09. Januar 2022 / 17:57 Uhr

Vize-Meisterin aus Luckenwalde (mit Galerie)

Vize-Meisterin aus Luckenwalde (mit Galerie)

Sport Lucki
Märkische Allgemeine Zeitung
Eine erste Attacke von Clea Seidel (l.), die in der Sandpassage kurz nach dem Start des U23-Frauenrennens das Feld anführte, konterte die spätere U23-Titelträgerin Judith Krahl mit Erfolg. Anschließend gab die alte und neue Deutsche Meisterin in dieser Kategorie ihre Führung nicht mehr ab.
Eine erste Attacke von Clea Seidel (l.), die in der Sandpassage kurz nach dem Start des U23-Frauenrennens das Feld anführte, konterte die spätere U23-Titelträgerin Judith Krahl mit Erfolg. Anschließend gab die alte und neue Deutsche Meisterin in dieser Kategorie ihre Führung nicht mehr ab. © Frank Neßler
Anzeige

Lokalmatadorin Clea Seidel holt im Rennen der U23-Frauen bei der Deutschen Radcross-Meisterschaft 2022 in ihrer Heimatstadt Silber.

Großer Erfolg für Clea Seidel vom Team Ceratizit-WNT: Bei den diesjährigen Deutschen Radcross-Meisterschaften am Wochenende in Luckenwalde musste sich die Lokalmatadorin in ihrer Heimatstadt nur Titelverteidigerin Judith Krahl (Team Schamel p/b Kloster Kitchen) geschlagen geben und wurde Zweite in der U23-Frauenkonkurrenz.

Anzeige

Vom Start weg drückten die beiden Favoritinnen in dieser Kategorie dem Rennen ihren Stempel auf. Doch schon in der ersten Runde übernahm Krahl die alleinige Führung. Clea Seidel musste ihre Kontrahentin ziehen lassen. Krahl baute die Führung im weiteren Verlauf des Rennens zunächst weiter aus. Erst in der Schlussphase schmolz der Vorsprung der Titelverteidigerin wieder. Nach vier Runden auf dem 2,8 Kilometer langen Meisterschaftsparcours in den Luckenwalder Weinbergen war Krahl nach einer Fahrzeit von 41:49 Minuten im Ziel. Ihr folgte 1:07 Minuten später Lokalmatadorin Clea Seidel als Silbermedaillengewinnerin.

In Bildern: Die Deutsche Meisterschaft 2022 im Radcross in Luckenwalde.

Die Deutsche Meisterschaft 2022 im Radcross in Luckenwalde. Zur Galerie
Die Deutsche Meisterschaft 2022 im Radcross in Luckenwalde. © Frank Neßler

Ein sehr spannender Kampf entwickelte sich hinter den beiden Führenden um die Bronzemedaille. Sina Van Thiel (RSC Kempten), im Vorjahr U19-Meisterin im Cross und Mountainbike, und Lea Lützen (FC St. Pauli) duellierten sich um den letzten freien Podestplatz in ihrem DM-Wertungsrennen. Lange Zeit war keine Entscheidung abzusehen. Am Ende lag Van Thiel um eine Reifenbreite knapp vorn. Mit 2:07 Minuten Rückstand auf die alte und neue Deutsche U23-Meisterin Judith Krahl und mit gerade mal zwei Sekunden Vorsprung auf Lützen fuhr sie als Dritte ins Ziel.


„Nicht alle sportlichen Träume sind heute wahr geworden“, erklärte die Zweitplatzierte Clea Seidel am Sonnabend nach ihrem Rennen etwas enttäuscht. Sie hatte gehofft, als Lokalmatadorin das weiße Meister-Trikot in ihre Heimatstadt holen zu können. Diesen Wunsch konnte sich die Luckenwalderin zwar nicht erfüllen, aber ihre Leistung macht nicht nur ihr Mut für die Zukunft.

„Es ist das Podest geworden, ein solider zweiter Platz und ich bin bis auf eine Minute an meine Kontrahentin herangekommen. Darauf lässt sich aufbauen. Bei den Wettkämpfen vor drei Monaten war der Abstand zwischen uns noch größer“, so die 19-jährige Luckenwalderin. Sie versicherte, am Sonnabend bis zum Schluss gekämpft, alles gegeben und alles probiert zu haben. „Am Ende hatte ich keine Kraft mehr. Ich hoffe dennoch, allen, die heute hier dabei gewesen sind, ein gutes Rennen geliefert zu haben.“

Das Publikum in ihrer Heimatstadt sorgte bei Clea Seidel für eine ganz große Motivation. „Vor heimischer Kulisse so toll unterstützt zu werden, macht die Sache, dass es nicht zur Meisterschaft gereicht hat, fast wieder wett“, sagte sie.

Sehr emotional ging es aus diesem Grund auch bei der Siegerehrung zu. „Für mich war es etwas ganz Besonderes, dass alle mich angefeuert und für mich geklatscht haben“, erklärte Clea Seidel ihre Tränen auf dem Podest, „dass dann noch meine Oma unter den Zuschauern war, die nach dem Tod meines Opas eine schwere Zeit durchgemacht hat und mich dennoch immer weiter unterstützte, hat mir sehr viel bedeutet.“

Für Clea Seidel, die am Sonnabend ihr erstes Rennen im Trikot ihres neuen Teams Ceratizit-WNT Pro Cycling bestritt, bleibt ein Ticket für die Radcross-Weltmeisterschaft Ende des Monats in den USA weiter das sportliche Ziel in dieser Querfeldein-Saison. In 14 Tagen wird sie deshalb noch am UCI-Weltcup-Rennen in Hooger-heide in den Niederlanden teilnehmen. „Dann werden wir sehen, ob es für eine WM-Nominierung reicht“, so die deutsche U23-Radcross-Vizemeisterin aus Luckenwalde