10. Juni 2020 / 18:19 Uhr

Volker Löbenberg über sein Aus beim Ludwigsfelder FC: "Natürlich bin ich enttäuscht"

Volker Löbenberg über sein Aus beim Ludwigsfelder FC: "Natürlich bin ich enttäuscht"

Lars Sittig
Märkische Allgemeine Zeitung
Ludwigsfeldes Trainer Volker Löbenberg treibt seine Mannschaft an.
Will als Trainer weiterarbeiten: Volker Löbenberg. © Julius Frick
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NOFV-Oberliga Nord: Nach vier Spielzeiten wurde der 60 Jahre alte Volker Löbenberg als Trainer von seinen Aufgaben beim Ludwigsfelder FC entbunden.

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Nach dem überraschenden Aus beim Ludwigsfelder FC für Volker Löbenberg hat sich nun der Trainer erstmals öffentlich zur Trennung geäußert. „Natürlich bin ich sehr enttäuscht“, sagt der Coach zum Ende des Engagements beim Fußball-Oberligisten, „ich muss das jetzt alles erst mal sacken lassen. Man hätte das anders regeln können.“ Der Club hatte am Dienstag die Trennung vom langjährigen Trainer bekannt gegeben – nachdem ursprünglich die Weichen für die Zusammenarbeit auch in der kommenden Saison gestellt worden waren. 

„Es hatte nach dem Ende der Spielzeit eine Analyse der Situation gegeben, wir haben als Trainerstab angeboten, den Weg frei zu machen für frischen Wind“, sagt Volker Löbenberg, „aber es wurde gesagt, dass man hinter uns stehe und mit uns weiter machen wolle.“ Am vergangenen Samstag war es dann zu einer Meinungsverschiedenheit zwischen Sportdirektor Philipp Karaschewitz und Volker Löbenberg gekommen, die das vorzeitige Ende der Zusammenarbeit auslöste. 

Volker Löbenberg hatte die vergangenen Jahrzehnte am Waldstadion maßgeblich mitgeprägt und mit dem Landespokalsieg 2003 und zwei Oberliga-Aufstiegen (2004/ 2018) die wohl größten Erfolge in der jüngeren Vereinsgeschichte miterkämpft. Nach dem Pokalsieg war der LFC 2003 in der ersten Runde des nationalen DFB-Pokals im heimischen Stadion auf den damaligen Bundesligaspitzenclub SV Werder Bremen getroffen – trotz der 1:9-Niederlage ein Höhepunkt in der Ludwigsfelder Fußballhistorie.

In Bildern: Die Trainerwechsel vor der Saison 2020/21 in Brandenburg.

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Zuletzt war die Ergebniskurve in der NOFV Oberliga Staffel Nord allerdings gefallen: Der LFC lag zum Zeitpunkt des corona-bedingten Abbruchs mit 18 Punkten auf dem elften Tabellenplatz – nur zwei Zähler vor einem Abstiegsrang. Nach der vom NOFV angewendeten Quotientenregelung belegte der LFC in der Abschlusstabelle nach einer Negativserie sogar nur den 13. Platz. 

Der 60 Jahre alte Übungsleiter Volker Löbenberg, der bereits als Spieler für den LFC-Vorgängerverein BSG Motor in den achtziger Jahren in der DDR-Liga – vor der Wende die zweithöchste Spielklasse – gespielt hatte, will nun etwas Abstand gewinnen, dann aber auf die Trainerbank zurückkehren. „Die Planung mit meinem Trainerteam war, noch bis zum kommenden Sommer in Ludwigsfelde zu bleiben, den Vertrag zu erfüllen und dann nach einer neuen Herausforderung zu schauen.“

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Zum Trainerstab gehören die Co-Trainer Rezart Cami und Cornel Loharens sowie Torwart-Trainer Alexander Thürmann. „Ich habe allen freigestellt, beim LFC zu bleiben, die menschliche Ebene wäre davon unangetastet“, sagt Volker Löbenberg, der von 2010 bis 2015 den RSV Waltersdorf gecoacht hatte, „dass muss jeder für sich selber entscheiden. Ich habe jedenfalls nicht geplant, meine Laufbahn an der Seitenlinie zu beenden, ich bin heiß.“ Den LFC trainierte Volker Löbenberg von 1999 bis 2010 und von 2016 bis 2020. Zu einem möglichen Nachfolger hat sich der Club aus der Autobauerstadt noch nicht geäußert.

Als Sportdirektor und Trainer beim LFC

Der Ludwigsfelder FC hatte die vergangene Spielzeit in der NOFV-Oberliga Nord, die wegen der Corona-Pandemie abgebrochen worden war, unter der Regie von Cheftrainer Volker Löbenberg nach der Quotientenregelung auf Rang 13 beendet. Volker Löbenberg hatte sich in seiner bereits zweiten Amtszeit als Coach beim Ludwigsfelder FC befunden – ein Jahr war er außerdem als Sportdirektor im Waldstadion tätig. Der 60 Jahre alte Coach trainierte den Club von 1999 bis 2010, danach folgte ein Engagement in Waltersdorf (2010 bis 2015). Anschließend kehrte er als Sportdirektor zum LFC zurück, seit der Saison 2016/17 fungierte er wieder als Cheftrainer.