05. Februar 2021 / 12:20 Uhr

Viermal zu null? Wolfsburg winkt in Augsburg ein Vereinsrekord

Viermal zu null? Wolfsburg winkt in Augsburg ein Vereinsrekord

Engelbert Hensel, Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Es winkt ein Vereinsrekord: Viermal zu null spielte der VfL in der Bundesliga noch nie.
Es winkt ein Vereinsrekord: Viermal zu null spielte der VfL in der Bundesliga noch nie. © Swen Pförtner/dpa
Anzeige

Der VfL Wolfsburg muss am Samstag beim FC Augsburg ran und greift dort nach einem Vereinsrekord. Um dort zu bestehen, braucht es eine gute Leistung - aber auch eine große Portion Demut, wie Trainer Oliver Glasner betonte.

Anzeige

Jetzt winkt ein Vereinsrekord: Dreimal in Folge spielte der VfL in der Fußball-Bundesliga zuletzt zu null - kassieren die Wolfsburger auch am Samstag (15.30 Uhr) beim FC Augsburg keinen Gegentreffer, wäre das eine neue Bestmarke. Gleichwohl wünscht sich Trainer Oliver Glasner vorm Duell mit dem Tabellen-13. mehr Demut.

Anzeige

2:0 in Mainz, 1:0 in Leverkusen, 3:0 gegen Freiburg - die VfL-Abwehr ist derzeit schwer zu knacken, die Wolfsburger (19 Gegentore) stellen nach RB Leipzig (17) die zweitbeste Defensive der Liga. Im Oberhaus viermal in Folge die Null zu halten, das ist dem VfL in seiner Bundesliga-Geschichte noch nie gelungen. Glasner gibt auf den bevorstehenden Vereinsrekord jedoch wenig. "Das nächste Zu-null-Spiel würde bedeuten, dass wir mindestens einen Punkt haben. Wenn wir treffen, haben wir drei Punkte. Das wäre mir viel wichtiger als ein Vereinsrekord", betont der Österreicher, der sich mit seinem Team bei einem weiteren Erfolg oben richtig festsetzen könnte. Zur Einordnung: Drei Spiele in Serie ohne Gegentor waren den Wolfsburgern zuletzt im Frühjahr der Fastabstiegs-Saison 2017/18 gegeben - 0:0 bei Hertha, 2:0 in Freiburg, 0:0 gegen Augsburg.

Mehr zum VfL Wolfsburg

Jetzt kann Zu-null-Spiel Nummer 4 dazukommen, doch damit das gelingt, müsse die Mannschaft "alle Kräfte mobilisieren", wie Glasner fordert. "Wir wissen, dass es uns der Gegner ziemlich schwer machen wird." Daher betont der Coach, wie wichtig es ist, Siege nicht als selbstverständlich anzusehen, auch wenn es für die Wolfsburger gerade richtig gut läuft. "Ganz wichtig ist, dass wir immer demütig bleiben und nicht denken, wir gewinnen in Augsburg sowieso. Wir müssen dem Gegner Respekt zollen", so der 46-Jährige. Diese Demut habe der Trainer beim 1:0-Pokalsieg am Mittwoch gegen Schalke in der Nachbetrachtung vermisst. "Es war nicht unser bestes Spiel, da sind wir ziemlich selbstkritisch."

Beim VfL dürfe niemand zu keinem Zeitpunkt vergessen, wo der Verein herkomme. Sowohl 2017 als auch 2018 waren die Wolfsburger dem Abstieg nur knapp in der Relegation entgangen. "Jetzt haben wir uns zwar stabilisiert. Aber meine Erfahrung ist, das immer richtig einzuschätzen", sagt Glasner. Dass es gegen Schalke eine eher schwache Leistung gab, habe nichts mit Überheblichkeit zu tun gehabt. "Es war eine durchschnittliche Leistung, es hat gereicht für einen Sieg. Das zeigt auch, wohin wir uns entwickelt haben", sagt Glasner - und weist darauf hin, dass der VfL mittlerweile auch in der Lage sei, Spiele zu gewinnen, wenn das Team mal keine so gute Leistung abliefert.

Mit dem Tabellen-13. FCA habe der VfL nun eine Mannschaft vor der Brust, die über "sehr laufstarke Außen" verfüge. Glasner erwähnte unter anderem den Ex-Wolfsburger Daniel Caligiuri und die Stürmer Florian Niederlechner sowie Michael Gregoritsch und die Halbraum-Spieler André Hahn oder Ruben Vargas. Beides Spieler, "die Tempo und Tiefgang" haben. Und er erwähnte etwa Ex-VfL-Innenverteidiger Felix Uduokhai, der in Wolfsburg nicht die Spielzeit bekam, die er sich erhofft hatte. Glasner: "Sie sind hinten sehr robust, machen das insgesamt taktisch gut und sind laufstark. Das wird eine Challenge für uns, aber die nehmen wir sehr gern an."

Gut: Im Duell mit dem FCA wird aller Voraussicht nach erstmals wieder Jerome Roussillon zumindest im Kader stehen. Der pfeilschnelle Franzose hatte zuletzt wegen Corona gefehlt, ist jetzt aber wieder fit. Wenn im Abschlusstraining am Freitag "alles gut" sei, "dann werde ich ihn mitnehmen". Auch, um Roussillon-Vertreter Paulo Otavio etwas zu entlasten. "Er hat drei Spiele in sechs Tagen gemacht. Und wenn man sich sein Spiel ansieht, ist das immer höchst intensiv. Er hat jedes Mal die meisten Sprints bei uns - das geht irgendwann auf die Muskulatur." Ein kleines Fragezeichen wiederum steht hinter dem Einsatz von Flügelkämpfer Renato Steffen. Glasner: "Bei ihm hat die Muskulatur ein bisschen gezwickt. Aber ich gehe davon aus, dass er zur Verfügung stehen wird."