15. Mai 2019 / 17:58 Uhr

Vier Nicht-EU-Ausländer eingesetzt: TSV Bützow droht Punktverlust

Vier Nicht-EU-Ausländer eingesetzt: TSV Bützow droht Punktverlust

Horst Schreiber
Ostsee-Zeitung
TSV-Trainer Helge Marquardt ärgerte sich über die Gegentore seiner Elf.
Helge Marquardt und sein TSV Bützow könnten Punkte abgezogen werden © Johannes Weber
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Der Verbandsligist soll gegen Regularien zum Einsatz von Spielern verstoßen haben. Bützow verweist auf Fehler beim Verband. Sollte das Sportgerichtsverfahren rechtskräftig werden, werden die Spiele gegen Görmin und Förderkader mit 0:3 gewertet.

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Wegen des Einsatzes von vier Nicht-EU-Ausländern könnte Verbandsligist TSV Bützow die sportlich gewonnenen Punkte gegen den SV Görmin (3:0) und FC Förderkader (3:2) am Grünen Tisch wieder verlieren. Derzeit läuft ein Sportgerichtsverfahren, weil der TSV die Regelung von maximal drei Nicht-EU-Ausländern pro Spiel missachtet haben soll. „Das Sportgerichtsverfahren läuft. Der TSV Bützow hat noch bis zum 20. Mai Zeit, Berufung einzulegen", bestätigt Staffelleiter Peter Dluzewski. Sollte die Berufung abgewiesen werden, werden die Spiele mit 0:3 gegen Bützow gewertet.

Konkret geht es um den Einsatz der beiden Brasilianer Lucas Torres Quintanilha Souza und Felipe Tostes Vieira sowie den Japaner Rei Oami und den Syrer Qutaiba Alibrahimi Alsharabi. Tostes Vieira hatte gegen Förderkader noch in der Nachspielzeit den Siegtreffer erzielt. Knifflig ist die Personalie Alsharabis. Der Syrer hat bereits die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt. Zudem wurde er bei seinem Wechsel vom SV Hafen Rostock zum TSV Bützow im Januar diesen Jahres als EU-Spieler beim Landesfußballverband MV (LFV) eingetragen.

„Wir haben uns nach dem ersten Pflichtspiel nach der Winterpause gegen Pastow auch noch einmal telefonisch über den Status von Qutaiba rückversichert. Der Landesfußballverband hat das so bestätigt", erzählt Bützows Trainer Helge Marquardt. Dann habe der LFV das Häkchen doch noch bei „Nicht-EU-Spieler“ gesetzt. „Das muss vor dem Förderkader-Spiel (27. April/Red.) ohne unser Wissen passiert sein. Man hat uns nichts mitgeteilt“, so Marquardt weiter.

Somit sieht der Übungsleiter seinen Verein im Recht. Der TSV wird Berufung gegen das Urteil einlegen. Marquardt: „Für uns sind die Verfahren nicht nachvollziehbar!“

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Normen Richter trifft hier zum 2:3 für den Penzliner SV. Zur Galerie
Normen Richter trifft hier zum 2:3 für den Penzliner SV. ©
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Der TSV wäre auch ohne die sechs Punkte bereits sicher Sechster der Verbandsliga, könnte aber auch nicht mehr nach oben rutschen. Die Marquardt-Truppe schielt aber noch auf die Top 5. Zudem hätte ein rechtskräftiges Urteil Auswirkungen auf den Abstiegskampf. Der SV Görmin wäre mit drei Punkten mehr so gut wie gerettet, Malchin und Stralsund müssten den zweiten Absteiger (neben SV Hanse Neubrandenburg) unter sich ausmachen und im schlimmsten Fall sogar beide absteigen (je nach Abstieg aus 3. Liga und Oberliga).

„Der Dialog von Verbandsseite fehlte. Schade, es ist wieder ein Fall, bei dem der Landesfußballverband nicht einräumen will, dass er einen Fehler gemacht hat“, ist Marquardt enttäuscht.

Hintergrund: Erst kürzlich gab es Ärger mit dem LFV. Der Winter-Transfer von Philipp Meier geriet ins Stocken, weil die Regularien unklar waren. Der abgebende FSV Malchin und der aufnehmende TSV Bützow hätten sich im Fall Meier nach anfänglichem Gezerre doch noch nach Wechselfrist auf einen einvernehmlichen Wechsel zum 31. Januar geeinigt. So beantragten es die Bützower. Der Verband pochte aber darauf, dass diese Einigung schon hätte am letzten Tag des Transferfensters vorliegen müssen. „Das steht aber gar nicht in der Satzung“, weiß Marquardt und ergänzt: „Wir haben mit diesem Fall erst darauf aufmerksam gemacht. Kurioserweise wird der Paragraph jetzt geändert.“ Die Konsequenz: Meier ist erst ab dem 1. Juni für Bützow spielberechtigt.

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