17. Februar 2021 / 21:50 Uhr

Ausrufezeichen: SC Potsdam besiegt Top-Team MTV Stuttgart klar

Ausrufezeichen: SC Potsdam besiegt Top-Team MTV Stuttgart klar

Tobias Gutsche
Märkische Allgemeine Zeitung
Die SCP-Volleyballerinnen gewannen erstmalig ein Ligaspiel gegen Stuttgart glatt in drei Sätzen.
Die SCP-Volleyballerinnen gewannen erstmalig ein Ligaspiel gegen Stuttgart glatt in drei Sätzen. © Julius Frick
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Es ist ein Team in der Evolution: Eineinhalb Wochen vor dem DVV-Pokalfinale bestätigt der Brandenburger Frauen-Volleyball-Bundesligist seine aufsteigende Form mit einer beeindruckenden Leistung, die sogar ein Novum bedeutete. 

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Die Evolution des SC Potsdam vollzieht sich schon seit Wochen. Schritt für Schritt wird der Frauen-Volleyball-Bundesligist nach seinem Zwischentief besser. Die neueste Entwicklungsphase lässt sich anhand der vergangenen fünf Tage illustrieren. Am Samstag verlor das Team von Cheftrainer Guillermo Naranjo Hernandez trotz 2:0-Satzführung und eigenem Matchball beim Tabellendritten Schweriner SC noch mit 2:3. Gegen den zweitplatzierten MTV Stuttgart gaben die Potsdamerinnen am Mittwoch nun nichts aus den Händen. Gar nichts. Sie gewannen auf beeindruckende Weise mit 3:0 (25:20, 25:23, 25:21) und nehmen so immer mehr Schwung für das DVV-Pokalfinale gegen Schwerin am 28. Februar in Mannheim auf.

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Top-Scorerin Ruddins schwärmt

Lindsey Ruddins geriet ob der Leistung ihrer Mannschaft ins Schwärmen. „Großartig“ sei diese gewesen. „Einfach toll. Das ist das, was wir können“, sagte die Außenangreiferin, die nach überstandenen Fußgelenksverletzung erstmalig wieder in der Startformation stand. Die Top-Scorerin erzielte 17 Punkte und wurde zur wertvollsten Akteurin der Partie gekürt. In der Tabelle bleibt der SCP auf dem fünften Platz, ist jetzt aber punktgleich mit den Roten Raben Vilsbiburg – beide haben 32 Zähler. Auch Schwerin (35), das am Mittwoch überraschend 1:3 beim Achten USC Münster verlor, ist noch in Schlagdistanz. Drei Spieltage stehen in der Bundesliga-Hauptrunde aus – mit dem vermeintlich leichtesten Restprogramm für Potsdam.

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Gegen Stuttgart spielte der SCP von Beginn bis Ende stark. Das Hernandez-Team um Zuspielerin Jennifer Nogueras präsentierte gleich im ersten Satz ein großes Angriffsrepertoire: schnelle Zuspiele zum Mittelblock, breit gezogene Züge über die Außen in unterschiedlichsten Varianten, krachende Schmetterbälle, clevere Lupfer. Die Schwäbinnen schafften es oft nicht, sich dagegen in der Abwehr gut zu positionieren. Zudem machten die Aufschläge einen Unterschied. Im Verlauf des Spiels sollte der Gast durch Aufschlagfehler elf Punkte herschenken, während dem Heim-Team nur drei unterliefen.

Ruhe statt Kontrollverlust

Durchgang zwei entwickelte sich zu einem harten Kampf. Die Brandenburgerinnen entfalteten weiterhin viel Offensivkraft und brachten nun auch zunehmend ihre Qualitäten beim Block zum Tragen. Stuttgart steigerte sich zwar, was aber nicht reichte. Bei seinem ersten Gastspiel am Luftschiffhafen als MTV-Cheftrainer musste Tore Aleksandersen daher einen weiteren Satzverlust hinnehmen. Der Coach aus Norwegen war vor Jahresfrist Nachfolger von Giannis Athanasopoulos geworden. Der Deutsche Meister von 2019 hatte sich von dem Griechen getrennt, nachdem Stuttgart im Halbfinale des DVV-Pokals an Potsdam mit 1:3 gescheitert war.


Dieses Mal gelang dem SCP sogar der glatte Ligaerfolg in drei Sätzen, was ein Novum für den märkischen Club gegen den MTV bedeutete. Auch von Strauchlern ließen sich die Potsdamerinnen im dritten Satz nicht aus der Ruhe bringen. Aus einem 9:12 machten sie ein 14:12, als ein Vier-Punkte-Vorsprung auf nur noch einen Zähler schrumpfte, hielten Ruddins & Co. dagegen, statt wie zuletzt in Schwerin die Kontrolle zu verlieren. „Wir sind selbstbewusst, haben Vertrauen in uns und spüren es auch von außen“, sagte die US-Amerikanerin. Und sie hofft, wie alle beim SCP, dass sich die Evolution des Teams beim Liga-Auswärtsspiel nächsten Mittwoch gegen Nawaro Straubing fortsetzt – und dann beim Pokalfinale gegen Schwerin einen neuen Höhepunkt erreicht.