14. September 2020 / 15:29 Uhr

Virtueller Duderstädter Sparkassenlauf: 745 Starter schaffen mehr als 8000 Kilometer

Virtueller Duderstädter Sparkassenlauf: 745 Starter schaffen mehr als 8000 Kilometer

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Oliver Helmboldt hat von Albanien aus 55 Kilometer zum virtuellen Duderstädter Sparkassenlauf beigesteuert.
Oliver Helmboldt hat von Albanien aus 55 Kilometer zum virtuellen Duderstädter Sparkassenlauf beigesteuert. © R
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Die LG Eichsfeld hat ihre Wette gewonnen und bittet die Sponsoren, die sich alljährlich beim Duderstädter Sparkassenlauf engagieren zur Kasse. 745 Starter sind bei der virtuellen Variante des Events mehr als 8000 Kilometer an zwei Tagen gelaufen – 3000 waren ursprünglich das Ziel.

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Natürlich wäre den Organisatoren des Duderstädter Sparkassenlaufes eine volle Marktstraße an einem Freitagabend im September lieber gewesen... Aber Krisenzeiten erfordern besondere Bedingungen. Wegen der Corona-Pandemie hatten die Organisatoren die 20. Auflage des Duderstädter Sparkassenlaufes schon frühzeitig abgesagt und sich nur wenig später für eine virtuelle Variante entschieden. Diese hat am vergangenen Wochenende alle Erwartungen übertroffen.

745 Teilnehmer haben sich online registrieren lassen, um möglichst viele Kilometer für den guten Zweck zu laufen. Die LG Eichsfeld hatte mit den Sponsoren gewettet, dass sie es schafft, die Läufergemeinde zu motivieren binnen 48 Stunden 3000 Kilometer zu laufen. „Anfangs haben wir auf 3000 Kilometer gehofft, angesichts der Meldezahlen haben wir dann mit etwa 6000 Kilometern kalkuliert. Dass es nun aber schon 8260 Kilometer geworden sind – damit hatten wir nicht gerechnet“, sagt Hartmut Hublitz vom Organisationsteam der LG Eichsfeld. Und das war am Montagvormittag noch nicht die endgültige Zahl, bis 23.59 Uhr hatten die 80 Läufer, die sich bis dahin noch nicht gemeldet hatten, am Montag noch Zeit, ihre Laufkilometer zu übermitteln.

Viele laufen die Marathondistanz

Die ersten Ergebnisse seien bereits am Sonnabendvormittag eingegangen, die meisten aber erst am Sonntagnachmittag. „Viele sind an beiden Tagen gelaufen“, weiß Hublitz. Es seien eine Menge Läufer dabei, die die Marathondistanz gemeldet hätten.

Fleißigster Teilnehmer war Reinhard Willeke, der es auf 105 Kilometer brachte. Etwa 14 Stunden war der 65-Jährige am Sonnabend von Duderstadt über Brochthausen, Rhumspringe, Herzberg, Hattorf, Wulften und zurück nach Duderstadt für 70,3 Kilometer unterwegs. Die „kleine Runde“, wie es der erfahrene Langstrecken-Geher nennt, betrug am Sonntag rund um den Seeburger See 35 Kilometer. In Gieboldehausen engagiert sich Willeke in der Nachwuchsarbeit der LG Eichsfeld. „Da kümmere ich mich dann aber um alle leichtathletischen Disziplinen, da wird nicht gewandert“, sagt der Rentner lachend.

2300 Höhenmeter in Albanien

Auch die in Duderstadt ansässige Bundespolizei – alljährlich Stammkunde beim Sparkassenlauf – war mit 50 Läufern am Start. Zu ihnen gehörte Oliver Helmboldt, der zurzeit in Albanien tätig ist. Er steuerte 55 Kilometer bei und schonte sich dabei nicht. Auf seinen Strecken absolvierte er auch noch 2300 Höhenmeter. Erst seit etwa einer Woche ist der Bad Lauterberger in Korca, nahe der albanisch-griechischen Grenze stationiert. Zwei Monate wird er dort bleiben. Gelaufen ist er neben seiner Dienstzeit am ersten Tag 32,5 Kilometer mit 1350 Höhenmetern, einen Tag später waren es noch einmal 22,5 Kilometer mit 950 Höhenmetern. „An beiden Tagen waren es mehr als 30 Grad und die Laufstrecke hatte keine Schattenpassagen“, berichtet Helmboldt, der für seinen Heimatverein LSKW auch Wettkämpfe bestreitet.

Vordere Platzierungen bei der Brocken-Challenge (3.), beim Rennsteig-Lauf (5.) oder Zugspitz Ultra Trail (10.) zeigen, dass er nicht nur lange Distanzen gewohnt ist, sondern auch die dazu gehörenden Höhenmeter. Den Harzer Hexenstieg von Osterode nach Thale ist der 39-Jährige Anfang Juli unter neun Stunden (8:59 Std.) gelaufen, so schnell war vor ihm noch keiner. Im kommenden Jahr hofft er, sich in Frankfurt für den Iron Man-Triathlon auf Hawaii qualifizieren zu können.

Etwa 7000 Euro als Spende an drei Institutionen

Alle bisherigen Hauptsponsoren hatten sich im Vorfeld bereit erklärt, in den Spendentopf einzuzahlen. 4000 Euro waren schnell zusammen gekommen. Die Sparkasse Duderstadt, Daume Karriere, KukPhysio, Laufline Göttingen, EEW Duderstadt, Skoda Goldmann, Stadt Duderstadt und Scheithauer-Reisen hatten Beträge zugesagt, am Tag nach dem virtuellen Lauf-Wochenende kündigte auch die Duderstädter Rezeptprüfstelle eine größere Spende an.

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Kleinere Beträge waren von privaten Spendern zusätzlich eingegangen. Dazu gehörten auch die beiden LGE-Leichtathletinnen Kira Lages und Amelie Waida, die für ihr Zuschauerticket bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig eine Rückerstattung erhalten hatten und diese gespendet haben. Das Startgeld aller Teilnehmer (mehr als 1400 Euro) wandert auch in den Spendentopf. „Ich rechne mit etwa 7000 Euro, die wir dem Roten Kreuz Kreisverband Duderstadt, der Lebenshilfe Duderstadt und dem Elternhaus für das krebskranke Kind in Göttingen übergeben können“, sagt Hublitz.