01. Juni 2020 / 22:24 Uhr

Vier Tore und Sieg in Köln: RB Leipzig rückt auf Platz drei vor

Vier Tore und Sieg in Köln: RB Leipzig rückt auf Platz drei vor

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Timo Werner und Christopher Nkunku feiern das Tor zum 3:1.
Timo Werner und Christopher Nkunku feiern das Tor zum 3:1. © Getty Images
Anzeige

Im Kampf um die direkte Qualifikation für die Königsklasse bleibt RB Leipzig im Soll. Allerdings offenbarten die ansonsten souveränen Messestädter beim 4:2-Erfolg (2:1) beim 1. FC Köln immer wieder unerklärliche Sorglosigkeiten in der Abwehr. Timo Werner gelingt nach Abschlag-Vorlage von Keeper Peter Gulacsi ein Traumtor.

Anzeige
Anzeige

Köln. Ein lauer Sommer-Abend in Köln. In der legendären City glühen die Kölsch-Hähne. Und ganz Kölle ist mit den Gedanken beim Effzeh, der in Köln-Müngersdorf den zeitigen Klassenerhalt klar machen will. Gegen Rote Bullen, deren Horn nach dem 2:2 gegen die Hertha auf halbacht hängt. Die Glocken des Kölner Doms hängen hoch, aber die vielen Kölsch-Gebete helfen nicht. RB Leipzig ist besser, bringt seine vielen PS auf den Rasen, gewinnt im Rhein-Energie-Stadion 4:2 (2:1). Patrik Schick, Christopher Nkunku, Timo Werner und Dani Olmo treffen vor einer Handvoll Journalisten und diversen Club-Vertretern, drehen den 0:1-Rückstand, für den Jhon Cordoba gesorgt hat. Athony Modestes 3:2-Anschluss bringt nur kurz Spannung. RB springt auf Platz drei und will diesen am 30. Spieltag mindestens sichern. Am Sonnabend, 15.30 Uhr, daheim gegen den SC Paderborn, der just 1:6 gegen Dortmund verloren hat.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Spiel beim 1. FC Köln

Pflichtaufgabe erfüllt! RB Leipzig setzt in einem von defensiven Sorglosigkeiten geprägten Spiel beim 1. FC Köln mit 4:2 durch. Zur Galerie
Pflichtaufgabe erfüllt! RB Leipzig setzt in einem von defensiven Sorglosigkeiten geprägten Spiel beim 1. FC Köln mit 4:2 durch. ©

RB mit zwei Wechseln. Für den Gelb-Rot-gesperrten Marcel Halstenberg steht Angeliño in der Start-Elf, statt Tyler Adams verteidigt Nordi Mukiele. Kevin Kampl - fast allein zu Haus. Der Mittelfeldstar blieb in Leipzig bei Frau und Kindern. Wenn ein entscheidendes Spiel angestanden hätte, wäre KK 44 trotz eingeklemmtem Nerv aufgelaufen. Motto des 29-Jährigen: „Richtig schmerzfrei werden und dann alle restlichen Spiele machen.“ In der Bundesliga stehen noch fünf an. Für Kampl im Köln-Kader: Nachwuchsmann Tom Krauß, 18, der just seinen Vertrag bis 2025 verlängert hat und ausgeliehen werden soll.

DURCHKLICKEN: Die RB-Elf in Köln in der Einzelkritik

(1) Peter Gulacsi: Fußballerisch nicht so gut wie gewohnt, dann fantastische Vorlage zum 3:1. Note 3. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Fußballerisch nicht so gut wie gewohnt, dann fantastische Vorlage zum 3:1. Note 3. ©

Köln muss auf Mark Uth (muskuläre Probleme) und Sebastiaan Bournauw (Rot-Sperre) verzichten. Das Effzeh-Maskottchen fehlt ebenfalls - Corona-bedingt. Geißbock Hennes IX mümmelt mit Ziegen-Gattin Ilse im Kölner Zoo Karotten. Hennes der Neunte ist unlängst Vater geworden. Das haben Hennes eins bis acht nicht hingekriegt. Nach Halswirbel-Verletzung zurück im Team: Rafael Czichos, Abwehrchef.

