22. Mai 2020 / 13:46 Uhr

Aus der U17-Bundesliga: Vier 16-jährige Neuzugänge für die 96-Frauen

Aus der U17-Bundesliga: Vier 16-jährige Neuzugänge für die 96-Frauen

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Abstand muss sein: Die 96-Neuzugänge Elisa Klein (von links), Enya Heine, Luisa Oerke und Joline Holitska. 
Abstand muss sein: Die 96-Neuzugänge Elisa Klein (von links), Enya Heine, Luisa Oerke und Joline Holitska. 
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Das ist mal ein Statement: Die Frauen von Hannover 96 haben vier 16-Jährige unter Vertrag genommen, die zuletzt in der U17-Bundesliga am Ball gewesen sind. Die Planungen an der Seitenlinie und auf dem Feld sind damit abgeschlossen. Dass die Regionalliga-Saison abgebrochen wird und die Liga auf 15 Teams aufgestockt wird, ist wahrscheinlich, aber noch nicht beschlossen.

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Dieses Kredo sei nicht neu, betont Lars Gänsicke. "In Hannover plus 100 Kilometer drumherum, da wollen wir die Nummer eins sein", sagt der Sportlicher Leiter der Frauen von Hannover 96. Sie haben seit der Saisonunterbrechung am 12. März viel Zeit gehabt bei den Roten. Und sie scheinen diese Zeit sinnvoll genutzt zu haben.

96 stellt das jüngste Trainerduo in der 3. Liga

Gänsicke ist in der coronabedingten Pause zusammen mit Jens Anger in die Sportliche Leitung der Roten gewechselt. Seinen Platz an der Seitenlinie wird Sebastian Baar (25) zusammen mit Co-Trainer Tom Brauer (18) übernehmen. Das Duo dürfte das mit Abstand jüngste Trainerduo in der Regionalliga sein - wenn es denn endlich wieder losgeht. Martin Drießlein und Michael Staar haben indes ihre Verträge bei der U21 um ein Jahr verlängert.

Das Team um das Team herum steht - aber nicht nur. "Wir haben uns überlegt, was wir tun können", sagt Baar. Die grundsätzliche Frage bei den Personalplanungen: Gestandene Spielerinnen holen oder Talente? Die Antwort: "Talente helfen uns auf Dauer weiter, die Identifikation mit dem Verein ist größer und es macht einfach viel mehr Spaß", sagt Baar.

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Während sieben Spielerinnen den Verein verlassen werden (die Namen soll demnächst bekannt gegeben werden), haben mit Bente Bode, Jolie Just und Aileen Barth drei Talente des Jahrgangs 2003 aus der eigenen U17 (ungeschlagener Tabellendritter in der Niedersachsenliga) Ende April den Anfang gemacht. „Sie haben sich hervorgetan und sich diesen Sprung verdient“, sagt Baar.

Kapitänin der Wölfe wechselt an die Leine

Dazu kommen vier externe Neuzugänge, die bis zur Saisonunterbrechung in der U17-Bundesliga am Ball gewesen sind. Das Trio Enya Heine (Wohnort: Hermannsburg, Position: Innenverteidigerin), Joline Holitska (Bröckel, Linksverteidigerin) und Elisa Klein (Sturm) gewann mit der U17 des VfL Wolfsburg zweimal die deutsche Meisterschaft. Heine führte die Wölfe zuletzt als Kapitänin auf das Feld und durchlief sämtliche Auswahlmannschaften des Niedersächsischen Fußballverbandes.

Und auch die Vierte im Bunde ist gerade einmal 16 Jahre alt: Luisa Oerke (Holzminden, zentrales Mittelfeld) steht mit dem FSV Gütersloh auf Platz zwei in der Bundesliga West/Südwest, kickte zudem für die B-Jugend des SV 06 Holzminden in der Landesliga. Mit ihr umfasst der Kader 24 Spielerinnen, die Personalplanungen sind damit abgeschlossen.

"Glaube nicht, dass sich da eine freiwillig verdrängen lassen will."

"Wir sind fest davon überzeugt, dass alle Neuzugänge Kandidatinnen für die Startelf sein können", sagt Baar. Natürlich müsste geschaut werden, wie schnell die Neuen den Anschluss finden. Gänsicke ist sich sicher: "Wir hatten schon vorher eine richtig, richtig gute Mannschaft. Ich glaube nicht, dass sich da eine freiwillig verdrängen lassen will."

