12. November 2020 / 19:46 Uhr

96-Grüße aus Moskau: Rausch trifft, Bulut schwärmt - für die beiden läuft es bei Dinamo

96-Grüße aus Moskau: Rausch trifft, Bulut schwärmt - für die beiden läuft es bei Dinamo

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sagt, wo es langgeht:
 Hannover-Coach Volkan Bulut ist seit drei Wochen Co-Trainer bei Dinamo Moskau. Zuvor war er jahrelang die rechte Hand von André Breitenreiter.
Sagt, wo es langgeht: Hannover-Coach Volkan Bulut ist seit drei Wochen Co-Trainer bei Dinamo Moskau. Zuvor war er jahrelang die rechte Hand von André Breitenreiter. © Imago
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Die deutsche Trainerbotschaft in Moskau trifft sich in anderthalb Wochen zum Gipfel. Domenico Tedesco gegen Sandro Schwarz, der frühere Schalker gegen den Ex-Mainz-Coach, am 21. November im Derby, Spartak gegen Dinamo. Die deutschen Fußballlehrer werden aktuell gefeiert in der russischen Metropole. Mittendrin: Hannover-Trainer Volkan Bulut und Hannover-Spieler Konstantin Rausch.

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Nach dem 5:1 des früheren 96-Profis Rausch in der Nachspielzeit gegen Lok Moskau feierte Dinamo den Sieg wie einst die Isländer bei der EM. Hände hoch, rhythmisches Klatschen, Fangesänge, Fußballparty. Die Bilder wirken wie aus einem alten Fußballmärchen, als Fans und Stimmung noch Teil des Volkssports waren. „Es ist der Wahnsinn, was hier abgeht“, sagt Bulut.

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"Alle haben uns super aufgenommen"

Seit drei Wochen arbeitet der Fußballlehrer an der Seite von Schwarz – und Dinamo ging ein Licht auf: drei Siege in drei Spielen. „Von der Köchin über den Staff bis zu den Spielern haben uns alle super aufgenommen“, sagt Bulut. Auch Rausch hilft bei der Integration. Die Trainer dankten es mit der Einwechslung gegen Lok Moskau. „Reingebracht und Tor gemacht“, reimt Bulut.

Bilder vom Training von Hannover 96 (12. November)

Bilder vom Training von Hannover 96 (12. November) Zur Galerie
Bilder vom Training von Hannover 96 (12. November) © Florian Petrow

Für „Kocka“ war’s Tor 21 in Profispiel 346. Die Hälfte der Treffer schoss er für Hannover 96, sportlich seine stärkste Station. Es folgten Stuttgart, Darmstadt, Köln und nun Moskau.

"Neuen Schwung reingebracht"

Gerade passt alles mit Rausch und den Trainern Schwarz und Bulut bei Dinamo. „Es liegt nicht alles an den Trainern, aber sehr viel“, weiß Rausch. „Sie haben neuen Schwung reingebracht, eine tolle Philosophie.“

Bevor Bulut und Rausch sich vor drei Wochen in Moskau wiedersahen, hatten sie sich zum letzten Mal bei einem Amateurspiel in Hannover getroffen. „Freunde von mir sind mit Volkan befreundet, ich mit seinem Bruder“, sagt Rausch und lacht: „Die Welt ist klein und trifft sich in Moskau.“

Zwischen dem Platz damals und dem Trainingszentrum in Moskau liegen Universen. „Ein Fünfsternekomplex mit Schwimmbad, einer riesigen Sporthalle, Fitnessraum, alles ist da“, sagt der frühere 96-Co-Trainer.

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"Die brennen alle jetzt schon"

Bulut und Trainerchef Schwarz kommen selten aus dem Trainingszentrum raus. Seit der Ankunft in Moskau sei er erst einmal mit seinem Chef einen Kaffee in der City trinken gewesen, erzählt Bulut. Doch ihm gefallen die Energie bei Dinamo und der „super Teamspirit“.

Das Umfeld schwört Bulut und die Kollegen nun auf die nächste Aufgabe ein. „Es geht ins Derby gegen Spartak, das heiße Ding hier in Moskau, die brennen alle jetzt schon.“

Sein Chef Schwarz hat bei Dinamo ein Feuer entfacht – ähnlich wie bei Tedesco und Spartak: In der vergangenen Saison versanken Spartak und Dinamo im unteren Mittelfeld. Nach 14 Spielen steht Te­des­co nun auf Platz drei, Schwarz mit Dinamo auf Platz vier – beide in Reichweite zur Tabellenspitze.

"Ich vermisse das sehr"

Bulut fliegt vorm Derby in dieser Woche noch einmal zur Familie nach Hannover, bevor die Saison in die Endphase geht. Die Flüge kosten viel Energie, wegen der Zeit und der Corona-Lage in beiden Ländern.

„Seit fast einem Jahr“, gesteht Rausch, „war ich nicht mehr in Hannover. Ich vermisse das sehr, muss ich sagen.“