08. Mai 2022 / 21:20 Uhr

Vier Tore für die Champions League: RB Leipzig nach Sieg gegen Augsburg zurück auf Platz vier

Vier Tore für die Champions League: RB Leipzig nach Sieg gegen Augsburg zurück auf Platz vier

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
André Silva bejubelt seinen Treffer zum 1:0. Das Tor war der Brustlöser für RB.
André Silva bejubelt seinen Treffer zum 1:0. Das Tor war der Brustlöser für RB. © Getty Images
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Sie sind zurück auf Platz vier. RB Leipzig braucht gegen den FC Augsburg eine knappe Halbzeit, muss sich reinarbeiten in die Partie. Dann aber fallen die Tore fast schon wie reife Früchte, gewinnen die Sachsen 4:0 (1:0) und haben damit einen Spieltag vor Schluss in Sachen Champions-League-Qualifikation wieder die Nase vorn.

Leipzig. Sie bekommen lange nix gebacken, werfen mit André Silvas 1:0 in der 40. Minute Ballast ab, legen das 2:0 und 3:0 nach (48./57. Christopher Nkunku). Sie spielen sich in einen Rausch, schlagen Augsburg nach einem Elfmeter-Tor von Emil Forsberg 4:0 (64.). Lohn für die Männer von Domenico Tedesco vor 37029 schwer begeisterten Fans: Der Sprung zurück auf Platz vier! Ja, ein beeindruckender Dreier, der von Behauptungswille und großer Klasse zeugt. Ein weiterer Punkt beim finalen Spiel in Bielefeld (Sonnabend, 15.30 Uhr) und die Königsklasse ist erreicht. Möglicherweise geht es auch ohne. Wenn Freiburg in Leverkusen nicht gewinnt.

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Die Ausgangslage hatte sich vorm letzten Spiel des 33. Spieltages zugunsten der Rasenballer verschoben. Weil Union in Freiburg drei Punkte geholt hat, war klar: Wenn RB aus den Spielen gegen Augsburg und in Bielefeld vier oder mehr Punkte holt, blüht nach sechs Erstliga-Spielzeiten die fünfte Champions-League-Teilnahme. Der FC Augsburg wiederum ist vorm Anpfiff gesichert, braucht für den Klassenerhalt keinen Punkt mehr. Tedesco mit vier Änderungen gegenüber dem 1:3 in Glasgow. Marcel Halstenberg, Nordi Mukiele, Emil Forsberg und André Silva erleben den Anpfiff auf dem Rasen.

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Ein sehr versöhnlicher Abschluss: RB Leipzig lässt beim 4:0-Heimerfolg lustlosen Augsburgern keine Chance. Zur Galerie
Ein sehr versöhnlicher Abschluss: RB Leipzig lässt beim 4:0-Heimerfolg lustlosen Augsburgern keine Chance. ©

Peter Gulacsi muss schon nach 16 Sekunden rettend fliegen. Einen Eckball später trifft Daniel Caligiuri das Außennetz. Hallo, wach, RB? Silva versemmelt frei das 1:0. Abseits, besser so. RB muss punkten, der vom Eise befreite FCA möchte den Gastgebern in die Suppe spucken. Hinzu kommt der jüngere Knick im Leipziger Gebälk. Diese ungleiche Lastenverteilung lässt sich zunächst am Spiel ablesen. Der Gast steht und verschiebt fleißig, RB sucht vorerst ohne Risikobereitschaft nach Lösungen. Die Zündschnur des Publikums ist kürzer geworden, das Geraune nach jedem Fehlpass wenig hilfreich. RB-Ass Nkunku wird mehrfach gefoult. Augsburger Motto: Wer will nochmal, wer hat noch nicht?

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Erst in der 35. Minute hat Leipzig nach Silva-Kopfball, der durch den Fünfmeter-Raum eiert, eine halbgare Chance. Gelb für Forsberg, der klar den Ball spielt, passt ins Bild. Der FCA? Findet offensiv nicht nehr statt, kommt kaum noch raus aus dem Klammergriff der langsam, aber sicher sicherer werdenden Vize-Meister. Dann fällt es, das brustlösende 1:0. Der Augsburger Felix Uduokhai legt nach Konrad-Laimer-Vorstoß ungewollt auf Silva vor. Der tanzt einen Gegner aus und trifft aus 17, 75 Metern zur Führung. Schönes und wichtiges Tor. Halbzeit. Ja, hartes Brot. Ja, RB hat nach mattem Beginn das Gebiss gefunden.

Wiederbeginn und sogleich das 2:0. Mukiele, der sein bestes Spiel im RB-Trikot zeigt, spielt Doppelpass mit Forsberg, sprintet aufs Tor zu, kann schießen, passt aber perfekt in die Mitte, wo Nkunku vollendet (48.). Jetzt ist die Königsklasse nah, die Stimmung in der Bude entsprechend. RB ist beseelt und legt das attraktivste Tor der bisherigen Saison nach. Gulacsi spielt mit Sonne im Herzen auf Forsberg, der lässt mit viel Gottvertrauen auf Laimer prallen, der in den Lauf von Mukiele passr. Der Franzose geht ab wie Schmidts Katze, bringt wieder Nkunku in Position. Der beste Spieler dieser Bundesliga-Saison tanzt Keeper Rafal Gikiewicz aus und schiebt zum 3:0 ein (57.).

Kurz danach hat Silva das 4:0 auf dem Fuß. Das fällt nach Foul an Mukiele und Elfmeter-Tor von Forsberg (65.). Der Käse ist gegessen, der eingewechselte Yussuf Poulsen scheitert frei vor Gikiewicz, auch Henrichs scheitert am Torhüter. Tedesco holt Supermann Nkunku vom Platz, Szenen-Applaus. Gulacsi geht vom Platz und ermöglicht dem scheidenden Philipp Tschauner ein beifallumrauschtes Debüt. Dann ist es vorbei. 4:0. RB hat sich nach zwei Niederlagen in der Liga und dem Aus im Europapokal zurückmeldet.