28. Dezember 2019 / 10:30 Uhr

Kobayashi, Geiger & Co.: Die Favoriten der Vierschanzentournee 2019/20 im Check

Kobayashi, Geiger & Co.: Die Favoriten der Vierschanzentournee 2019/20 im Check

Lars Becker
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kamil Stoch, Ryoyu Kobayashi, Karl Geiger und Co. wollen ab dem 29. Dezember bei der Vierschanzentournee siegen. Der <b>SPORT</b>BUZZER hat den Favoriten-Check.
Kamil Stoch, Ryoyu Kobayashi, Karl Geiger und Co. wollen ab dem 29. Dezember bei der Vierschanzentournee siegen. Der SPORTBUZZER hat den Favoriten-Check. © imago images/Eibner Europa/GEPA pictures/Oliver Lerch/Richter/Montage
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Am Sonntag startet die Vierschanzentournee 2019/20 in Oberstdorf und alle Wintersport-Fans werden ihre Blicke nach Bayern richten. Der SPORTBUZZER hat die besten Springer einem Favoritencheck unterzogen.

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Der japanische Titelverteidiger Ryoyu Kobayashi, Österreich-Hoffnung Stefan Kraft und der polnische Überflieger Kamil Stoch – das sind die drei Topfavoriten bei der 68. Vierschanzentournee. Die deutschen Skisprungfans hoffen auf Karl Geiger. Der Oberstdorfer will am Auftakt-Wochenende in seiner Heimat (Springen am Sonntag, 17 Uhr, ARD und Eurosport) die Grundlage für den ersten deutschen Gesamtsieg seit Sven Hannawalds Triumph vor 18 Jahren legen. Hier die Favoriten im Check.

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Ryoyu Kobayashi (Japan/Siegwahrscheinlichkeit 30 Prozent): Der 23-Jährige geht als größter Sieganwärter in die Tournee. Vergangenen Winter gewann er als dritter Springer nach Sven Hannawald (2001/2002) und Kamil Stoch (2017/2018) alle vier Springen. Aktuell wirkt der Gesamtweltcup-Spitzenreiter nicht so überlegen, er konnte „nur“ zwei der bisherigen sieben Saisonspringen gewinnen. „Auch er ist schlagbar“, sagt Bundestrainer Stefan Horngacher. Trotzdem gilt die Flugtechnik von Kobayashi – Katapultabsprung mit einer perfekten Vorlage im Flug – weiterhin als das Maß der Dinge. Der Japaner selbst antwortet auf die Frage nach dem Tourneefavoriten: „Ich weiß es nicht.“

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2001/2002: Sven Hannawald jubelt mit Bundestrainer Reinhard Hess (r.) und Co-Trainer Wolfgang Steiert. Sein Erfolg bei der Vier-Schanzen-Tournee löste in Deutschland einen Hype ums Skispringen aus... Zur Galerie
2001/2002: Sven Hannawald jubelt mit Bundestrainer Reinhard Hess (r.) und Co-Trainer Wolfgang Steiert. Sein Erfolg bei der Vier-Schanzen-Tournee löste in Deutschland einen Hype ums Skispringen aus... ©

Karl Geiger (Deutschland/20 Prozent): Karl Geiger ist so gut wie nie zuvor in die Weltcupsaison gestartet. In den ersten sieben Springen war er nie schlechter als Siebter und schaffte es dabei zweimal aufs Podest. Trotzdem trauen ihm viele Experten nicht den Tournee-Gesamtsieg zu. Das könnte ein Fehler sein, wie Hannawald glaubt: „Wenn es bei ihm mal klick macht, ist alles möglich. So wie bei der WM.“ Bei den Titelkämpfen vor zehn Monaten auf der Tourneeschanze von Innsbruck sowie in Seefeld gewann Geiger zweimal Teamgold sowie Einzelsilber. Wenn der 26-Jährige in Oberstdorf dem Erfolgsdruck standhält und in Podestnähe springt, „kann etwas Besonderes passieren“, sagt die deutsche Skisprunglegende Martin Schmitt.

Stefan Kraft (Österreich/20 Prozent): Er muss ein Negativerlebnis wegstecken: Beim letzten Weltcupspringen in Engelberg stürzte Stefan Kraft bei der Landung. Dennoch glaubt der Tournee-Gesamtsieger von 2014/2015 fest an seine Chance: „Ich bin noch nie mit so einem großen Selbstbewusstsein zur Tournee gereist.“ Für Kraft spricht, dass er in der Regel in Oberstdorf sehr gut in die Tournee startet. Hier triumphierte er bereits zweimal und landete im Vorjahr auf Platz drei. Und: Der 26-Jährige hat im Sommertraining den „einzigartigen Flugstil von Kobayashi“ so lange trainiert, bis er ihn selbst im Schlaf beherrschte.

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Kamil Stoch (Polen/20 Prozent): Kamil Stoch ist pünktlich wieder in Topform – das hat sein Triumph bei der Generalprobe in Engelberg bewiesen. Ohnehin gilt der 32 Jahre alte Routinier als Meister der Großereignisse. Dafür sprechen neben drei Einzel-Olympiasiegen je zwei WM-Titel und Gesamtweltcup-Triumphe auch seine beiden Gesamtsiege bei der Vierschanzentournee (2016/2017 und 2017/2018). „Wenn Kamil erst mal richtig zu springen anfängt, wird es für die anderen ganz schwer“, weiß Horngacher, der einst als polnischer Chefcoach für viele von Stochs Erfolgen verantwortlich zeichnete. Für Stoch spricht neben seiner Erfahrung auch die Unterstützung von Tausenden Fans, die wieder aus der Heimat zur Tournee reisen werden.

Ein Überraschungssieger (10 Prozent): Der Norweger Daniel Andre Tande dominierte zu Saisonbeginn, kam dann aber nach einer beim Weltcup in Klingenthal erlittenen Verletzung aus dem Tritt. Ihm könnte bei der Tournee genauso ein Comeback gelingen wie dem Slowenen Peter Prevc. Der Tournee-Gesamtsieger von 2015/2016 zeigte zuletzt eine aufsteigende Form und wird wie der Österreicher Philipp Aschenwald als Geheimtipp gehandelt.

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Am 14. Februar 2015 übersprang der Slowene Peter Prevc als erster Sportler überhaupt die 250-Meter-Marke - es sollte nicht der letzte Satz über diese Weite sein. Der SPORTBUZZER präsentiert euch die weitesten Skisprünge aller Zeiten. ©

Ebenfalls eine Überraschung wird dem bislang formschwachen deutschen Dreifach-Weltmeister Markus Eisenbichler zugetraut. Schon im Vorwinter taute er bei der Tournee auf und flog als Gesamtzweiter aufs Podest. Bundestrainer Horngacher zählt ihn mit einem Grinsen zu den Tournee-Sieganwärtern: „Meine Favoriten sind Geiger und Eisenbichler.“