11. Juni 2021 / 18:11 Uhr

Freiburg-Profi Vincenzo Grifo vor Italien-Auftakt bei der EM: Das macht die "Squadra Azzurra" so besonders

Freiburg-Profi Vincenzo Grifo vor Italien-Auftakt bei der EM: Das macht die "Squadra Azzurra" so besonders

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Vincenzo Grifo vom SC Freiburg spricht über die italienische Nationalmannschaft und deren Ambitionen bei der EM.
Vincenzo Grifo vom SC Freiburg spricht über die italienische Nationalmannschaft und deren Ambitionen bei der EM. © Getty Images/IMAGO/AFLOSPORT (Montage)
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Italien wartet bereits seit über 50 Jahren auf einen EM-Titel. Vor dem Turnier-Start gegen die Türkei am Freitagabend spricht Freiburg-Profi Vincenzo Grifo, der es nicht in den endgültigen Kader geschafft hat, gegenüber dem SPORTBUZZER über das italienische Team, die starke Verfassung und die Gruppengegner.

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Titelkandidat trifft auf Geheimfavorit: Mit dem Duell zwischen Italien und der Türkei startet die Europameisterschaft an diesem Freitag in Rom (21 Uhr, ARD und Magenta TV). Die „Squadra Azzurra“ geht mit der Superserie von 25 ungeschlagenen Partien in Folge in das Turnier. Und Rekordtrainer Roberto Mancini erklärt das Endspiel im Wembley-Stadion als klares Ziel.

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„Der Titel könnte eine Wiedergeburt für den Fußball und für das ganze Land sein“, sagte Mancini. Die letzte Niederlage kassierte die italienische Auswahl im September 2018 gegen Portugal. Coach Mancini ist der Vater des Erfolgs und gleichzeitig schon jetzt gemessen am Punkteschnitt der erfolgreichste Trainer der italienischen Fußballgeschichte. Er sorgte für die Wiederauferstehung der Italiener nach der verpassten WM 2018. Der 56-Jährige brachte dem Team Selbstvertrauen zurück und holte zahlreiche Talente wie kürzlich erst die nachnominierten Manuel Locatelli (23) und Gaetano Castrovilli (24).

Eine große Berühmtheit verzeichnen die Italiener bei dieser EM nicht im Team. Die aktuelle „Squadra Azzurra“ funktioniert auch ohne Megastars. „Das Team verdient die Bezeichnung Mannschaft. Als mich als Neuling Giorgio Chiellini und Leonardo Bonucci mit Küsschen und Umarmung begrüßt und wir sofort gequatscht haben, wusste ich, dass ich zur Familie dazugehöre. Mit diesem Spirit fahren wir zur Europameisterschaft, und ich hoffe, dass er uns weit trägt“, sagte Vincenzo Grifo im Gespräch mit dem Redaktions-Netzwerk Deutschland (RND).



Mancini strich Grifo kurz vor der EM aus dem Kader

Der Bundesligaprofi des SC Freiburg zählte zum vorläufigen Aufgebot, wurde erst kurz vor der EM von Mancini aus dem Kader gestrichen. Und so bestreiten die Italiener ihre drei Vorrundenspiele in Rom ohne Grifo – dafür aber mit den Abwehrroutiniers Leonardo Bonucci (34) und Kapitän Giorgio Chiellini (36) vor dem jungen Keeper Gianluigi Donnarumma (22). „Ich glaube schon, dass wir eine Turniermannschaft sind, die auch im Verlauf der EM immer noch eine Schippe drauflegen kann“, erklärt Grifo.

Italien träumt wieder von mehr. Der einzige EM-Titel liegt 53 Jahre zurück. Mancini und Co. gehen die nächste Turnierherausforderung selbstbewusst an, Fans und Medien träumen wieder von „magischen Nächten“. Vor allem die Rückkehr von rund 16­ 000 Fans ins Olympiastadion beflügelt die Titelträume. Große Partys stehen in Rom aber nicht an – die nächtliche Ausgangssperre beginnt aktuell ab Mitternacht. Doch gibt es einen Grund zum Feiern am Freitagabend?

Italien für Hertha-Geschäftsführer Bobic der Geheimfavorit auf den Titel

Auf die „Squadra Azzurra“ wartet im Eröffnungsspiel eine unangenehme Aufgabe. Die Türkei ist nicht nur der Geheimfavorit von Ex-Nationalspieler Fredi Bobic. „Sie haben eine richtig interessante Mannschaft, die komplette Abwehr spielt in der Premier League“, sagte der neue Geschäftsführer von Hertha BSC im Interview von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten.

Für Grifo ist klar, dass sich Italien in dieser Gruppe in „der Rolle des Favoriten“ befindet. „Die Türkei dürfte mit viel Euphorie ins Turnier gehen, die Schweiz bringt viel Bundesliga-Erfahrung aufs Feld und Wales schätze ich als ganz unangenehm zu bespielenden Gegner ein. Es ist aber unser Anspruch, dass wir uns da durchsetzen“, betonte er. Eine Hiobsbotschaft erreichte die Italiener kurz vor dem Eröffnungsspiel. Lorenzo Pellegrini verletzte sich im Training und reiste aus dem Teamhotel ab. Florenz-Profi Gaetano Castrovilli wurde nachnominiert.