27. Juni 2021 / 18:40 Uhr

Vielseitige Wroclaw Panthers bezwingen hartnäckige Leipzig Kings

Vielseitige Wroclaw Panthers bezwingen hartnäckige Leipzig Kings

Justus Schilling
Leipziger Volkszeitung
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Engagiert aber chancenlos: Die Leipzig Kings unterlagen bei den Wroclaw Panthers mit 28:54. © Jette Eisenträger
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Das Team aus der polnischen Metropole wurde seiner Favoritenrolle eindrucksvoll gerecht und gewann hochverdient mit 54:28. Das noch junge Leipziger Team überzeugte mit Kampfgeist und gab sich nie geschlagen

Wroclaw. Am Ende wurde es deutlich: Die Leipzig Kings verloren nach dem Auftaktsieg in Berlin ihr Auswärtsspiel bei den Panthern aus Breslau mit 54:28. Doch vorher hatte das jüngste ELF-Franchise dem vermutlich professionellsten Team der ELF mit einer ansprechenden Leistung die Stirn geboten.

Leipzig war sofort präsent und spielte seine Angriffe in der ersten Hälfte lang aus, variierte geschickt Lauf-und Passspiel. Allerdings mussten die Kings mehrfach sogenannte "Big Plays" des Gegners einstecken. So gelang der erste Panthers-Touchdown unmittelbar an einen geblockten Field Goal-Versuch. Cornerback Darius Robinson von den Panthers entwischte kurioserweise sogar der Kamera.

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Klare Niederlage für die Leipzig Kings: Nach dem Auftakterfolg in Berlin kassierten die Messestädter bei den Wroclaw Panthers eine klare 28:54-Niederlage. Zur Galerie
Klare Niederlage für die Leipzig Kings: Nach dem Auftakterfolg in Berlin kassierten die Messestädter bei den Wroclaw Panthers eine klare 28:54-Niederlage. ©

Dazu zeigten auch zwischenzeitliche Tonprobleme beim übertragenden Sender ran.de und Verwirrung mit den Spielernamen beim Kommentator, die nicht auf allen Trikots aufgedruckt sind, dass wir es mit einer immer noch jungen Organisation zu tun haben. Dagegen waren die ca. 4000 Fans in der Arena in Breslau gut zu hören. Sie trieben ihre Panthers permanent an.

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Dominantes Passspiel der Panthers drückt dem Spiel den Stempel auf

Und diese lieferten ihren Fans reichlich Punkte. Besonders die ausschließlich polnische Receiverabteilung lief ihren Bewachern häufig davon. Wroclaw bestrafte die Fehler der Kings ziemlich effizient. Über welche Waffen die Panthers in der Offensive noch verfügen, zeigte sich im Laufe des Spiels. Nachdem sie in der ersten Halbzeit fast ausschließlich und erfolgreich Passspielzüge ausspielten, knackten sie in Hälfte zwei die Kings-Defense mit ansprechenden Laufspielzügen. Unterstützung als Vorblocker lieferte dabei mehrfach der 125 Kg schwere Fullback Konrad Starcziewsky, der kaum zu stoppen war.

Dennoch muss es Leipzig hoch angerechnet werden, den Panthers derartig Paroli geboten zu haben. Die Defense deutete an, dass sie in Momenten genug Druck aufbauen können, Alpha Jalloh sorgte erneut für einen Kickoff-Return-Touchdown. Nur das Leipziger Kicking-Game der Leipziger hat noch keinen Fuß in die Tür der European League of Football bekommen.

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Eine ansprechende lieferte auch Quarterback Michael Birdsong. Mehrfach entwand er sich klug dem Gegnerdruck, um dann doch noch einen Pass loszuwerden. Nach einer eigenen Interception war sich der US-Boy aber nicht zu schade, selbst zu tacklen, um den Return-Touchdown, einen Pick Six, zu verhindern. Und die Abstimmung mit Leipzigs Marathonmann in Offense und Defense, Timothy Knuettel, stimmt.


Leipziger Offense fehlen die Ideen - Wroclaw zu abgezockt

Zum Schluss gelang der Leipziger Offense wenig. Die Defense konnte gerade die wichtigen dritten Versuche der Panthers noch zu selten stoppen. Eine strittige Hinausstellung des Safetys Jonathan Dietze brachte Coach Armstrong am Spielfeldrand zur Weißglut. Doch das Team besann sich wieder. Nach der Vorentscheidung, einem Touchdown von Wroclaw aus einem ersten Versuch und 22 Yards direkt am Ende des dritten Viertels, spielten die Kings das Spiel seriös zu Ende. Die Ersatzspieler durften ran und auch Ersatz-QB Tom von Duijn konnte sich zeigen.

Insgesamt hat Leipzig den Charaktertest in Breslau bestanden. Es geht voran (weniger Flaggen/Strafen), das Team steckt Rückschläge weg und die Aussicht auf das erste Heimspiel vor eigenen Fans dürfte die Spieler zu Spitzenleistungen motivieren.