08. Oktober 2021 / 21:56 Uhr

Vier-Tore-Vorsprung verspielt, trotzdem gewonnen! Grizzlys siegen in Overtime gegen Augsburg

Vier-Tore-Vorsprung verspielt, trotzdem gewonnen! Grizzlys siegen in Overtime gegen Augsburg

Jürgen Braun und Sven Grosche
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sebastian Furchner und Chris DeSousa von den Grizzlys Wolfsburg feiern das Tor zum 0:1 wŠhrend des Spiels zwischen den Grizzlys Wolfsburg gegen die Augsburger Panther am 08.10.2021 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Florian Pohl/City-Press GmbH)
Jubel bei den Grizzlys: Chris DeSousa r.) traf zum 1:0 und 5:4, am Ende mussten die Grizzlys gegen Augsburg in die Verlängerung, holten sich mit 6:5 zwei Punkte. © City-Press GmbH/Grizzlys Wolfsburg
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Die Grizzlys Wolfsburg machten es im Eishockey-Oberhaus mal richtig spannend, schlugen am Freitag die Augsburger Panther nach 4:0-Führung nur haarscharf - mit 6:5 nach Verlängerung und bleiben Zweiter.

Eishockey-Wahnsinn bei den Grizzlys Wolfsburg. Der Tabellenzweite verspielte am Freitag gegen Augsburg eine 4:0-Führuing, gewann aber nach Verlängerung mit 6:5 (3:0, 1:3, 2:2). Chris DeSousa (2), Gerrit Fauser, Tyler Gaudet, Ryan Button und Julian Melchiori trafen für die Gastgeber. Vor 1850 Zuschauern (Saisonrekord) machten die Grizzlys erneut viel Spaß, weil sie tolle Spielzüge drauf hatten. Und der Spielverlauf sorgte ebenfalls für beste Unterhaltung.

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Nun ist Nijenhuis verletzt

Zwei wieder zurück, dafür ein anderer verletzt. So richtig laufen will es bei den Grizzlys personell weiterhin nicht. Verteidiger Björn Krupp (nach Krankheit) und Außenstürmer Darren Archibald (nach Oberkörperverletzung) waren wie erwartet dabei. Krupp sagte zu seiner Krankheit im Magentasport-Interview: "Ich hatte die üblichen Zwei-Wochenverlauf mit Corona, habe es gut überstanden zum Glück. Ich freue mich wieder dabei zu sein. Ich habe die letzten vier Spiele zu Hause angeschaut, was die Jungs leisten ist Wahnsinn."

Nun hat sich U-23-Angreifer Jan Nijenhuis im Training eine muskuläre Verletzung zugezogen, könnte laut Manager Charly Fliegauf "zwei bis drei Wochen" fehlen. Hinten fehlen weiterhin Steven Raabe (der aber nach Krankheit bereits wieder trainiert), Janik Möser (der nächste Woche zurückerwartet wird) sowie Armin Wurm (Handverletzung) und Jordan Murray (Oberkörperverletzung), die beide noch mehrere Wochen fehlen werden. Durch Krupps Rückkehr konnten die Grizzlys ihre Kopfstärke in der Abwehr auf sechs schrauben, Torjäger Sebastian Furchner blieb hinten, Tyler Gaudet durfte wieder auf der angestammten Center-Position ran, Mittelstürmer Fabio Pfohl, der gegen Straubing sein erstes DEL-Saisonspiel absolviert hatte, ging für ihn nach hinten.

Das Spiel

Das Team von Trainer Mike Stewart legte einen Start nach Maß hin, der auffällige Phil Hungerecker und DeSousa fuhren den Konter, DeSousa zog ab - sein siebtes Saisontor, 1:0. Kurz danach zeigte Spätverpflichtung Tyler Gaudet erstmals seine Offensiv-Qualität für Wolfsburg, zockte mit Garrett Festerling und Toto Rech fast das 2:0 heraus. Von derlei schnellen Passfolgen wird noch zu reden sein. Und von Gaudet.
Die Gäste kämpften sich ins Spiel, Chad Nehring scheiterte an Dustin Strahlmeier, hatten auch in Überzahl kein Glück. Dann hatten die Grizzlys Überzahl, Augsburgs Torwart Olivier Roy verletzte sich, Markus Keller ging rein. Und die Gastgeber, in Unterzahl mit 98 Prozent Erfolgsquote überirdisch, schraubten ihrer in den ersten Wochen mäßigen Powerplay-Bilanz, trafen erneut. Nach schneller Passfolge legte Gaudet für Fauser auf - 2:0. Hungerecker hatte die Strafe mit tollem Solo herausgeholt.

