17. September 2020 / 21:06 Uhr

Volle Konzentration und absolute Laufbereitschaft in der Kreisoberliga gefordert

Volle Konzentration und absolute Laufbereitschaft in der Kreisoberliga gefordert

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Die Ergebnisse der 2. und 3. Kreisklasse.
Anstehende Partien in der Kreisoberliga: Gewinnen ist Pflicht. © Christian Modla
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In der Fußball-Kreisoberliga will der BC Hartha beim SV Blau-Weiß Deutzen endlich seine ersten Punkte sammeln. Auch der TuS Pegau hingegen will braucht langsam Zählbares. Das Team des SV Chemie Böhlen muss weitere Gegentore verhindern.

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Muldental. Damit war nun wirklich kein Staat zu machen. Lediglich ein mageres Pünktchen ist vor Wochenfrist für die sich in der Fußball-Kreisoberliga der Männer im Einsatz befindlichen regionalen Mannschaften heraus gesprungen.

Somit ist der zuletzt spielfreie BSV Einheit Frohburg (9.) weiterhin das einzige hiesige Team, welches vor der auf dem Programm stehenden 4. Runde bereits einen Sieg auf dem Konto hat. Zu Hause im Werner-Seelenbinder-Stadion gegen den TSV Großsteinberg (6.) soll nun unbedingt der zweite Dreier folgen. Zumal von den vergangenen acht Begegnungen gegen die Parthensteiner keine einzige verloren ging. Und an den 29. Juni 2011 erinnern sich die Einheit-Fans immer wieder gern, denn damals wurde mit einem 2:0-Erfolg in der Relegation der Aufstieg gefeiert. Vereinschef Andre Spranger hätte gegen ein derartiges Ergebnis erneut nichts einzuwenden: „Wir werden den Gegner auf keinen Fall unterschätzen, die reisen nach dem irren 5:5 in der Vorsaison garantiert mit reichlich Selbstvertrauen an. Daher ist volle Konzentration und absolute Laufbereitschaft erforderlich. Wir haben von den nächsten fünf Spielen vier daheim, streben stets die maximale Punktezahl an, wollen schließlich oben dran bleiben. Personell sieht es gar nicht so schlecht aus. Alexander Steinbach ist im Urlaub, meine eigene hartnäckige Sprunggelenk-Verletzung erfordert eine längere Pause. Außerdem müssen wir abwarten, wie die rote Karte von Domenic Zein in der Zweiten gewertet wird und ob Christian Geißler nach seiner Zerrung rechtzeitig fit wird.“

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Lange Zeit in Überzahl und obendrein einen Elfmeter verschossen. Nach dem 1:1 bei Partheland musste beim SV Blau-Weiß Deutzen (11.) definitiv von zwei verschenkten Zählern gesprochen werden. Trainer Rolf Tröger analysiert schonungslos: „Wir haben momentan förmlich die Kacke am Bein, aber halt auch nicht so gespielt wie geplant. Zu wenig Druck nach vorn, zu wenig über die Flügel.“ Zwei von vielen Hebeln, an denen es in der Partie gegen Neuling und Schlusslicht BC Hartha (unterlag Ostrau mit 0:5) anzusetzen gilt. „Denn Gewinnen ist eigentlich Pflicht. Hartha scheint defensiv anfällig zu sein, das müssen wir ausnutzen.“ Ohne die Urlauber Christopher Schröder, Christian Kreisel und Martin Fobian sowie den wegen seines Jobs verhinderten Thomas Bauer soll in der Glück-Auf-Sportstätte der erste Saison-Erfolg gelingen. Ob der angeschlagene Sandy Eisert mitwirken kann, ist zudem fraglich. Die Bilanz immerhin spricht für die Blau-Weißen, gegen den BC gab es bislang drei Siege und ein Remis.

