10. Januar 2020 / 08:44 Uhr

Ex-FIFA-Schiedsrichter Urs Meier kritisiert den Videobeweis: "Das ist Quatsch, nicht Fußball"

Ex-FIFA-Schiedsrichter Urs Meier kritisiert den Videobeweis: "Das ist Quatsch, nicht Fußball"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ex-Schiedsrichter Urs Meier hat Kritik am Videobeweis geübt.
Ex-Schiedsrichter Urs Meier hat Kritik am Videobeweis geübt. © imago/Pius Koller
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Ex-Referee Urs Meier lässt kein gutes Haar an der Umsetzung des Videobeweises. Vor allem der Umgang mit der Hand-Regel löst in dem Schweizer Unverständnis aus. Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Knut Kircher sieht hingegen eine positive Enwicklung.

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Der frühere Spitzenschiedsrichter Urs Meier hat die Umsetzung des Videobeweises kritisiert und fordert eine Rückkehr zur alten Handspiel-Regel. "Die Weichen wurden in die falsche Richtung gestellt. Es wurde verkompliziert. Das ist Quatsch, nicht Fußball", sagte der 60-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Das International Football Association Board (IFAB) sieht der Schweizer als Regelhüter nun in der Pflicht, bei seiner nächsten Sitzung am 29. Februar in Belfast wieder für Klarheit zu sorgen. Geht es nach Meier, sollte Handspiel nur geahndet werden, wenn die Hand zum Ball geht und eine Absicht erkennbar sei. Durch die Ansicht der Zeitlupen würde durch den Video-Assistenten viel zu oft auf Handspiel entschieden, dabei müsse der Schiedsrichter "wieder im Mittelpunkt" der Entscheidungsfindung stehen.

Auch die derzeitigen Abläufe bei Abseitsentscheidungen bewertet der ehemalige FIFA-Unparteiische kritisch. Trotz klarer Abseitspositionen würden die Linienrichter ihre Fahne nicht heben, weil man erst schaue, ob es ein Tor gebe. Anschließend dauere es viel zu lange, bis eine Entscheidung gefällt werde. "Der Video-Assistent sorgt für viel zu viele Diskussionen", meinte Meier.

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Meier will Schiedsrichter-Schwund entgegenwirken

Die aktuellen Debatten verstärken Meiers Sorge um die Zukunft der Schiedsrichterzunft. Nachwuchssorgen gibt es in Deutschland und auch in seiner Schweizer Heimat. Dort würden aber auch klarere finanzielle Anreize gesetzt, um junge Fußballer für die Karriere als Referee zu gewinnen. "Warum soll Geld nicht ein Treiber sein?", fragte Meier. Schiedsrichter zu sein, sei "ein geiles Hobby, das Spaß macht".

Um dem Trend entgegenzuwirken will Meier mit der Vermittlungsplattform SportBird besonders kleinen Vereinen helfen, Vakanzen bei Schiedsrichtern, aber auch Trainern oder Betreuern zu vermeiden. Online können sich dort - ähnlich einer Jobbörse - Interessenten melden.

Profis gegen Schiedsrichter – Faustschläge, Schubser und Streiche

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Im Testspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und dem portugiesischen Spitzenverein Benfica Lissabon 2012 streckte Kapitän Luisao (ganz rechts) den deutschen Schiedsrichter Christian Fischer rüde zu Boden. Der Referee lag einige Zeit benommen auf dem Rasen und fiel mehrere Wochen aus. ©
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Videobeweis: Kircher sieht positive Entwicklung

Für den ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichter Knut Kircher ist eine Abkehr vom Videobeweis hingegen keine Option. "So Dinge wie Phantomtore, die könnten wir dann wieder haben, aber dahin wollen wir nicht zurück", sagte der 50-Jährige aus Rottenburg. Bei aller Kritik über das technische Hilfsmittel habe sich der Videobeweis im Fußball aus seiner Sicht "deutlich positiv entwickelt."

Die größten Diskussionen gibt es aus Kirchers Sicht aber weiterhin bei den Themen Abseits und Handspiel. "Im Zweifel für den Angreifer gibt es bei Abseits nicht mehr, weil ich jetzt eine faktische Entscheidung habe", sagte Kircher. Der heutige Schiedsrichter-Beobachter räumte allerdings ein, dass die bei Abseitsentscheidungen angewendete kalibrierte Linie nicht einhundertprozentige Sicherheit geben könne. "Im Grunde genommen ist es ein Hilfsmittel, da kann man nur in der Anwendung hoffen, dass es genau ist. Die Anwendung eines Messmittels hat immer einen Toleranzbereich", sagte Kircher.

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