Nun war Augsburg wieder aus dem Rhythmus, die Grizzlys waren Chef auf dem Eis. Ryan Button waren die 29 Minuten Eiszeit gegen Straubing (ein extrem hoher Wert) überhaupt nicht anzumerken, der Verteidiger jagte des öfteren wie das Duracell-Häschen übers Eis. Dass er nach einem schnellen Angriff zum 3:0 abschloss passte zu seiner Vorstellung.

Und dann trifft auch Gaudet...

Wolfsburg legte im zweiten Drittel schnell nach. Erneut lief die Scheibe schnell über Festerling, Dominik Bittner und Rech - zu Gaudet, und der erzielte sein erstes Tor für die Grizzlys. Krupp hatte vor dem zweiten Drittel gewarnt, es sei noch viel Eishockey zu spielen. In der Tat. Augsburg verkürzte durch Colin Campbell, dann kam Bittner in der Ecke zu Fall, vor dem Tor war Platz, TJ Trevelyan hatte keine Mühe - nur noch 4:2. Dan haute Henry Haase mal von der blauen Linie drauf - Strahlmeier sah nichts - 4:3. Die Grizzlys hatten auch noch Momente, aber waren nicht mehr mit dem letzten Biss und der anfänglichen Geradlinigkeit zu Werke gegangen.


Grizzlys Wolfsburg - Augsburger Panther

Szenen vom Eishockeyspiel der Grizzlys Wolfsburg gegen die Augsburger Panther. Zur Galerie
Szenen vom Eishockeyspiel der Grizzlys Wolfsburg gegen die Augsburger Panther. © Grizzlys Wolfsburg / City-Press GmbH, Boris Baschin

Der Wahnsinn geht weiter...

Augsburg hatte Lunte gerochen und dann war es im 41. Versuch fällig. Die Grizzlys kassierten ihr zweites Unterzahl-Tor der Saison - 4:4. Die Grizzlys aber waren nicht geschockt, mit einem schnellen Gegenstoß brachte DeSousa sein Team wieder in Front. Doch die Gäste waren nun auch im Lauf, glichen wieder aus. Die Verlängerung musste entscheiden - und erneut entschied Speed. Wieder einmal waren zwei Wolfsburger zu schnell für Augsburg unterwegs, Melchiori band den Sack zum 6:5 und zu zwei Punkten zu.

Kapitän Sebastian Furchner war unzufrieden: "Aus dem Nichts schießen die zwei Tore und sind wieder im Spiel. Fünf Minuten vor Schluss gehen wir in Führung und haben es nicht über die Zeit gebracht. Da müssen wir lernen, das war der gleiche Weckruf wie gegen Mannheim."

Julina Melchiori sah es ähnlich: "Wir haben sie wieder ins Spiel finden lassen, sie haben uns einen Punkt geklaut, wir hätten drei verdient gehabt, ärgerlich, dass es nur zwei geworden sind, aber wir sind natürlich glücklich, dass wir die haben."

Gerrit Fauser sagte: "Wir haben ein bisschen nachgelassen, ein bisschen nachlassen in der Liga reicht, dass man übel bestraft wird. Wir haben einen Punkt hergeschenkt."

Coach Stewart: „Die Jungs haben gut investiert, aber wir waren diesmal nicht clever. Gegen gute Mannschaften mit Offensivqualität ist das gefährlich. Ich bin happy mit zwei Punkten, aber nicht wie das gelaufen ist, wenn du 4:0 führst, es sollte reichen. Wirklich. Ich bin angefressen.“

Statistik

  • Wolfsburg: Strahlmeier - Button, Melchiori; Bittner, Pfohl; Krupp, Furchner - Machacek, DeSousa, Mingoia; Rech, Gaudet, Festerling; Reichel, Fauser, Archibald; Hungerecker, Busch.
  • Augsburg: Roy - Lamb, Valentine; Rogl, Länger; Graham, Haase; Kharboutli - Payerl, Campbell, Clarke; Nehring, LeBlanc, Puempel; McClure, Stieler, Trevelyan; Saponari, Max Eisenmenger, Magnus Eisenmenger.
  • Schiedsrichter: Hunnius/Rantala.
  • Zuschauer: 1850. - Strafminuten: Wolfsburg 4 / Augsburg 4.
  • Tore: 1:0 (3:13) DeSousa (Button/Hungerecker), 2:0 (14:25) Fauser /Gaudet/Rech - 5:4), 3:0 (17.39) Button (Festerling/Rech), 4:0 (21:47) Gaudet (Rech/Festerling), 4:1 (26:48) Campbell (Lamb/Clarke), 4:2 (33:12) Trevelyan, 4:3 (38:37) Haase (Graham/McClure), 4:4 (43:45) Puempel (McClure - 5:4), 5:4 (54:25) DeSousa (Machacek/Furchner), 5:5 (58:10) Clarke (Haase/Campbell), 6:5 (61:55) Melchiori (Machacek/Gaudet).