14. Januar 2022 / 15:40 Uhr

Virtueller Sachsenpokal: Kicker vom Blau-Weiß Bennewitz setzt auf die Kraft der Pantoffeln

Virtueller Sachsenpokal: Kicker vom Blau-Weiß Bennewitz setzt auf die Kraft der Pantoffeln

Marc Bohländer
Leipziger Volkszeitung
Beherrscht das Fußballspiel auf dem Rasen und der Konsole: Robert Franke von Blau-Weiss Bennewitz. 
Beherrscht das Fußballspiel auf dem Rasen und der Konsole: Robert Franke von Blau-Weiss Bennewitz.  © Privat
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Aktuell bewegt sich im Sport coronabedingt noch nicht viel. Erst seit Freitag ist Mannschaftstraining im Freistaat wieder möglich. Da kommt die kürzlich gestartete E-Sport-Verbandstrophy des Sächsischen Fußballverbandes gerade recht.

Leipzig. Wie schon im vergangenen Winter wird auf der Spielkonsole Playstation 4 „FIFA“ gedaddelt – die Referenz unter den Fußballsimulationen. Mittendrin statt nur dabei sind auch viele Sportler aus der Region, die ansonsten im echten Leben gegen den Ball treten.

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Fertigkeiten unter Beweis gestellt

Da ja aber erst seit kurzem wieder trainiert werden darf und der Spielbetrieb noch ruht, suchen einige Zerstreuung im Virtuellen. So wie Robert Franke. Der Kicker von Kreisoberligist Blau-Weiss Bennewitz ist passionierter Zocker, spielt seit vielen Jahren „FIFA“ und war gleich Feuer und Flamme, als er den Aufruf online erspähte. „Für mich ist ’FIFA’ ein Ausgleich. Wenn zuhause alle schlafen, werfe ich die Konsole an“, erzählt Franke. „Und draußen kann man momentan ja eh nicht viel machen.“

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In der ersten Runde stellte der Bennewitzer gleich mal seine Fertigkeiten unter Beweis, watschte seinen Gegner vom Radeberger SV mit 9:1 ab. „Ich habe recht schnell gemerkt, dass das eine eindeutige Sache wird, auf Pressing gestellt und ihn konsequent zugelaufen. Damit kommen unerfahrene Spieler oft nicht gut zurecht.“ Eindeutig kniffliger wurde es für Franke im Sechzehntel-Finale, dort wartete der Vertreter des Chemnitzer FC. „Ich habe schon mal auf das Profil geillert, das ist eine andere Hausnummer“, so Franke. Da sollte er Recht behalten – gegen den CFC-Konsolero war beim 1:10 einfach kein Kraut gewachsen.


Frankes Bennewitzer Teamkollege Tom Wagner ließ es in Runde eins auch ordentlich krachen, fegte seinen Gegner vom VfB Halsbrücke mit sage und schreibe 17:0 aus dem Äther. Allerdings war auch hier in der nächsten Runde Endstation – nach einem großen Kampf (5:6) gegen einen der Titelanwärter im Feld. Oberligist FC Grimma trat gleich mit einem Septett an und zog mit sechs Teilnehmern in Runde zwei ein– mittlerweile hat sich die Spreu vom Weizen getrennt.

Ass im Ärmel

Zum absoluten Favoritenkreis zählen in diesem Jahr die E-Sportler Marcel Gramann vom FSV Zwickau sowie Lena Güldenpfennig und Ben Kettenbeil (beide RB Leipzig). Der Titelverteidiger hatte sich in der ersten Runde mit 17:1 gegen Dominic Gramsch vom SV Aufbau Waldheim warmgeballert und in Runde zwei ein 14:2 gegen einen Krostitzer nachgelegt.

Im Modus der SFV-Throphy (de facto handelt es such dabei um den Landespokal im E-Sport) wird übrigens mit einem Kniff für Chancengleichheit gesorgt – alle virtuellen Spieler haben Stärke 90. Somit kommt also einzig und allein die Leistung der Teilnehmer in die Spur, da alle die gleichen Voraussetzungen haben. Darüber hinaus hat man aber die Wahl zwischen allen Mannschaften der 1. und 2. Bundesliga, sowie der 3. Liga. Franke bevorzugt Borussia Dortmund.

In der ersten Runde erwies sich die Truppe aus dem Ruhrpott als Glücksbringer für den Bennewitzer, der allerdings noch ein weiteres Ass im Ärmel hat – seine Pantoffeln. „Die trage ich immer zuhause, bis jetzt haben sie mir Glück gebracht.“ Inzwischen kann Franke sie auch zwischendurch wieder gegen Stollenschuhe eintauschen. Das hindert ihn freilich nicht daran, seinen Gegnern weiter auf der Playstation die Bälle um die Ohren zu ballern – wenn alle anderen schlafen.