Mehr vom SPORTBUZZER

In der vierten Minute muss es schon 1:0 für RB heißen. Weiter Ball von Nkunku auf Mukiele, brillante Vorlage für Werner, der aus fünf Metern an Keeper Timo Horn scheitert. RB hat alles im Griff und kassiert das 0:1. Die linke Abwehrseite hat Ausgang, Elvis Rexhbecaj hat Zeit sich die Elvis-Tolle zu legen, trifft den Innenpfosten, Jhon Cordoba wäscht mit links nach. An einem besonderen Tag lässt Keeper Peter Gulacsi den nicht unbedingt rein. Der 14. Rückstand im 29. Spiel.

RB schüttelt sich und kommt zum Ausgleich. Patrik Schick köpft eine Angeliño-Flanke hoch ins Netz. Mit dem 1:1 hüpfen die Roten Bullen auf Platz drei. Danach muss Cordoba verletzt raus, wird von Anthony Modeste ersetzt. RB lässt Ball und Gegner laufen und trifft. Konrad Laimer gegen drei Kölner erst mit Kraft, dann mit feinem Füßchen, Pass in den Lauf von Nkunku, Lupfer, 2:1 (38.). In der Extra-Zeit füllt nach Angeliño-Solo und Schick-Kopfball fast das 3:1. Halbzeit, RB führt verdient, die Frisur sitzt.

DURCHKLICKEN: Das sagen Spieler und Trainer

Patrik Schick (RB Leipzig): Es war erneut ein schwieriges Spiel heute. Der Start war nicht so, wie wir ihn uns vorgestellt haben. Danach haben wir besser ins Spiel gefunden und hart gekämpft. Mit den drei Punkten sind wir am Ende sehr glücklich. Ich habe vor dem Spiel mit Angelino gesprochen und wir haben bereits an unserem Zusammenspiel gefeilt. Seine Flanke vor meinem Treffer war großartig. Zur Galerie
Patrik Schick (RB Leipzig): "Es war erneut ein schwieriges Spiel heute. Der Start war nicht so, wie wir ihn uns vorgestellt haben. Danach haben wir besser ins Spiel gefunden und hart gekämpft. Mit den drei Punkten sind wir am Ende sehr glücklich. Ich habe vor dem Spiel mit Angelino gesprochen und wir haben bereits an unserem Zusammenspiel gefeilt. Seine Flanke vor meinem Treffer war großartig." ©

Wiederbeginn, das fixe 3:1. Abschlag (!) Gulacsi in den Lauf von Werner. Diesmal siegt Timo gegen Timo - 3:1 (50.). Werners 25. Saisontor. Vorentscheidung? Nein, Sabitzer klärt nur unzureichend, Modeste haut den Ball aus 20 Metern rein (55.). Nur noch 3:2 für RB. Zwei Minuten später schiebt Dani Olmo aus 16 Metern überlegt zum 4:2 ein. Munteres Spielchen. Dann flippt Nagelsmann aus, weil ihm der Schiri einen Vorteil samt RB-Alleingang aufs Tor wegpfeift. „Das ist sooo schlecht!“, schreit Nagelsmann zurecht - und kommt ohne Verwarnung davon. Auch Schiris haben ein (schlechtes) Gewissen. In der 66. Minute haben Werner und Schick das 5:2 auf Kopf/Fuß, in der 78. vergibt Werner. RB gegen Ende vorne und hinten in Geberlaune, Monsieur Modeste hat zweimal das 4:3 auf dem Huf. Dann ist es vorbei, der Zweier-Punkte-Schnitt wieder hergestellt.