05. November 2019 / 07:11 Uhr

Premier League streitet über radikale Änderungen beim Videobeweis - kommt die Trainer-Challenge?

Premier League streitet über radikale Änderungen beim Videobeweis - kommt die Trainer-Challenge?

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Videobeweis wurde zur neuen Saison in der Premier League eingeführt - und sorgt auch bei Jürgen Klopp und Pep Guardiola nicht nur für Begeisterung.
Der Videobeweis wurde zur neuen Saison in der Premier League eingeführt - und sorgt auch bei Jürgen Klopp und Pep Guardiola nicht nur für Begeisterung. © Getty
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Nach einem Chaos-Start wird in der englischen Premier League lebhaft über den Videobeweis diskutiert. Der VAR treibt Trainer, Spieler, Fans und Experten inzwischen zur Weißglut. In der kommenden Woche sollen bei einer Versammlung der Klubs demnach radikale Änderungen auf den Tisch.

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Vor der Saison 2019/20 wurde auch in der englischen Premier League der Videobeweis eingeführt. Und wie vor zwei Jahren in der deutschen Bundesliga überwiegt nach wenigen Monaten auch bei Spielern, Trainern und Fans in England der Frust über die Unzulänglichkeiten des neuen technischen Hilfsmittels und den Auswirkungen auf Spielverlauf und die Arbeit der Schiedsrichter.

Deshalb könnte es nun nach Informationen des Daily Telegraph sofortige, drastische Änderungen geben. In der kommenden Woche treffen sich Vertreter der 20 Vereine um den FC Liverpool, Manchester City und dem FC Chelsea. Darin sollen unter anderem Pläne der Klubs besprochen werden, die Trainern bis zu drei Möglichkeiten eines formellen Widerspruchs pro Spiel geben könnten - gegen nach ihrer Lesart falsche respektive strittige Entscheidungen des Video-Assistenten.

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England debattiert über Videobeweis - Carragher: "Bedarf eines drastischen Umdenkens"

Dagegen werde die Premier League allerdings heftigen Widerstand leisten, hieß es in dem Artikel. Denn der Dachverband der wohl besten Liga der Welt fürchtet, dass damit in engen Spielsituationen das Spiel aus taktischen Gründen verzögert werden könnte. Wie ernst das Thema ist, haben die letzten Wochen bewiesen, denn in der Premier League, eigentlich für seinen oft rasanten Spielfluss bekannt, wird nur noch über den Videoschiedsrichter debattiert.

Der ehemalige englische Nationalspieler Jamie Carragher fordert in seiner Telegraph-Kolumne ein sofortiges Umdenken - und der TV-Experte gilt eigentlich als großer Befürworter des Videobeweises. "Es bedarf eines drastischen Umdenkens, damit er (der Video-Assistent, d. Red.) funktioniert", schrieb Carragher. "Er kann in seiner bestehenden Form nicht weiter existieren. Ich glaube noch immer an die Idee, ich möchte, dass sie Erfolg hat." Aber die Implementierung müsse sich ändern.

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Jürgen Klopp warnt: Strittige Situationen könnten Trainern den Job kosten

Die Debatte spiegelt das, was nach der Videobeweis-Einführung vor zwei Jahren in der Bundesliga passierte. Schiedsrichter, die durch das Hilfsmittel eigentlich ja entlastet und aus der Schusslinie genommen werden sollen, stehen nun noch mehr im Fokus, weil der Video-Assistent inzwischen sogar bei Kann-Entscheidungen der Unparteiischen eingreift.

Beim Thema VAR hat übrigens nicht einmal mehr Liverpools Trainer Jürgen Klopp Humor - und das will bekanntlich etwas heißen. "Es ist nicht richtig, dass wir hier sitzen und darüber lachen. Derartige Situationen können Teammanagern den Job kosten", monierte der 52-Jährige nach dem knappen Sieg gegen Aufsteiger Aston Villa am vergangenen Wochenende.

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Im Villa Park hatte sein Stürmer Roberto Firmino ein nach Meinung vieler Fans blitzsauberes Tor erzielt. Der Treffer wurde wegen einer Abseitsposition allerdings per VAR zurückgenommen - obwohl der Entschluss, das Spiel zunächst laufen zu lassen, mitnichten eine klare Fehlentscheidung war. Klopp: "Meine Analysten haben mir die Szene gezeigt, und ich sehe da kein Abseits. Wir müssen zusehen, dass dieses System dem Spiel hilft." Auch nach dem Derby gegen ManUnited hatte der Ex-BVB-Coach sich stocksauer gezeigt.

Carragher hat für das Meeting der 20 Klubs einen Lösungsvorschlag parat. Der VAR müsse "zurückgenommen und auf eine begrenzte, nicht aufdringliche Weise verwendet werden", forderte der Ex-Kapitän des FC Liverpool. "Genutzt nur für Interventionen, um die gröbsten Schnitzer zu beseitigen, die von den Offiziellen auf dem Platz möglicherweise verpasst wurden."

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