13. Dezember 2017 / 12:39 Uhr

Viel Aufwand, wenig Zählbares – RB Leipzig ist reif für die Winterpause

Viel Aufwand, wenig Zählbares – RB Leipzig ist reif für die Winterpause

Anne Grimm
Leipziger Volkszeitung
VfL Wolfsburg - Rb Leipzig 1:1 (12.12.2017)
VfL Wolfsburg - Rb Leipzig 1:1 (12.12.2017) © imago
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Zwei Stammspieler sind bei RB Leipzig in dieser Kombination nicht zu ersetzen, zeigen die vergangenen vier Partien. Nach 24 Pflichtspielen in vier Monaten sehnt der Vizemeister die Winterpause herbei.

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Leipzig. Es gibt Statistiken, die würde RB Leipzig sicher gerne bis zum Ende seiner zweiten Bundesligasaison behalten. Eine, die vor der Partie beim VfL Wolfsburg im Bezahlfernsehen kursierte, heißt „schlechtester Tabellenzweiter seit Einführung der Dreipunkteregel“ – also seit 22 Jahren. Ob das nach dem 16. Spieltag so bleibt, hängt ganz vom Auftritt des FC Schalke 04 am Abend ab. Eine andere Bilanz war aber schon vor dem letzten Auswärtsspiel des Jahres besiegelt: Auf fremden Plätzen ist die Punkteausbeute des Teams von Ralph Hasenhüttl in der Hinrunde deutlich schlechter als zu Hause.

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VfL Wolfsburg - RB Leipzig (Imago) (1) Zur Galerie
VfL Wolfsburg - RB Leipzig (Imago) (1) ©
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Der RB-Trainer erklärte nach dem 1:1 beim VfL Wolfsburg: „Der größte Unterschied im Moment, zu den Spielen die wir auswärts auch schon gewonnen haben ist, das wir uns zu wenig belohnen.“ Wie sehr die Rasenballer in der Autostadt auf die Tube drückten, erklärte Martin Schmidt, der auch in seinem siebenten Heimspiel als Wölfe-Coach ungeschlagen blieb: „Leipzig mit dem Tempo zu verteidigen, das kostet sehr viel Kraft. Man sieht es auch an den Werten. Die haben über 260 Sprints. Das ist unheimlich schwer.“

Alternativen fehlen

Trotzdem sprang im vierten Auswärtsspiel in Serie und auch wettbewerbsübergreifend in der vierten Partie in Folge kein Sieg heraus. Ein Rückblick auf die Ergebnisse der vergangenen anderthalb Wochen: Hoffenheim (0:4), Besiktas (1:2), Mainz (2:2) und Wolfsburg (1:1) – trotz großem Aufwand nur vier Treffer in vier Spielen. Matchwinner und Premierenkapitän Peter Gulacsi, der mit seinen Paraden in der Schlussphase den Punkt am Dienstagabend sicherte, sagte: „Wir müssen im 16er effektiver werden.“

Schmerzlich vermisst werden im Jahresendspurt die treibenden Kräfte hinter den RB-Spitzen, Emil Forsberg (ein Treffer, zwei Vorlagen) und Marcel Sabitzer (zwei Treffer, vier Torvorlagen). So musste Verteidiger Marcel Halstenberg das einzige, sein Bundesligapremierentor, in Wolfsburg erzielen. Eine Alternative zu Timo Werner und Yussuf Poulsen gibt es im Sturm derzeit nicht. Jean-Kevin Augustin, gegen den VfL krank gemeldet, blieb zuletzt hinter den Erwartungen zurück. Hasenhüttl ließ ihn deshalb oft auf der Bank, kritisierte ihn öffentlich. Sein letzter Treffer datiert vom 17. Oktober beim 3:2-Sieg in der Königsklasse gegen Porto.

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RB Leipzig empfing am 9. Dezember den FSV Mainz 05 zum Duell in der Red Bull Arena. (@ Imago) (2) Zur Galerie
RB Leipzig empfing am 9. Dezember den FSV Mainz 05 zum Duell in der Red Bull Arena. (@ Imago) (2) ©

Vorteil zum Jahresausklang

Zur geringen Torausbeute gesellen sich die unnötigen Gegentreffer. Zuletzt neun Stück in vier Spielen. Hasenhüttl meinte nach dem Remis in Wolfsburg: „Es ist mir eigentlich egal, auf welche Art und Weise wir Tore kassieren. Es sind insgesamt zu viele, wir haben zu selten zu Null gespielt bisher. Aber heute haben wir eine ordentliche und wache Defensivleistung gebracht, bis auf die letzten 15 Minuten.“

Erst in der Schlussphase beim VfL wurden die schwindenden Kräfte in den englischen Wochen bei den Leipzigern sichtbar. „Das ist auch nicht ganz überraschend, dass wir im Moment ein bisschen Präzisionsprobleme haben. Es ist unser 24. Spiel gewesen in dem Jahr und die Jungs gehen schon ein bisschen auf dem Zahnfleisch“, sagte der RB Coach, der am Dienstagabend mit seinem Team im Bus kurz vor Mitternacht wieder am Cottaweg eintraf.
Das Restprogramm für RB Leipzig 2017: Beine lockern am Mittwoch, ein freier Tag am Donnerstag. Ab Freitag die Vorbereitung auf die Partie gegen den Tabellenzwölften Hertha BSC. Immerhin hat das Hasenhüttl-Team vor dem letzten Heimspiel in diesem Jahr 24 Stunden mehr Zeit zur Regeneration, als der Kontrahent aus der Hauptstadt. „Wir wollen unseren Fans zum Abschluss drei Punkte schenken“, frohlockte Gulacsi vor der Partie am 3. Advent.

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