03. Oktober 2021 / 13:49 Uhr

Viel Kritik am Auftritt des ZFC Meuselwitz gegen Lok: "Eine bodenlose Frechheit"

Viel Kritik am Auftritt des ZFC Meuselwitz gegen Lok: "Eine bodenlose Frechheit"

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Enttäuschte Gesichter beim ZFC Meuselwitz: Coach Holm Pinder, Sportlicher Leiter Frank Müller und Co-Trainer Daniel Rupf v.l. sind unzufrieden.
Enttäuschte Gesichter beim ZFC Meuselwitz: Coach Holm Pinder, Sportlicher Leiter Frank Müller und Co-Trainer Daniel Rupf v.l. sind unzufrieden. © Mario Jahn
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Nach dem schwachen Auftritt bei der 0:4-Klatsche gegen Lok Leipzig, bestimmen Frust und deutliche Worte die Gefühlslage des ZFC Meuselwitz. Die Zipsendorfer müssen schleunigst etwas ändern, wenn die Klasse gehalten werden soll.

Meuselwitz. Viel passte nicht zusammen beim ZFC Meuselwitz nach der empfindlichen 0:4-Klatsche gegen Lok Leipzig am Freitagabend, nach Abpfiff herrschte jedoch immerhin Konsens bei den nun seit vier Partien punktlosen Zipsendorfern. So fehlten unmittelbar nach Spielende zwar Rene Eckardt immer noch die Worte, dem Kapitän war da aber schon bewusst: „Das war ein schwacher Auftritt, heute hat von Anfang an nichts gestimmt.“

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Lasche zweite Hälfte

Eckardts Vorgesetzten bewerteten die sang- und klanglos verlorengegangene Flutlichtpartie vor über 1000 Schaulustigen mindestens ähnlich, formulierten ihre Einschätzung jedoch erheblich kritischer. „Das ist eine bodenlose Frechheit“, wetterte der sportliche Leiter Frank Müller am MDR-Mikrofon und legte nach: „Das kann man sich als Verein so nicht gefallen lassen.“

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Lok Leipzig (gelb) konnte in Meuselwitz mit 4:0 gewinnen und damit den dritten Sieg in Folge mit diesem Ergebnis feiern. Zur Galerie
Lok Leipzig (gelb) konnte in Meuselwitz mit 4:0 gewinnen und damit den dritten Sieg in Folge mit diesem Ergebnis feiern. ©

Der Fingerzeig auf die eigenen Spieler – im Abstiegskampf wird zu vielen Mitteln gegriffen. ZFC-Coach Holm Pinder war ebenfalls bitter enttäuscht und verkündete auf der Pressekonferenz nach dem Match: „Was in der zweiten Hälfte passiert ist, war für den ZFC nicht würdig. Ich habe breite Schultern, ich stelle mich vor die Mannschaft. Aber was einige hier abgeliefert haben, war natürlich haarsträubend.“

Gemeint ist die lasche zweite Hälfte, in der sich weder gegen die Niederlage gewehrt noch alles auf eine letzte Karte gesetzt wurde. „Heute hat keiner das Heft des Handels in die Hand genommen. Gegen den BAK und Altglienicke haben wir eine gute Leistung gezeigt, heute haben wir auf die Fresse bekommen“, so Pinder klar und deutlich.

"So können wir uns nicht mehr präsentieren"

Pinder versuchte, gegen die formstarken Leipziger neue Impulse zu setzen, verhalf dem 19-jährigen Justin Fietz zu dessen RL-Debüt zwischen den Pfosten. Der junge Keeper ersetzte Fabian Guderitz, der zuletzt unglücklich agierte – und machte seine Sache trotz vier Gegentreffer durchaus überzeugend. „Ich bin glücklich, dass ich mein Debüt geben konnte, aber nicht glücklich über das Ergebnis“, analysierte Fietz, der bei allen Lok-Toren chancenlos war.

Seine nächste Chance wird das Torwarttalent aller Voraussicht nächste Woche im Pokal gegen FC An der Fahner Höhe erhalten. Der Oberligist und mithin unterklassige Klub wird jedoch keineswegs Sparring-Partner für die arg gebeutelten Zipsendorfer sein, vielmehr könnte der Außenseiter der Mannschaft von Pinder den letzten Rest geben. „Die Aufgaben werden nicht weniger. Wenn wir so eine Leistung an den Tag legen, wird das auch dort sehr schwer, weiterzukommen“, warnt der Trainer des Tabellenachtzehnten.


Noch vor der Partie verriet dieser, dass auch seine Position als Chefcoach nicht unantastbar sei. Nach der erneuten Niederlage stellt der 50-Jährige klar: „Wir müssen mit den Spielern und mit uns Verantwortlichen hart ins Gericht gehen, so können wir uns nicht mehr präsentieren.“ Eine Woche Zeit haben die Meuselwitzer nun dafür – der Konsens ist gegeben.