05. September 2020 / 16:09 Uhr

Viele Gespräche, keine Einigung: Kapitän Björn Bombis verlässt die Hannover Scorpions

Viele Gespräche, keine Einigung: Kapitän Björn Bombis verlässt die Hannover Scorpions

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Kapitän Björn Bombis verlässt die Hannover Scorpions in Richtung Herford.
Kapitän Björn Bombis verlässt die Hannover Scorpions in Richtung Herford. © Debbie Jayne Kinsey
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Nach über drei gemeinsamen Jahren gehen die Hannover Scorpions und Björn Bombis getrennte Wege. Der einstige Kapitän des Eishockey-Oberligisten wechselt mit sofortiger Wirkung zum Herforder EV. Auch Marius Garten steht vor einem Wechsel zu dem Aufsteiger.

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Der Kapitän geht von Bord: Björn Bombis verlässt die Hannover Scorpions. Der bisherige Mannschaftsführer bestritt in den vergangenen drei Jahren inklusive Play-offs 160 Spiele für den Eishockey-Oberligisten, dabei erzielte er 95 Tore und leistete für 190 Treffer die Vorarbeit. Künftig erzielt der „Bomber“ Tore für den Herforder EV. Mit ihm dürfte in Kürze auch Marius Garten zu dem Aufsteiger wechseln.

"Manchmal ist das im Sport so, dass es zu keiner Einigung kommt"

Und solch einen Spieler lässt man gehen? Auch wenn Bombis Ende September 38 Jahre alt wird? „Manchmal ist das im Sport so, dass es zu keiner Einigung kommt“, sagt Scorpions-Sportchef Eric Haselbacher und berichtet „von vielen Gesprächen, die aber immer fair waren. Es ist ja nicht ausgeschlossen, dass er mal wieder zu uns zurückkommt – wie damals Joe West.“ Haselbacher sagt aber auch, dass man sich in der Corona-Zeit befinde und alle Vereine aufs Geld achten müssten: „Da konnten wir dem Bomber keinen Blankoscheck hinlegen, haben aber Verständnis dafür, dass er sich entscheiden musste.“

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Scorpions wären Bombis erste Wahl gewesen

Bombis berichtet auf Nachfrage, „dass wir sechs zum Teil lange Gespräche ohne Einigung hatten, da wollte ich nicht auf das siebte warten“. Aus privaten Gründen wolle er in der Nähe der Region Hannover bleiben. „Die Scorpions waren meine Erstwahl. Alle Spieler wurden um 25 Prozent gedrückt – das ist in Corona-Zeiten völlig normal. Zum Schluss hätte ich auf noch mehr Gehalt verzichtet. Aber ich wollte nicht am Ende ohne Vertrag dastehen, habe dann in Herford zugesagt“, sagt Bombis, der nach Information dieser Zeitung auch Gespräche mit den Indians geführt hat.

Wie aus dem Scorpions-Umfeld zu hören ist, hatte Bombis dem Verein stets neue Deadlines ge­setzt – und sich immer wieder vertrösten lassen, ohne jedoch ein konkretes Angebot auf dem Tisch liegen zu haben. Irgendwann lehnte der Stürmer demnach eine weitere Fristverlängerung ab und unterschrieb am Donnerstag in Herford, bevor der HEV das Angebot zurückzog.

Fehlende Wertschätzung?

Hinter vorgehaltener Hand wird zudem davon gesprochen, dass der Stürmer sich nicht ausreichend wertgeschätzt fühlte – weil er mehr als nur eine Führungsperson ist und im Schlussspurt der Vorsaison die Mannschaft als Spielertrainer in die Play-offs führte. Dass andere Spieler weiterverpflichtet und Neuzugänge vermeldet wurden, der Kapitän und Leistungsträger aber über Wochen ohne Kontrakt blieb, soll keine Basis für eine gemeinsame Zukunft gewesen sein.

Noch haben die Scorpions Zeit, die Lücke zu schließen. Auf der Bombis-Position werde man „einen Außenstürmer für die erste Reihe holen, außerdem einen Ausländer – und vielleicht kommt noch ein siebter Verteidiger“, sagt Haselbacher.

Saisonstart am 16. Oktober

Die Saison soll wie geplant am 16. Oktober beginnen. Das wurde bei einer Videokonferenz zwischen den Oberligisten und dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) festgelegt. Weiteres Ergebnis: Der DEB kontaktiert den Bundestag, damit auch die Oberligisten unter den Corona-Schutzschirm des Bundes fallen können

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Personelle Neuigkeiten gibt es auch bei den Indians: Jakob Ceglarski bleibt am Pferdeturm. Außerdem rückt das 16-jährige Eigengewächs Mitja Fiedrich als dritter Torhüter ins Profiteam auf.