12. Juli 2020 / 14:29 Uhr

Vincent Janelt: "Ich bin mit weinenden Augen aus Eichede weggefahren"

Vincent Janelt: "Ich bin mit weinenden Augen aus Eichede weggefahren"

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Vincent Janelt - hier im energischen Zweikampf gegen Maximilian Grimm vom SV Preußen Reinfeld - wird nicht mehr für den SV Eichede aktiv sein.
Vincent Janelt - hier im energischen Zweikampf gegen Maximilian Grimm vom SV Preußen Reinfeld - wird nicht mehr für den SV Eichede aktiv sein. © Agentur 54°
Anzeige

Der 27-jährige und die "Bravehearts" hatten unterschiedliche Auffassungen über die künftige Ausrichtung. Der Mittelfeldmann bedankt sich für eine tolle Zeit und kann sich ein neues Engagement gut vorstellen.

Anzeige

Vincent Janelt ist nicht mehr Trainer der U17 und kein Spieler mehr der U23 des SV Eichede. Das teilte der Dorfklub überraschend am Freitag um 18.02 Uhr auf seiner Facebook-Seite mit. Als U17-Trainer wird Janelt von seinem bisherigen Co-Trainer Patrick Matysik (23) abgelöst.

Anzeige

Vincent Janelt befürwortet Kombination aus Trainer und Co-Trainer

Die Zusammenarbeit mit Janelt sei im gegenseitigem Einvernehmen beendet worden, heißt es in der Pressemitteilung. Grund seien unterschiedliche Auffassungen im Hinblick auf künftige personelle Ausrichtungen. „Alle Beteiligten mussten in den vergangenen Tagen feststellen, dass eine gemeinsame Linie mit dem Verein fehlt“, sagte Vereinsvorsitzender Olaf Gehrken. Aus welchem genauen Grund der 27-Jährige an der Matthias-Claudius-Straße nach sechs Jahren aufhört, bleibt in der Mitteilung allerdings ungeklärt. „Olaf hat mir mitgeteilt, dass Patrick und ich ab sofort als gleichberechtigtes Trainerduo agieren“, sagt Janelt auf Nachfrage, „das war für mich aber keine Variante, was mit Patrick überhaupt nichts zu tun hat. Für mich muss es im Fußball einen Cheftrainer und einen Co-Trainer geben. Was nicht heißen soll, dass man einem Co-Trainer keine Verantwortung überträgt. Doch einer muss den Hut aufhaben.“

Mehr News aus der LN-Region

Extrem überrascht über das Ende beim SV Eichede

Im März habe Janelt noch einen neuen Vertrag bis 30. Juni 2021 als Coach unterschrieben. Auch danach sei keine Rede von einer Doppelspitze gewesen. Erst zwei Wochen vor dem Vorbereitungsstart wurde er von dieser Variante laut eigener Aussage völlig überrascht. „Für mich gab es keine andere Möglichkeit. Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein direkter und offener Mensch bin.“ Der 27-Jährige sei enttäuscht, dass sich die Wege auf diese Art und Weise trennen. „Das ist ein blödes Ende und war nie meine Absicht, dass das so passiert. Mir ist es sehr schwer gefallen. Doch ich bin halt ein konsequenter Mensch. Ich bin am Donnerstag mit weinenden Augen aus Eichede weggefahren“, berichtet er.

Regionalliga und DFB-Pokal gegen den 1. FC Kaiserslautern

In den letzten zwei Tagen stand sein Telefon nicht mehr still. „Ich habe bestimmt über 200 Nachrichten von Spielern, Freunden, Eltern oder Leuten aus dem Verein erhalten. Alle waren überrascht und verwundert“, meint er. Der SV Eichede war für ihn eine Herzensangelegenheit, wie er gegenüber dem LN-Sportbuzzer betont. Der zentrale Mittelfeldspieler wechselte 2014 vom SSC Hagen Ahrensburg zu den „Bravehearts“ und absolvierte über 150 Pflichtspiele für den Dorfklub. Zu den Highlights gehören die Regionalliga-Saison 2016/2017 und der Einsatz im DFB-Pokal gegen den damaligen Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern (0:4). Parallel stieg er vor fünf Jahren als Jugendtrainer bei den Rot-Weißen ein. Erst als Co-Trainer, ab der Saison 2017/18 als Cheftrainer der U17-Elf.

"Geile Erfolge" mit dem SV Eichede

Janelt war fast jeden Tag im Ernst-Wagener-Stadion anzutreffen. „Ich habe so viel Zeit für diesen Verein investiert und tolle Menschen kennengelernt. Ich hatte zu allen ein super Verhältnis. Ich war immer sehr glücklich in Eichede und habe geile Erfolge mit dem Klub gefeiert. Die Zeit möchte ich nicht missen“, erzählt er und ergänzt: „Beide Seiten haben andere Ansichten. Das ist dann so.“ Janelt bedankt sich bei Gehrken ausdrücklich für das ihm in den letzten Jahren entgegengebrachte Vertrauen und Wertschätzung. Gefreut hat er sich, dass sich der Verein einen Tag nach der bekanntgewordenen Trennung „für seinen Einsatz und sein vieles Engagement“ via Facebook bedankt hat.

Rolf Heickmann engagiert sich seit 67 Jahren bei Preußen Reinfeld. Bilder aus dieser Zeit:

Rolf Heickmann mit seinen Preußen im Jahr 1976. Zur Galerie
Rolf Heickmann mit seinen Preußen im Jahr 1976. ©

Janelt nun "für alles offen"

Und wie geht’s jetzt beim B-Lizenz-Inhaber, der in Bargfeld-Stegen wohnt und in Reinfeld als Operativer Einkäufer arbeitet, weiter? „Wer mich kennt, weiß auch, dass ich ohne Fußball nicht kann. Ich bin für alles offen, ob als Spieler oder Trainer. Vielleicht öffnet sich eine andere Tür“, hofft er.