26. Januar 2020 / 08:08 Uhr

Vier Spiele ohne Dreier: Frankfurt ist für RB Leipzig ein hartes Pflaster

Vier Spiele ohne Dreier: Frankfurt ist für RB Leipzig ein hartes Pflaster

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
FRANKFURT AM MAIN, GERMANY - JANUARY 25: (BILD ZEITUNG OUT) Marcel Halstenberg of RB Leipzig, Christopher Nkunku of RB Leipzig and Emil Forsberg of RB Leipzig looks dejected during the Bundesliga match between Eintracht Frankfurt and RB Leipzig at Commerzbank-Arena on January 25, 2020 in Frankfurt am Main, Germany. (Photo by TF-Images/Getty Images)
Deprimierte Gesichter bei den RB-Profis nach der 0:2-Niederlage in Frankfurt. © 2020 TF-Images
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An einer giftig verteidigenden Frankfurter Eintracht hat sich RB Leipzig bei der 0:2-Niederlage die Zähne ausgebissen. Damit wartet der Bundesliga-Tabellenführer weiter auf den ersten Sieg in der Commerzbank-Arena.

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Leipzig. Mit breiter Brust reiste der Tabellenführer nach Frankfurt, mit einer kleinen Schramme auf der Nase kehrten die Profis von RB Leipzig aus Hessen zurück. Nach neun Spielen ohne Niederlage ging die Elf von Julian Nagelsmann am 19. Spieltag der Fußball-Bundesliga wieder mal als Verlierer vom Platz. Ein 0:2 (0:0) stand nach 90 Minuten plus Nachspielzeit auf der Anzeigetafel in der Commerzbank-Arena. Almamy Touré (48.) und Filip Kostic (94.) sorgten für den überraschenden, aber dank der engagierten zweiten Hälfte nicht gänzlich unverdienten Heimsieg der Eintracht. Der Leipziger Vorsprung auf Platz zwei ist nach dem 5:0-Kantersieg der Bayern gegen Schalke 04 damit auf ein Pünktchen geschrumpft.

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RB Leipzig unterliegt bei Eintracht Frankfurt nach einer insgesamt schwachen Vorstellung mit 0:2. Zur Galerie
RB Leipzig unterliegt bei Eintracht Frankfurt nach einer insgesamt schwachen Vorstellung mit 0:2. ©

RB erstmals in der laufenden Saison ohne Torerfolg

Frankfurt ist für RBL ein hartes Pflaster. In vier Versuchen seit dem Bundesliga-Aufstieg gelang dem Herbstmeister noch nie ein Dreier (2:2, 1:2, 1:1, 0:2) in der Mainmetropole. Das lässt für das Aufeinandertreffen in der dritten Runde des DFB-Pokals am 4. Februar eine erneut knappe Begegnung erwarten. Die Elf von Adi Hütter machte es den Gästen in der Defensive extrem schwer, verteidigte die zweiten Bälle aufmerksam, stellte mit der neu formierten Viererkette und zwei auf Absicherung bedachten Flügelspielern (Chandler, Kostic) die Räume geschickt zu und bekam irgendwie fast immer einen Fuß oder Kopf dazwischen, bevor es richtig brenzlig wurde.

„Da brauchen wir nicht darüber reden, dass es in Frankfurt schwer ist, Tore zu schießen“, sagte Konrad Laimer nach Spielende. „Die haben von der ersten bis zur letzten Sekunde wirklich gut verteidigt.“ Verteidiger Marcel Halstenberg sprach von einem „physisch stark agierenden Gegner“. Und Schlussmann Peter Gulacsi ergänzte: „Hier in Frankfurt gegen diese körperliche, robuste Mannschaft kriegen wir nicht viele Chancen. Die hätten wir nutzen sollen.“

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Konrad Laimer: Es sollte heute nicht sein. Das ärgert einen natürlich unfassbar, weil wir sicher nicht die schlechtere Mannschaft waren. Aber in gewissen Situationen hatten wir nicht die Ruhe oder Konzentration, um das gut zu Ende zu spielen. Wir haben uns schwer getan, im letzten Drittel die richtige Entscheidung zu treffen. Zur Galerie
Konrad Laimer: "Es sollte heute nicht sein. Das ärgert einen natürlich unfassbar, weil wir sicher nicht die schlechtere Mannschaft waren. Aber in gewissen Situationen hatten wir nicht die Ruhe oder Konzentration, um das gut zu Ende zu spielen. Wir haben uns schwer getan, im letzten Drittel die richtige Entscheidung zu treffen." ©

Haben sie aber nicht. Die wahrscheinlich beste Gelegenheit vergab Timo Werner mit einem harten, aber zu unplazierten Schuss von der Strafraumgrenze nach sieben Minuten. Gerade in Hälfte eins betrieb Leipzig Chancenwucher. Das wurde bestraft. Das erste Mal in der laufenden Saison blieb die Nagelsmann-Elf ohne Torerfolg, womit die Rekordserie von neun Partien mit mindestens drei erzielten Toren ebenfalls zu Ende ging.

Eintracht-Fans geben Energie

Und da waren ja noch die Fans: Die Westkurve peitschte ihre Elf von Beginn an lautstark nach vorne, hin und wieder unterbrochen von – wenig kreativen – Schmähgesängen Richtung der RB-Profis und Timo Werner. Als die Eintracht in Hälfte zwei mit viel Elan aus der Kabine stürmte und durch Tourés Traumtor in Führung ging, nahmen die Anhänger die Energie auf. Nicht nur das: Sie übertrugen sie zurück auf die Mannschaft, die nun noch mutiger attackierte und noch engagierter zu verteidigen schien. Auch die RB-Profis ließen sich von der Energie des Gegners und seiner Stimmungsmacher beeindrucken. „Nach dem Rückstand war es extrem schwer“, befand Peter Gulacsi. Der Offensivdrang seiner Vorderleute nahm nach der Pause merklich ab.

Frankfurts Coach Adi Hütter war mit der Leistung seiner Männer und dem zweiten Sieg in Folge natürlich hochzufrieden. „Wir haben die Zeit in der Winterpause gut genutzt“, sagte er. „Ich bin stolz auf die Mannschaft, wie taktisch diszipliniert sie auftritt und wie schnell sie die Viererkette verinnerlicht hat.“

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Das lässt für das Rematch am 4. Februar erneut eine enge Kiste erwarten. Zumal die Eintracht durch das unerwartete 2:0 eine gehörige Portion Selbstvertrauen getankt haben dürfte. Umgedreht könnte man aber auch sagen: Irgendwann wird es fallen, das Frankfurter Bollwerk. Und RB-Coach Julian Nagelsmann wird sich ganz sicher etwas Schlaues einfallen lassen, um das schnellstmöglich zu erreichen.