28. November 2020 / 17:24 Uhr

Viele Wechsel, vergebener Elfer, aber drei Punkte: RB Leipzig bezwingt Bielefeld

Viele Wechsel, vergebener Elfer, aber drei Punkte: RB Leipzig bezwingt Bielefeld

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Jubel über das 2:0 durch den gerade eingewechselten Christopher Nkunku.
Jubel über das 2:0 durch den gerade eingewechselten Christopher Nkunku. © Picture Point
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Das war ein hartes Stück Arbeit für RB Leipzig, aber schlussendlich dann doch ein erfolgreiches. 2:1 (1:0) gewinnen die Messestädter gegen Arminia Bielefeld. Für den Moment der Partie sorgte Alexander Sörloth, allerdings nicht mit einem Tor.

Leipzig. RB Leipzig sichert sich mit einem 2:1-„Pflichtsieg“ gegen Arminia Bielefeld die nächsten drei Punkte in der Bundesliga. Für einen Neuzugang gibt es erstmals "Zählbares": Lazar Samardzic verdient sich mit einem Zuckerpass auf Angelino, der das 1:0 macht, den ersten Scorerpunkt. Bei Alexander Sörloth hingegen scheinen die bis dato fehlenden Treffer zur Kopfsache geworden zu sein. Denn der 24-Jährige vergibt sogar einen Foulelfmeter.

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Bielefeld agiert mutig

Mit einer Schweigeminute für Fußballlegende Diego Maradona geht das Heimspiel der Roten Bullen gegen die Arminia aus Bielefeld los. Der argentinische Nationalspieler hatte 1988 im Leipziger Zentralstadion mit dem SSC Neapel vor 100.000 Fans gegen den 1. FC Lok gespielt.

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RB Leipzig hat die Pfichtaufgabe Arminia Bielefeld erfüllt. Nach 90 kampfbetonten Minuten setzten sich die Nagelsmann-Schützlinge mit 2:1 durch. Zur Galerie
RB Leipzig hat die Pfichtaufgabe Arminia Bielefeld erfüllt. Nach 90 kampfbetonten Minuten setzten sich die Nagelsmann-Schützlinge mit 2:1 durch. ©

Bielefeld zeigt sich schon in den ersten Minuten mutig und erfüllt damit schon mal den vorab geäußerten Wunsch von Trainer Uwe Neuhaus. Die Zeitanzeige ist vor dem Doppelpunkt noch nicht mal zweistellig, da hat der Außenseiter schon die erste Großchance, als Ritsu Doan abzieht, Willi Orbans Fuß aber noch dazwischen kommt. Allein in der ersten Viertelstunde schaffen die Arminen drei Torschüsse. Zum Vergleich: In ihrem letzten Heimspiel, das sie 1:2 gegen Bayer Leverkusen verloren, kam kein einziger Torschuss der Bielefelder zustande. Bayer-Keeper Hradecky sorgte mit dem Eigentor des Jahres selbst für den Anschlusstreffer.

RB Leipzig muss sich gegen die offensiven Gäste in der ersten Hälfte zunächst etwas weiter zurückziehen als üblich. Bielefeld hingegen, ganz im Sinne des couragierten Auftritts, steht deutlich höher, als gewohnt. Nach knapp 25 Minuten tauschen die Kontrahenten dann aber die Rollen.

Führung zur Pause

Und genau da entsteht der Raum, den RB braucht. Angelino nutzt ihn. In der 29. Minute krönt sich der Spanier wieder zum Toptorschützen der Leipziger. Nach einem Pass von Samardzic verzettelt er sich zunächst im Zweikampf mit Cedric Brunner, kämpft sich aber frei und netzt ein.

Kurz vor der Halbzeit kommt die Arminia wieder nach vorn. Doan bekommt nach einem langen Pass den Ball auf den Fuß, ist ganz alleine vor Peter Gulasi. Kurzzeitig sieht es so aus, als wäre das der Ausgleich. Aber Doans Schuss ist zu ungenau, die Kugel rollt links am Bullen-Kasten vorbei. RB verabschiedet sich mit verdienter Führung in die Halbzeitpause.


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RB Leipzig hat die Pfichtaufgabe Arminia Bielefeld erfüllt. Nach 90 kampfbetonten Minuten setzten sich die Nagelsmann-Schützlinge mit 2:1 durch. Zur Galerie
RB Leipzig hat die Pfichtaufgabe Arminia Bielefeld erfüllt. Nach 90 kampfbetonten Minuten setzten sich die Nagelsmann-Schützlinge mit 2:1 durch. ©

Wieder auf dem Rasen, knapp eine Minute gespielt, muss Bielefeld-Keeper Stefan Ortega schon hinter sich greifen. Nach einem Fehler in der Abwehr von Amos Pieper schnappt sich Dani Olmo das Leder, passt an den gerade für Marcel Halstenberg eingewechselten Christopher Nkunku, der den Ball am Torhüter vorbei ins Netz knallt. Lediglich jeder fünfte Spieler trifft laut Statistik aus dieser Position das Tor. Schon hat sich der Wechsel gelohnt.

Spannung in der Schlussphase

Nach 73 Minuten sehen die meisten schon das 3:0 auf dem Bullen-Konto: Sörloth wird im Sechzehner von Mike van der Hoorn gefoult, Schiedsrichter Robert Hartmann zeigt auf den Punkt. Normalerweise sind Elfmeter eine Sache für Kapitän Marcel Sabitzer oder den (nicht mehr auf dem Feld befindlichen) Halstenberg. Aber die Team-Kollegen wissen: Der Norweger braucht endlich seinen ersten Treffer und überlassen ihm den Ball. Sörloth trifft aber nicht, bringt auch den Nachschuss nicht in den Maschen unter.

Die Strafe dafür kommt zwei Minuten später, als Arminias Kapitän Fabian Klos nach Pass von Sven Schipplock den Anschlusstreffer erzielt - nur noch 2:1. Bielefeld ist stark, glaubt dran, will etwas Zählbares mitnehmen. Der Mut ist sichtbar, die DSC-Offensive jetzt eindeutig besser. Die eine oder andere beinahe 100-prozentige Chance haben die Gäste noch. Auch RB bemüht sich um ein weiteres Tor, kurz vor Schluss ist Kapitän Sabitzer alleine vor Ortega. Zum Treffer reicht es aber auf beiden Seiten nicht mehr.