Ein festes Saisonziel will 96 nicht ausgeben. "Mein Ziel ist es erstmal", sagt Baar, "dass die Mannschaft nach 90 Minuten auf die Uhr schaut und sich fragt: 'Oh, schon vorbei?' Wenn wir das erreichen, werden wir zwangsläufig oben mitspielen."

Ein Überblick: Das ist der Status quo bei Deutschlands Landesverbänden. Stand: 21. Mai 2020.

<b>Schleswig-Holstein:</b> Ob sie sich bei ihrem Weg auf Glatteis bewegen, wird sich zeigen. Klar ist: Das Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) hat beschlossen, dass die Saison 2019/2020 nicht über den 30. Juni hinaus verlängert werden soll. Stattdessen wird sie ohne weiteren Spielbetrieb auslaufen. Mit anderen Worten: Sie ist abgebrochen worden. Die Entscheidung gibt unseren Vereinen die bestmögliche Planungssicherheit, wird SHFV-Präsident Uwe Döring auf der Homepage des Verbandes zitiert.

 Am 9. Mai entschied das Präsidium schließlich, die Saison mithilfe der Quotientenregel zu werten. Es gibt zwei Auf-, aber keine Absteiger. Sollte eine Mannschaft auf den Aufstieg verzichten, erfolgt keine Weitergabe des Aufstiegsrechts. Die ausstehenden Kreispokalspiele sollen als regionale Qualifikationsrunden vor Beginn der nächsten Saison gespielt werden. Bei den Frauen und Junioren steigen hingegen jeweils nur die Staffelsieger auf, Absteiger gibt es ebenfalls nicht.  Zur Galerie
Schleswig-Holstein: Ob sie sich bei ihrem Weg auf Glatteis bewegen, wird sich zeigen. Klar ist: Das Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) hat beschlossen, dass die Saison 2019/2020 nicht über den 30. Juni hinaus verlängert werden soll. Stattdessen wird sie ohne weiteren Spielbetrieb auslaufen. Mit anderen Worten: Sie ist abgebrochen worden. "Die Entscheidung gibt unseren Vereinen die bestmögliche Planungssicherheit", wird SHFV-Präsident Uwe Döring auf der Homepage des Verbandes zitiert. Am 9. Mai entschied das Präsidium schließlich, die Saison mithilfe der Quotientenregel zu werten. Es gibt zwei Auf-, aber keine Absteiger. Sollte eine Mannschaft auf den Aufstieg verzichten, erfolgt keine Weitergabe des Aufstiegsrechts. Die ausstehenden Kreispokalspiele sollen als regionale Qualifikationsrunden vor Beginn der nächsten Saison gespielt werden. Bei den Frauen und Junioren steigen hingegen jeweils nur die Staffelsieger auf, Absteiger gibt es ebenfalls nicht.  ©

Bislang trifft sich das 96-Team immer mittwochs für 60 bis 90 Minuten zu einer Trainingseinheit im Netz. "Wir planen möglichst bald auf dem kleinen Kunstrasenplatz im Vereinssportzentrum wieder gemeinsam trainieren zu können", sagt Baar, "und hoffen, dass es am Montag wieder losgehen kann."

„Weiterführung ist nicht umsetzbar“

Bleibt die Frage: Wie geht es in der Regionalliga Nord weiter? Dass die Saison 2019/2020 abgebrochen wird, darauf haben sich die zwölf Vereine am 18. Mai mit dem Norddeutschen Fußball-Verband verständigt. „Eine Weiterführung unter den gegebenen Umständen ist für die Liga nicht umsetzbar“, sagte Sabine Mammitzsch, Vorsitzende des Ausschusses für Frauen- und Mädchenfußball. „Wir werden die gemachten Vorschläge jetzt dem Präsidium zur Entscheidung vorlegen und bei einem außerordentlichen NFV-Verbandstag abstimmen lassen.“ Wann der

Aller Voraussicht nach wird die Liga in der neuen Saison, wann auch immer diese beginnen kann, auf 15 Mannschaften aufgestockt. Aber das dürfte 96 nicht stören.