorgen beim Confed-Cup für Chaos - Spott im Netz!

Stefan Döring
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Videoschiedsrichter beim Spiel zwischen Kamerun und Chile, Clement Turpin, Milovan Ristic und Malang Diedhiou sorgen für Chaos.
Die Videoschiedsrichter beim Spiel zwischen Kamerun und Chile, Clement Turpin, Milovan Ristic und Malang Diedhiou sorgen für Chaos.
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Beim Confed Cup in Russland kommt erstmal bei einem großen FIFA-Turnier die Videoschiedsrichter zum Einsatz. Gleich zwei Tore werden dabei nicht anerkannt, eines erst durch den Video-Schiri gegeben - zu Recht. Für Diskussionen unter den Fans sorgt die neue Technik dennoch.

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Der Confed Cup in Russland hat seinen ersten großen Aufreger! 

Im Spiel am Sonntagabend zwischen den beiden deutschen Gruppengegnern Kamerun und Chile, das die Südamerikaner mit 0:2 gewannen, kam der Videoschiedsrichter, der bei diesem Turnier erstmals getestet wird, gleich zwei Mal zum Einsatz. Und er sorgte für mächtig Wirbel in Moskau.

Szene 1: Der ehemalige Stürmer der TSG Hoffenheim, Eduardo Vargas, erzielte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit das 1:0 für Chile – dachten zumindest alle. Spieler beider Teams hatten sich bereits zum Wiederanstoß am Mittelkreis eingefunden, als die Entscheidung fiel. Der Schiedsrichter Damir Skomina nahm auf Anraten des Videoschiedsrichters Clément Turpin aus Frankreich, der zusammen mit seinen Assistenten Milovan Ristic aus Serbien und dem Senegalesen Malang Diedhiou in einem Übertragungswagen alle TV-Kameras im Blick hat, den vermeintlichen Führungstreffer zurück. Nach einem Zuspiel von Bayern-München-Profi Arturo Vidal soll Vargas knapp im Abseits gestanden haben. Die Bilder bewiesen dies nicht ganz zweifelsfrei. Die Entscheidung war aber wohl richtig.

Szene 2: In der Nachspielzeit der zweiten Hälfte erzielte Vargas erneut einen Treffer. Doch der Linienrichter entschied auf Abseits. Wieder kam der Videoschiedsrichter zum Einsatz. Und dieses Mal entschied Turpin auf Tor. Zurecht. Denn bei der Flanke auf Alexis Sanchez stand Vargas im passiven Abseits. Danach entwickelte sich eine neue Spielsituation, durch die er wieder ins Spielgeschehen eingreifen konnte.

Zuvor brachte Bayerns Vidal seine chilenische Nationalmannschaft mit einem Kopfballtreffer in der 81. Minute doch noch auf die Siegerstraße.

In beiden Fällen dauerte die Entscheidung jeweils weit mehr als eine Minute. Die Spieler standen solange verwirrt auf dem Rasen und mussten warten. Nach dem nicht gegebenen Tor in der ersten Halbzeit ging insbesondere Vidal den Schiedsrichter wild gestikulierend und laut schimpfend an. Als Skomina wiederum kurz vor Schluss in umgekehrter Weise auf Tor zum 2:0 entschied, dachten viele im Stadion, dies sei der Abpfiff des Spiels gewesen.

So regierte das Netz:

Videoschiedsrichter entscheidet zu Ungunsten von Ronaldo - Santos sauer

Bereits am späten Nachmittag hatte es in Kasan beim Spiel zwischen Portugal und Mexiko (2:2) zwei Videobeweise gegeben. Beim Stand von 0:0 wurde ein Treffer von Portugals Nani in der 21. Minute nicht gegeben. Schiedsrichter Nestor Pitana aus Argentinien sprach mit den Videoschiedsrichtern und entschied danach auf Abseits. Auch hier dauerte es gut eine Minute, bis darüber Klarheit herrschte.

"Es sind die neuen Regeln, wenn es dem Fußball hilft, super. Niemand versteht den Videobeweis bislang allerdings", sagte Portugals Trainer Fernando Santos. Er habe versucht rauszufinden, warum das Tor nicht zählte. "Es war ein bisschen verwirrend."

Auch nach dem 2:1 durch Cedric (86.) kam der Videobeweis zum Einsatz - das Tor zählte aber. "Der Videoreferee wurde nur bei unseren Toren benutzt, obwohl die Szene vor dem 2:2 auch sehr komplex war", sagte Santos. Mexikos Hector Moreno (90.+1) hatte in der Nachspielzeit für den Endstand gesorgt.

Beim Confed Cup kommen erstmals bei einem großen FIFA-Turnier die Video-Referees zum Einsatz, um bei spielentscheidenden Situationen wie Toren, Abseits, Roten Karten oder Elfmetern die Korrektur offensichtlicher Fehlentscheidungen zu ermöglichen.

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