21. Dezember 2022 / 17:40 Uhr

Vom Hoffenheim-Videoanalysten zum Chelsea-Transferboss: Das ist Haaland-Entdecker Christopher Vivell

Vom Hoffenheim-Videoanalysten zum Chelsea-Transferboss: Das ist Haaland-Entdecker Christopher Vivell

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Leipzigs Christopher Vivell Technischer Direktor. Fussball Europa League, Viertelfinale Rueckspiel: Atalanta Bergamo - RB Leipzig 0:2. 14. April 2022: Bergamo Italien. Atalanta Bergamo - RB Leipzig 0:2 *** Leipzigs Christopher Vivell Technical Director Football Europa League, quarterfinals second leg Atalanta Bergamo RB Leipzig 0 2 14 April 2022 Bergamo Italy Atalanta Bergamo RB Leipzig 0 2
Leipzigs Christopher Vivell Technischer Direktor. Fussball Europa League, Viertelfinale Rueckspiel: Atalanta Bergamo - RB Leipzig 0:2. 14. April 2022: Bergamo Italien. Atalanta Bergamo - RB Leipzig 0:2 *** Leipzigs Christopher Vivell Technical Director Football Europa League, quarterfinals second leg Atalanta Bergamo RB Leipzig 0 2 14 April 2022 Bergamo Italy Atalanta Bergamo RB Leipzig 0 2 © IMAGO/motivio
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Christopher Vivell macht den nächsten großen Schritt in seiner Karriere. Der erst 36-Jährige übernimmt nach Stationen bei der TSG Hoffenheim, RB Salzburg und RB Leipzig den Job des Technischen Direktors beim FC Chelsea. Wer ist der Mann, der ab sofort bei einem der mächtigsten Klubs im Weltfußball die Transfer-Entscheidungen verantwortet?

Der FC Chelsea setzt in den Kaderplanungen ab sofort auf die Expertise von Christopher Vivell. Der 36 Jahre alte Karlsruher übernimmt beim Premier-League-Klub aus London den Posten als Technischer Direktor und leitet damit die Kader-Geschicke bei einem der größten Vereine im Weltfußball. Für Vivell ist es der nächste Schritt in einer Karriere, die stets steil nach oben ging. Nach seinem ersten Job als Videoanalyst bei der TSG Hoffenheim musste der frühere Oberliga-Fußballer aber noch einige Umwege bis zum Posten in London gehen.

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Vivell verfolgte einst den Traum von einer Karriere als Profi-Fußballer. In der U19 kickte der frühere Mittelfeldspieler für den Karlsruher SC, schaffte den Sprung in die erste Mannschaft aber nicht. Er kam zwischen 2005 und 2011 insgesamt 91 Mal in der Oberliga für den ASV Durlach zum Einsatz. Sein größtes Spiel als aktiver Fußballer erlebte er am 10. August 2008 im Erstrunden-Match des DFB-Pokals gegen den damaligen Zweitligisten Arminia Bielefeld (1:2). Vivell kickte ab 2011 aufgrund verschiedener Verletzungen nur noch in den unteren Klassen für den SV Spielberg, FV Graben und FV Ettlingenweier II, wo er im Sommer 2015 seine Karriere im Alter von nur 23 Jahren für beendet erklärte.

Zu dieser Zeit hatte sich Vivell aber schon längst auf seine berufliche Karriere vorbereitet. Von 2006 bis 2010 absolvierte er ein Sportstudium am Karlsruher Institut für Technologie und schloss dieses mit einer Zusatzqualifikation im Bereich BWL ab. Im Anschluss folgte eine Ausbildung bei der TSG Hoffenheim, wo er fünf Jahre lang als Videoanalyst, Spielanalyst und Scout zum Einsatz kam. Im November 2015 wechselte Vivell nach Österreich zu Red Bull Salzburg und stieg dort über die Posten Scouting-Chef und Sport-Koordinator zum Personal-Leiter auf.

Vivell überzeugt Haaland von Salzburg

Besonders ein Transfer in Salzburg wird immer mit Vivell in Verbindung gebracht - die Verpflichtung von Erling Haaland für acht Millionen Euro von Molde FK. "Die großen Klubs wollten ihn auch schon. Sie wollten aber ein Leihprogramm machen, was sowohl sein Vater als auch Erling nicht wollten. Daher hat es geklappt, ihn zu uns zu holen", verriet der Manager einst in seiner Zeit in Österreich. Während Haaland die Salzburger im Januar 2020 in Richtung Borussia Dortmund verließ, folgte ihm Vivell im August 2020 in die Bundesliga zu RB Leipzig. Bei den Sachsen übernahm er zunächst den Posten als Technischer Direktor, im Juni 2021 kam noch die Aufgabe als Kaderplaner hinzu.

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Etwas überraschend verkündete RB im Oktober die Freistellung des 36-Jährigen und gab als Grund für die Trennung unterschiedliche Auffassungen an. Wohl schon vorher waren die Blues ins Spiel gekommen. Chelsea war auf der Suche nach einem neuen Technischen Direktor, nachdem unter anderen Sportdirektorin Marina Granowskaja und Berater Petr Cech den Verein verlassen hatten. Der Karlsruher galt schon länger als Wunschkandidat des neuen Klub-Eigentümers Todd Boehly. "Wir sind zuversichtlich, dass er seinen beeindruckenden Weg hier bei Chelsea fortsetzen wird. Er wird eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung unserer Gesamtvision für den Klub spielen", sagte Boehly. Und Vivell selbst freut sich auf das "aufregendste Projekt im Weltfußball".

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