08. Januar 2022 / 17:20 Uhr

Vier Tore gegen Mainz: RB Leipzig ballert sich überzeugend in die Rückrunde

Vier Tore gegen Mainz: RB Leipzig ballert sich überzeugend in die Rückrunde

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Erst VAR, dann Jubel: Dominik Szoboszlai und seine Kollegen feiern das 2:0.
Erst VAR, dann Jubel: Dominik Szoboszlai und seine Kollegen feiern das 2:0. © Getty Images
Anzeige

Das Fußball-Jahr beginnt für RB Leipzig mit einem klaren Erfolg. 4:1 (1:0) gewinnt die Elf von Coach Domenico Tedesco gegen den 1. FSV Mainz 05. Doppelpacker André Silva, Christopher Nkunku und Dominik Szoboszlai sorgen für die Tore.

Leipzig. Auftakt nach Maß für RB Leipzig! Zum Start in die Rückrunde der Bundesliga feierten die durch Corona-Fälle und Verletzungen personell gebeutelten Sachsen am Samstagnachmittag einen überzeugenden 4:1-Sieg (1:0) gegen den 1. FSV Mainz 05. RB rutscht durch den Erfolg auf Tabellenplatz acht vor. Die Hausherren, die einige Zeit brauchten, um sich in die Partie hineinzuarbeiten, agierten auch in schwierigeren Phasen geduldig und konzentriert, zeigten in Halbzeit zwei dann auch Spielwitz und viel individuelle Klasse. Bemerkenswert: In der 86. Minute feierte mit dem 16-jährigen Sidney Raebiger ein RB-Eigengewächs sein Debüt im Oberhaus.

Anzeige

Unangenehmer Auftakt

Zwei wichtige taktische Fragen vor der Partie waren: Welche Offensivformation würde Domenico Tedesco wählen? Und wie würde er das Problem des fehlenden Rechtsverteidigers - Benjamin Henrichs und Nordi Mukiele befinden sich in Corona-Quarantäne - lösen? Die Antworten: Der Coach entschied sich für die Doppelspitze André Silva und Yussuf Poulsen, der sein 150. Bundesligaspiel bestritt. Defensiv agierte eine Dreierkette aus Mohamed Simakan, Willi Orban und Josko Gvardiol. Lukas Klostermann übernahm im Fünfer-Mittelfeld davor die rechte Außenbahn, versah seinen Job unaufgeregt und souverän.

JETZT Durchklicken: Die Bilder zum Spiel!

Sehr souverän: RB Leipzig ist mit einem klaren 4:1-Erfolg gegen den 1. FSV Mainz in die Rückrunde gestartet Zur Galerie
Sehr souverän: RB Leipzig ist mit einem klaren 4:1-Erfolg gegen den 1. FSV Mainz in die Rückrunde gestartet ©

"Wir wussten, dass Mainz immer hoch attackiert", sagte Leipzigs Technischer Direktor Christopher Vivell in der Pause. Tatsächlich legten die Gäste einen bärenstarken Start hin, robust, intensiv, immer dran am ballführenden RB-Mann. Bespielbare Räume für die Hausherren waren zunächst Mangelware. Doch nach gut zehn Minuten nahm der FSV ein wenig den Fuß vom Gaspedal. Die logische Folge: Die Gastgeber wurden stärker. "Für uns ist es wichtig, dass wir den Ball nicht einfach rausschlagen, sondern sie locken. Das sieht manchmal etwas gefährlich aus, aber wir bekommen so Räume", erklärte Vivell. Eine solche Gelegenheit ergab sich in der 20. Minute, als Silva Poulsen freispielte. Der Däne scheiterte zwar, doch der Portugiese bekam den zweiten Ball und zog ab. Alexander Hack klärte - allerdings mit der Hand. Schiri Deniz Aytekin zeigte dem Unglücksraben die rote Karte und auf den Punkt, der VAR fand keinen Grund zur Beanstandung und Silva verwandelte sicher - 1:0 (21.).


Mit einem Mann mehr auf dem Feld ergab sich für RB in der Folge automatisch mehr Platz. Den nutzte die Tedesco-Elf klug, ließ den Ball zirkulieren, immer bemüht die Mainzer Formation auseinander zu ziehen, Lücken zu reißen. Das sah ordentlich aus. Klarste weitere Chancen blieben vor dem Seitenwechsel allerdings aus, auch weil die Mainzer weiter äußerst diszipliniert verteidigten.

Turbulente Viertelstunde nach Wiederbeginn

Zur zweiten Hälfte kam Nkunku für Poulsen. Der Franzose setzte sich sofort in Szene, bediente Dominik Szoboszlai, der zog ab - 2:0. Da waren gerade zwei Minuten gespielt. Der Jubel wurde von Aytekin unterbrochen. Der Unparteiische wollte eine Abseitsposition beim einleitenden Pass von Szoboszlai auf seinen Kollegen gesehen haben. Der Kölner Keller meldete sich. VAR Günter Perl hatte genau hingeschaut und erkannt, dass der Ungar den Ball zwar versucht hatte zu verlängern, es aber eben beim Versuch geblieben war. Das Leder hatte Szoboszlais bestens gegelten Haarschopf nicht berührt. Kein Abseits, Tor, nun endlich Jubel. Da sage noch einer, Haarstyling für Fußballer lohne sich nicht.

Im Vorfeld der Partie hatte Tedesco auf die Frage nach den Mainzer Qualitäten unter anderem geantwortet: "Extrem effektiv." Wie effektiv, bewiesen die Gäste nur wenig später. Denn der erste Torschuss saß. Jae-sung Lee traf zum 2:1-Anschluss (57.). Leipzigs Reaktion? Das 3:1 durch Nkunku nur eine Minute später, der den Ball nicht zu lässig über Keeper Robin Zentner ins Netz chippte. Es war der endgültige Türöffner. Silva setzte mit seinem zweiten Treffer das 4:1 in die Maschen (61.). Kurzzeitig drohte der FSV überrollt zu werden, fing sich dann zwar wieder, konnte dem RB-Spiel aber nicht mehr zu viel entgegensetzen. Bei Tedescos Mannen lief es jetzt wie am Schnürchen, waren lange vermisste Dinge zu sehen wie Spielwitz, Freude und Leichtigkeit. Es brannte nichts mehr an. Gelegenheit also für ein Debüt: Sidney Raebiger ist mit 16 Jahren der jüngste RB-Kicker, der in der Bundesliga ran darf. Und ein Eigengewächs.

Die Statistik zum Spiel:

Leipzig: Gulacsi - Simakan, Orban, Gvardiol - Klostermann (81. Wosz), T. Adams, Kampl, Angelino, Szoboszlai (86. Raebiger) - Poulsen (46. Nkunku), Silva (68. Novoa).

Mainz: Zentner - Widmer, Bell, Hack - Brosinski (64. Nemeth), Stach, Aaron (81. Lucoqui), J.-S. Lee (81. Nebel), Boetius - Onisiwo (81. Papela), Burkardt (64. Barreiro).

Tore: 1:0 Silva (21./FE); 2:0 Szoboszlai (47.); 2:1 Lee (57.); 3:1 Nkunku (58.); 4:1 Silva (61.).