Nicht belohnt für die gezeigte Leidenschaft und den bewiesenen Offensivgeist wurde der TuS Pegau (13.), welcher in Großsteinberg in einer temporeichen sowie hart umkämpften Begegnung durch einen Treffer in der Nachspielzeit mit 1:2 unterlag. Trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs durch Steve Bachmann sowie weiterer verheißungsvoller Torchancen (Benjamin Hans, Thomas Menge, Marcel Jänicke, Hans Jerke, Toni Schladitz) musste die Rückreise aus dem Muldental ohne Zählbares im Gepäck angetreten werden. Gegen den SC Partheland (12.) wird nun allerdings auf der heimischen „Großen Reitbahn“ der Premieren-Erfolg im noch jungen Spieljahr angepeilt. Das bisher einzige Aufeinandertreffen mit der Mannschaft aus dem Brandiser Ortsteil gab es im September 2014, als die Elsterstädter bei den damals noch eigenständigen Polenzern (schlossen sich später mit Beucha zusammen) im Pokal nach Verlängerung mit 2:3 den Kürzeren zogen. Folgt nun die späte Revanche? Für Coach Mike Hartleib und das Team zählt nur das.

Drei Punkte, egal wie

Nichts zu holen gab es für den FSV Alemannia Geithain (14.) beim 1:4 in Döbeln. Mannschaftsleiter Martin Polster blickt zurück: „Wir hatten uns trotz der Personalnot einiges vorgenommen, doch vieles davon nicht umsetzen können und mussten uns auch in dieser Höhe verdient geschlagen geben. Erst als Döbeln zwei Gänge runter geschaltet hat, fanden wir zu defensiver Ordnung, das kann nicht unser Anspruch sein.“ Die nächste Aufgabe wird mit Sicherheit nicht einfacher, denn kein Geringerer als Tabellenführer Roßweiner SV gibt seine Visitenkarte im Henning-Frenzel-Stadion ab. Ein Kontrahent, gegen den die Gelb-Schwarzen seit dessen Wiederaufstieg vor fünf Jahren bisher sieglos geblieben sind. Polster schaut voraus: „Wir wissen um die Stärken der Roßweiner, werden uns allerdings nicht verstecken und versuchen, die eigenen Qualitäten auszuspielen. Für einen Punktgewinn brauchen wir einen überdurchschnittlich guten Tag und der Gegner müsste einen sehr schlechten erwischen.“ Zur Kader-Situation: Neben Polster fallen Kevin Wilde, Christian Petzold, Tom Bargel, Nils Sanne, Marco Winter und Stephan Strauch verletzt aus. Hinter den Namen Robin Eidam, Philip Dathe und Steven Liebing stehen Fragezeichen. Das Torwart-Roulette geht weiter, dafür kehren Hannes Neubauer und David Krelke ins Aufgebot zurück.

Die 3:6-Schlappe des SV Chemie Böhlen (15.) in Roßwein ist noch nicht vergessen. „Wir sind viel zu ängstlich aufgetreten, die Führungsspieler haben sich versteckt. Dabei wäre dort sogar nach dem 0:4-Rückstand etwas zu holen gewesen.“ Spielertrainer Toni Röder erwartet an der Jahnbaude gegen den SV Klinga-Ammelshain (16.) - welcher gegen Bennewitz mit 3:4 das Nachsehen hatte - eine Trotzreaktion von seine Truppe: „Jeder hat sich den Hintern aufzureißen. Wir brauchen drei Punkte, egal wie. Mit einem mickrigen Zähler und zwölf Gegentoren kann niemand von uns zufrieden sein.“ Die Personalsituation dürfte sich allerdings entspannen, der aktuell selbst mit einer Zerrung kämpfende Coach rechnet im günstigsten Fall mit 16 bis 17 einsatzbereiten Spielern. Übrigens ist es das erste Aufeinandertreffen der Böhlener und Klingaer. In der Vorsaison gewannen die Chemiker das Hinspiel gegen den damaligen Aufsteiger am grünen Tisch, das Rückspiel fiel Corona zum Opfer.

Komplettiert wird der Spieltag durch die Duelle SV Ostrau (2.) gegen SV Tresenwald Machern (6.), TSV Burkartshain (5.) gegen SV Naunhof (4.) und VfB Leisnig (8.) gegen Döbelner SC (3.). Anstoß ist fast überall am Samstag um 15 Uhr, nur in Geithain wird 24 Stunden später angepfiffen. Der SV Blau-Weiß Bennewitz (10.) hat frei.