02. Februar 2021 / 11:28 Uhr

Viel Luft nach oben für Sarah Schmidt bei Rochlitzer Kugelstoßmeeting

Viel Luft nach oben für Sarah Schmidt bei Rochlitzer Kugelstoßmeeting

Robin Seidler
Leipziger Volkszeitung
Kugelstoßerin Sarah Schmidt muss in Rochlitz fünf ungültige Versuche verkraften.
Kugelstoßerin Sarah Schmidt muss in Rochlitz fünf ungültige Versuche verkraften. © Robin Seidler
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Die Harthaerin Sarah Schmidt vom LV 90 Erzgebirge kämpfte beim Rochlitzer Kugelstoßmeeting noch mit der neuen Technik. Eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen oder der Hallen-Europameisterschaft in Torun schließt die 23-Jährige aus. Der Wettkampf in Rochlitz war trotzdem eine gute Möglichkeit, um in die Wettkampfsaison reinzuschnuppern.

Rochlitz. Das Kugelstoßmeeting in Rochlitz ist für Sarah Schmidt am Sonntag eine erste Standortbestimmung gewesen. Bei dem Wettkampf, der unter strengen Hygieneauflagen und ohne Zuschauer ausgetragen wurde, ließ sich die Leichtathletin, die beim LSV Hartha mit dieser Sportart begonnen hatte, noch Luft nach oben. In der Frauen-Konkurrenz schleuderte die 23-Jährige die vier Kilogramm schwere Kugel auf 14,65 Meter. Danach folgten fünf ungültige Versuche.

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„Mehr als ein erstes Reinschnuppern in die Wettkampfsaison ist es für mich hier nicht“, sagt die Mittelsächsin, die vor gut zehn Jahren vom LSV Hartha zum LV 90 Erzgebirge gewechselt ist. „Nach meiner Verletzung vor zwei Jahren habe ich auf die Drehstoßtechnik umgestellt“, sagt Sarah Schmidt.

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„Im Männerbereich sieht man ja, dass dies aktuell erfolgversprechender ist.“ 2019 wurde sie am linken Knie operiert. „Ich hatte einen hypermobilen Außenmeniskus. Das war sehr schwer zu diagnostizieren“, sagt die Harthaerin. „Die OP erfolgte dann sogar in der Berliner Charité.“ Doch wie sie am Sonntag festgestellt hat, ist noch viel Training notwendig. „Darum war der Wettkampf in Rochlitz auch schön, um mal unter solchen Bedingungen stoßen zu können.“

Mögliche Teilnahme an Universiade

Generell müsse man sehen, welche Wettbewerbe in diesem Jahr überhaupt ausgetragen werden können. An die Hallen-Europameisterschaft, die Anfang März im polnischen Torun stattfindet, sowie an die Olympischen Spiele denkt Sarah Schmidt überhaupt nicht.

„Eine Teilnahme da ist unrealistisch.“ Vielleicht geht es ja wieder zur Universiade, die in diesem Jahr im chinesischen Chengdu stattfindet. „Wer weiß, ob das überhaupt möglich ist.“ 2019 hatte Sarah Schmidt bereits an der Universiade in Neapel teilgenommen. „Da hatte ich sogar noch einen freien Tag und meine Eltern sind aus Hartha hingeflogen. Damals haben wir den Vesuv genauer unter die Lupe genommen.“

Für 2021 sei es jedoch schwer, sich Ziele zu setzen. Schmidts Bestleistung liegt bei 17,45 Meter. „Da fehlt also noch ein ganzes Stück“, sagt die Medizintechnik-Studentin der TU Chemnitz. Obwohl die Fahrt nach Rochlitz aus der Heimat eine kurze gewesen wäre, ist Sarah Schmidt aus Chemnitz gekommen. „In Hartha bin ich noch ab und an. Vor allem auf dem Weihnachtsmarkt oder beim Brunnenfest sehe ich noch die ehemaligen Vereinskollegen. Und meine Mutti ist ja noch ehrenamtlich beim LSV dabei.“ Doch aufgrund der Pandemie ist derzeit nicht viel möglich. „Wir werden auch regelmäßig getestet. Jetzt wieder am Dienstag, also 48 Stunden nach dem letzten Wettkampf.“


Vereinskollegin Schwanitz gewinnt in Rochlitz

Bald steht auch das Trainingslager der Bundeskaderathleten in Kienbaum auf dem Programm. Auch da steht ein Test an – wie übrigens auch am Sonntag in Rochlitz. Dort mussten alle Personen, die die Regenbogenhalle betreten wollten, zuvor einen Coronatest abgeben und kamen natürlich nur bei negativem Resultat hinein. 120 Tests wurden am Wochenende durchgeführt. „Die Organisatoren haben das echt gut hinbekommen hier“, lobt Sarah Schmidt. Negativer Test, Einbahnstraßenregel, Maskenpflicht – all dies waren Voraussetzungen. Selbst die Nahrungsaufnahme sollte außerhalb der Halle erfolgen. Dafür hatten die Veranstalter insgesamt 100 Lunchpakete zur Verfügung gestellt.

Die Frauen-Konkurrenz gewann Sarah Schmidts Vereinskollegin Christina Schwanitz mit 18,93 Metern. „Es ist super organisiert hier und für uns ist jeder Wettkampf gut“, sagt sie. „Allerdings glaube ich nicht, dass solche Veranstaltungen im Breiten- und Kindersport möglich sind, da einfach zu viele Regeln eingehalten werden müssen.“ Schwanitz befürchtet eher, dass viele Kinder und Jugendliche dem Sport aufgrund des Lockdowns den Rücken kehren.

Lokalmatador David Storl gewann in Rochlitz den Männerwettkampf, bestieg aber nicht das Podest. Er brach nach seinem dritten Versuch den Wettkampf ab und eilte zur Geburt seines zweiten Kindes. „Glücklicherweise hat er es von Rochlitz nach Leipzig nicht so weit“, sagte sein Trainer Wilko Schaa, der mit den 20,18 Meter seines Vorzeigeathleten zufrieden war. Storl ist vor vier Jahren in der Nacht vor dem Meeting in Rochlitz zum ersten Mal Vater geworden. „Rochlitz ist nicht nur seine Heimatstadt, sondern wird nun sicher auch auf diese Weise mit ihm verbunden bleiben“, so Schaa schmunzelnd.