13. Januar 2021 / 16:33 Uhr

Vitaly Janelt im Interview über seinen Blitzstart in der zweiten englischen Liga und die Aufstiegsambitionen

Vitaly Janelt im Interview über seinen Blitzstart in der zweiten englischen Liga und die Aufstiegsambitionen

Lisa Wittmaier
Lübecker Nachrichten
Vitaly Janelt etablierte sich direkt nach seinem Wechsel in der Startelf der Brentforder und hat noch einiges mit seinem neuen Klub vor.
Vitaly Janelt etablierte sich direkt nach seinem Wechsel in der Startelf der Brentforder und hat noch einiges mit seinem neuen Klub vor. © privat/hfr
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Der 22-Jährige stand dem LN-Sportbuzzer exklusiv zum Interview zur Verfügung und sprach dabei unter anderem von den Pokalpartien gegen die beiden Erstligisten Newcastle United und Tottenham Hotspurs und seinen Zielen mit FC Brentford.

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Vitaly Janelt, Bruder des Ex-Eicheders Vincent Janelt, wechselte im Oktober 2020 vom VfL Bochum in die zweite englische Liga zum FC Brentford. Startelfeinsätze sind seit dem Wechsel des 22-jährigen gebürtigen Hamburgers keine Seltenheit. Insgesamt wurde der sechsfache deutsche U21-Nationalspieler in der Championship bislang 18-mal eingesetzt, davon in 14 Spielen von Beginn an und durfte zusätzlich auch in den Pokalspielen gegen die englischen Erstligisten Tottenham Hotspurs und Newcastle United in der ersten Elf auflaufen.

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Nachdem der Mittelfeldspieler seine ersten Schritte mit Fußballschuhen beim Bargfelder SV und SSC Hagen Ahrensburg gemacht hat, wechselte er in die Jugendabteilungen vom Hamburger SV (2010-2014) und RB Leipzig (2014-2016). Anschließend gelang Vitaly Janelt, der in einer fußballbegeisterten Familien aufgewachsen ist, der Sprung ins Profigeschäft. Nach vier Jahren bei RB Leipzig und VfL Bochum wechselte er in das Mutterland des Fußballs. Gegenüber dem LN-Sportbuzzer erzählt er von seinen ersten Erfahrungen in der englischen Liga, den Unterschieden zwischen dem Fußball in Deutschland und England, die Aufstiegsambitionen des derzeitigen Tabellenvierten und wie sehr die Pandemie das Leben in Groß Britannien beeinflusst.

Mehr von den Janelt-Brüdern

Vitaly, du bist im Oktober vom VfL Bochum zum FC Brentford gewechselt und hast direkt einen Vierjahresvertrag unterschrieben. Was hat dich dazu bewegt nach England zu wechseln und warst du dir direkt sicher, dass dir die englische Liga gefällt, sodass du einen so langen Vertrag unterschrieben hast?

Für mich ist die englische Liga, ganz klar die beste Liga der Welt. Somit war es für mich relativ klar und einfach einen langfristigen Vertrag dort zu unterschrieben.

Sportlich läuft es bei dir sehr gut. Bist du selbst mit den Einsatzzeiten und deiner Leistung zufrieden?

Aktuell bin ich sehr zufrieden mit meiner Leistung und den Einsatzzeiten. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich so schnell ins Team etabliere.

Wo liegen die Unterschieden zwischen der 2. Bundesliga und der zweiten Englischen Liga?

Der Unterschied für mich liegt darin, dass die zweite Liga in England körperlich einem mehr abverlangt und die individuelle Klasse der Spielern in meinen Augen besser ist.

Im Pokal durftet ihr jeweils gegen einen Erstligisten antreten. Newcastle United habt ihr mit 1:0 geschlagen, gegen Tottenham Hotspurs unterlagt ihr im Halbfinale mit 0:2. In beiden Spielen durftest du von Beginn an spielen. Wie hast du die Partien empfunden? Wie groß siehst du den Klassenunterschied zwischen den beiden Ligen?

Gegen New Castle waren wir auf Augenhöhe und haben uns im zweiten Durchgang mit dem Siegtreffer belohnt, was auch nicht unverdient war. Gegen Tottenham hat man direkt die gegnerische individuelle Klasse gesehen. Wir haben zwei Fehler gemacht, die sofort bestraft wurde. Außerdem wurde uns vor dem zweiten Treffer leider ein Abseitstor per VAR (Video Assistant Referee) ab erkannt. Hätte dieser Treffer gezählt, wäre die Partie eng geworden, da wir gut im Spiel waren und dies der Ausgleichstreffer gewesen wäre.

Welche Station/welcher Verein hat dich in deiner bisherigen noch jungen Karriere am meisten geprägt?

Ich kann mich nicht auf einen Verein festlegen, überall konnte ich viele Erfahrungen sammeln. Dazu zählen sowohl positive, als auch negative Erfahrungen.

Der Wechsel nach England hat auch im privaten Bereich für eine große Veränderung gesorgt. Wie hast du dich eingelebt und konntest du das Hotelleben schon beenden?

Ich habe mich privat sehr gut eingelebt. Anfangs habe ich in einem Hotel übernachtet und zeitgleich nach einer Wohnung Ausschau gehalten. Nach zwei Monaten bin ich aus dem Hotel gezogen und habe in Brentford, im westen Londons ein Apartment gefunden, welches sich unmittelbar in der Nähe unseres Stadions befindet.


Aufgrund der Corona-Pandemie, dem Austritt Groß Britanniens aus der EU und dem sehr engen Spielplan sind Besuche bei deiner Familie bestimmt schwer einzuplanen. Warst du seit deinem Wechsel schon wieder in Deutschland?

Seit dem Wechsel hatte ich leider aufgrund der Corona-Pandemie nicht die Möglichkeit nach Deutschland zu reisen. Zumal die Situation hier vor Ort noch zugespitzter ist. Dies hat zur Folge, dass ein Lockdown bis zum 31.03.2021 verordnet wurde. Andererseits könnte ich auch aufgrund des engen Spielplans kaum Zeit auffinden auszureisen. In der einen Woche, die wir seit meinem Wechsel frei bekommen haben, war es auch vom Verein nicht erlaubt auszureisen. Klar vermisse ich meine Familie aber Besuche sind aktuell kaum möglich, da das Land und auch besonders London betroffen ist vom Virus.

England ist deutlich schwerer von der Pandemie betroffen als Deutschland, wo das Leben gefühlt schon stillt steht. Wie sehr beeinflusst die Corona-Pandemie den privaten Alltag in England?

Aktuell ist es eher still hier. Die Straßen sind leer. Bis auf Supermärkte und Restaurants hat hier alles zu, wobei man Essen nur abholen oder liefern lassen kann.

Was hast du dir für das Jahr aus sportlicher Perspektive vorgenommen?

Für mich persönlich steht im Fokus, so viele Einsatzminuten, wie möglich zu sammeln. Dadurch, dass wir hier sehr viele Spiele in der Liga (46) haben ist es automatisch gegeben viele Spiele machen zu können. Hinzu kommen die jeweiligen Pokalwettbewerbe (FA Cup, Carabao Cup), wo wir es beim Carabao Cup bis zum Halbfinale und bei dem FA Cup vorerst bis zur 4. Runde gekommen sind. Seitdem ich hier bin habe ich kein Spiel verpasst. Unser Ziel für dieses Jahr ist ganz klar in die Premier League aufzusteigen.

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg im Kampf um den Aufstieg. Bleib gesund!