09. Juni 2018 / 07:41 Uhr

Videobeweis bei der WM 2018: So sind die Regeln

Videobeweis bei der WM 2018: So sind die Regeln

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
In England hat sich der Videobeweis noch nicht etabliert. Englische Fans kennen das System überwiegend von Länderspielen.
Wie verfahren die Schiedsrichter bei der WM 2018 mit dem Videobeweis? © imago/Getty
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Wie funktioniert der Videobeweis bei der WM 2018 in Russland und wie unterscheidet sich die internationale Technik von der, die wir bereits aus der Bundesliga kennen? Wir machen den Regelcheck.

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Ist das System mit dem der Bundesliga identisch?

Grundsätzlich unterscheidet sich das Videoassistenzsystem bei der WM wenig von dem in der Bundesliga. Statt in Köln sitzen die Männer am Bildschirm nun allerdings in der Videozentrale in Moskau. Für jedes der 64 WM-Spiele ist ein VAR-Team bestehend aus dem Chef und drei Assistenten im Einsatz.

Ausgewählt wurden die Teams nach Angaben der FIFA auch aufgrund der Erfahrung, die sie mit dem System in ihrer heimischen Liga bereits gemacht haben.

Wann dürfen die Videoschiedsrichter einschreiten?

Einschreiten dürfen die Männer in Moskau nur bei vier spielentscheidenden Fragen: Tor, ja oder nein (auch bei vorangegangenen Abseitssituationen); Elfmeter, ja oder nein; Rote Karte, ja oder nein; und wenn nicht klar ist, welcher Spieler für ein Vergehen bestraft werden muss. Die endgültige Entscheidung obliegt dabei immer dem Schiedsrichter auf dem Feld, die Männer vor dem Bildschirm können eine Sichtung der Fernsehbilder nur anregen.

Das ist Deutschlands WM-Kader - mit Rückennummern

Rückennummer 1 – Manuel Neuer (FC Bayern): Stand zum ersten Mal am 29. Mai 2009 im Kader der Nationalmannschaft. Neun Jahre später fährt er mit dem Team zu seiner dritten WM. Zur Galerie
Rückennummer 1 – Manuel Neuer (FC Bayern): Stand zum ersten Mal am 29. Mai 2009 im Kader der Nationalmannschaft. Neun Jahre später fährt er mit dem Team zu seiner dritten WM. ©
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Will der Unparteiische auf dem Rasen eine Szene noch einmal sehen, macht er die aus der Bundesliga bekannte Bildschirmgeste. Pierluigi Collina, Boss der Fifa-Schiedsrichter und früherer Unparteiischer von Weltformat, stellt dennoch klar: „Es wird weiterhin Vorfälle geben, bei denen es keine finale Antwort gibt.“

Hier arbeitet der VAR

Werden die Entscheidungen im Stadion mitgeteilt?

Ja! Rätselraten auf den Rängen und vor den TV-Bildschirmen, was da gerade entschieden wurde, wird es nicht geben. Anders als in der Bundesliga soll zumindest das Problem der Kommunikation bei der WM gelöst sein.

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Beim Turnier in Russland sind Mitarbeiter eigens damit beauftragt, den Entscheidungsprozess des Schiedsrichterteams nach außen zu tragen. Heißt: Auf den heimischen Bildschirmen und auf den Leinwänden in den WM-Stadien soll die Entscheidung eingeblendet werden. Heißt auch: Es darf weiter diskutiert werden, selbst wenn Schiedsrichter im Einsatz sind, die das System kennen.

Was sagt FIFA-Präsident Gianni Infantino?

Der FIFA-Boss Gianni Infantino ist vollends überzeugt von der Neuerung: „Die Chance, eine richtige Entscheidung ohne Videoassistent zu treffen, liegt bei 93 Prozent. Mit dem Videoassistenten liegt sie bei 99 Prozent.“ Bliebe nur noch ein Prozent Streitmasse...

Videobeweis in Deutschland: Diese strittigen Entscheidungen erhitzten in der Saison 2017/18 die Gemüter

Confed Cup 2017: Im Finale sorgte der Videobeweis im Spiel der deutschen Auswahl gegen Chile für Furore: Obwohl nach dem Ellenbogenschlag von Gonzalo Jara gegen Timo Werner der Videoassistent eingeschaltet wurde, entschied Schiedsricher Milorad Mazic falsch. Er verwarnte Jara nur, anstatt ihn für die Tätlichkeit vom Platz zu stellen. Der SPORTBUZZER zeigt die bisherigen strittigen Videobeweis-Einsätze in Deutschland in dieser Galerie. Zur Galerie
Confed Cup 2017: Im Finale sorgte der Videobeweis im Spiel der deutschen Auswahl gegen Chile für Furore: Obwohl nach dem Ellenbogenschlag von Gonzalo Jara gegen Timo Werner der Videoassistent eingeschaltet wurde, entschied Schiedsricher Milorad Mazic falsch. Er verwarnte Jara nur, anstatt ihn für die Tätlichkeit vom Platz zu stellen. Der SPORTBUZZER zeigt die bisherigen strittigen Videobeweis-Einsätze in Deutschland in dieser Galerie. ©

Wer sind die Video-Assistenten aus Deutschland?

Die Bundesliga-Schiedsrichter Bastian Dankert und Felix Zwayer werden Deutschland bei der WM vertreten. Dankert hat bereits Befürchtungen zurückgewiesen, nach denen der Einsatz des Videobeweises bei der Fußball-WM in Russland zu zahlreichen chaotischen und umstrittenen Entscheidungen führen könnte. „Wir sind bestens vorbereitet auf die WM“, sagte Dankert der Sport Bild.

Mehr zum Videobeweis

„Nach dem Confed Cup hat die FIFA sehr schnell reagiert und viele Schulungen durchgeführt“, erklärte Dankert. „Wir waren auch in diesem Jahr fünf Wochen unterwegs, haben uns für die WM mit praktischen Einheiten auf dem Platz und Spielanalysen vor dem Video-Monitor im Team fortgebildet. Man guckt sich immer noch etwas ab von den Video-Assistenten aus anderen Ländern. Es ist ja nicht so, dass wir Deutschen bei diesem Thema die Weisheit mit Löffeln gefuttert haben.“

Warum steht Felix Zwayer so in der Kritik?

Dankert wird bei der WM zusammen mit Zwayer als Video-Assistent eingesetzt. Der ebenfalls 37-jährige Zwayer steht seit dem DFB-Pokalfinale in der Kritik, als er kurz vor Schluss einen Elfmeter für die Bayern nicht gab, sondern einen Eckball. Aus dem resultierenden Standard erzielten die Frankfurter das 3:1. Der Referee stand zu seiner Entscheidung, obwohl sogar Kevin-Prince Boateng (der das Foul an Martinez verursachte) eingestand, dass er den Münchner regelwidrig legte.

Beeinträchtigt Zwayer der Fehler für die WM? Schiedsrichter-Experte Peter Gagelmann von Sky gibt sich optimistisch: "Jedes Spiel ist ein Lernprozess, das wird ihn natürlich schulen für die WM.“

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