21. Februar 2020 / 22:05 Uhr

Vier Tore in 15 Minuten: Turbine Potsdam verliert in Wolfsburg (mit Galerie)

Vier Tore in 15 Minuten: Turbine Potsdam verliert in Wolfsburg (mit Galerie)

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Die Potsdamerinnen zeigen sich enttäuscht nach der Gelb-Roten Karte von Johanna Elsig.
Zum Haareraufen für Turbines Marie Höbinger: Die Potsdamerinnen schnupperten in Wolfsburg nur kurz an einer Überraschung. © Jan Kuppert
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Frauen-Bundesliga: Turbine Potsdam verliert im Topspiel gegen eiskalte Wölfinnen mit 1:5. Johanna Elsig sieht dabei Gelb-Rot. Vor allem die Anfangsphase hatte es in sich.

Wer am Freitagabend zu spät seinen Platz im Wolfsburger AOK-Stadion einnahm, hatte das Beste schon verpasst. Turbine Potsdam und der Spitzenreiter der Frauenfußball-Bundesliga, Serienmeister VfL Wolfsburg, lieferten sich in der Anfangsviertelstunde ein munteres Scheibenschießen mit insgesamt vier Toren. Eine Überraschung blieb beim 5:1 (3:1)-Erfolg des Favoriten vor 1820 Zuschauern aber aus.

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In Bildern: Der 1. FFC Turbine Potsdam verliert mit 1:5 beim VfL Wolfsburg.

Die Spielerinnen vom 1. FFC Turbine Potsdam schwören sich vor dem Spiel mit einem Mannschaftskreis ein. Zur Galerie
Die Spielerinnen vom 1. FFC Turbine Potsdam schwören sich vor dem Spiel mit einem Mannschaftskreis ein. © Jan Kuppert

Gerade einmal 34 Sekunden war das Spiel alt, als Ewa Pajor flach zum 1:0 einnetzte und dabei Vanessa Fischer, die nach einem leichten Muskelfaserriss ins Turbine-Tor zurückgekehrt war, keine Chance ließ. „Damit war natürlich unser taktisches Konzept früh über den Haufen geworfen“, sagte Turbine-Trainer Matthias Rudolph. Die Potsdamerinnen versteckten sich nach diesem frühen Rückschlag jedoch keineswegs. Verteidigerin Sara Agrez schoss volley über das Wolfsburger Gehäuse (4.).

Doch die Wölfinnen bissen gleich nochmal zu. Ex-Turbine Svenja Huth steckte für Pernille Harder durch und die Top-Torjägerin der Liga (jetzt 21 Saisontreffer) brauchte nur noch einzuschieben (11.). „Das hat die Mannschaft nervös gemacht. Man hat gesehen, dass es ihr noch an Erfahrung fehlt“, so Rudolph. „Insgesamt waren die ersten 20 Minuten sehr schlecht, wir waren immer ein Stück zu weit weg.“

Ein haarsträubender Fehlpass der Turbinen war diesem Tor vorausgegangen – und ein solcher brachte sie auch zurück ins Spiel. Lara Prasnikar nutzte direkt nach Wiederanpfiff den VfL-Lapsus, umkurvte noch die Wolfsburger Torfrau und schob zum 1:2 ein. Doch so schnell, wie die Hoffnung der Potsdamerinnen aufkam, so schnell war sie wieder dahin. Fridolina Rolfö flankte in der 14. Minute vor das Gästetor, wo Alexandra Popp aus kurzer Distanz einköpfte. Die Gastgeberinnen hätten das Ergebnis vor der Pause durchaus noch höher gestalten können. Wenn bei Turbine Potsdam offensiv etwas ging, dann durch die schnelle Anna Gerhardt auf der linken Außenbahn. Dass Johanna Elsig noch vor der Halbzeit nach einem harmlosen Foul und anschließenden Reklamierens Gelb-Rot sah (43.), ließ die Erfolgsaussichten nicht gerade rosiger werden.

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Turbine Potsdam hatte seine beste Szene in einer recht höhepunktarmen zweiten Hälfte, als Nina Ehegötz knapp über das Tor schoss (65.). „In Unterzahl haben wir das über weite Strecken eigentlich gut verteidigt“, bemerkte Matthias Rudolph. „Potsdam hat sich nochmal zusammengerauft“, fügte VfL-Coach Stephan Lerch hinzu. Zsanett Jakabfi (80.) und erneut Ewa Pajor (87.) legten für sein Team trotzdem noch das 4:1 und 5:1 nach.

Turbine Potsdam: Fischer – Siems, Elsig, Agrez, Gerhardt – Ehegötz (78. B. Schmidt), Zadrazil, Höbinger (46. Mesjasz), Graf, Chmielinski (46. Schwalm) – Prasnikar

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