27. Oktober 2020 / 17:42 Uhr

SC Potsdam ringt um Punkte, Zuschauer und Europapokal

SC Potsdam ringt um Punkte, Zuschauer und Europapokal

Tobias Gutsche
Märkische Allgemeine Zeitung
Die Potsdamer Spielerinnen Kelsey Veltman (r.) und Ana Tiemi Takagui beim Blockversuch.  
Die Potsdamer Spielerinnen Kelsey Veltman (r.) und Ana Tiemi Takagui beim Blockversuch.   © Foto: Julius Frick
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Brandenburger Volleyball-Bundesligist empfängt VfB Suhl - vor wie vielen Fans, ist unklar. Unterdessen hat der Club einen Plan für den CEV-Cup: Beide Spiele gegen den israelischen Kontrahenten sollen in Potsdam stattfinden.  

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Der SC Potsdam bestreitet am Samstag den zweiten Teil seines Thüringen-Doppelpacks. Nach dem 3:1-Auswärtssieg zuletzt gegen Schwarz-Weiss Erfurt empfängt der Brandenburger Frauenvolleyball-Bundesligist nun den VfB Suhl in der MBS-Arena (19 Uhr). „Wir wollen uns oben weiter festsetzen“, sagt Teammanager Eugen Benzel. Der SCP ist Tabellenzweiter, Suhl belegt Rang acht. „Wir dürfen sie auf keinen Fall unterschätzen“, warnt Benzel und verweist darauf, dass der VfB den Top-Teams Schwerin und Dresden beim 1:3 jeweils immerhin einen Satz abknüpfen konnte. Hinzu kommt ein 3:1-Sieg in Vilsbiburg.

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Potsdam soll gegen Hapoel Kfar Saba spielen

Bei allem Fokus auf die nationalen Aufgaben treiben die SCP-Verantwortlichen jedoch auch internationale Herausforderungen um. Nach dem knappen und respektablen Scheitern 2019 gegen Dinamo Kazan will der Potsdamer Club diese Saison zum zweiten Mal im Europapokal antreten. Doch die Corona-Pandemie sorgt für Schwierigkeiten. „Wir arbeiten aber an einer Lösung“, sagt der Teammanager Eugen Benzel.

SC Potsdam: Kader 2020/21 in der Frauenvolleyball-Bundesliga

Das SCP-Team für die Saison 2020/21. Zur Galerie
Das SCP-Team für die Saison 2020/21. © Kathleen Friedrich/SC Potsdam

In der ersten Runde des CEV-Cups, dem zweithöchsten Volleyball-Vereinswettbewerb in Europa, sollen der SCP und Hapoel Kfar Saba aufeinandertreffen. Die Paarung kam zustande, weil das Team aus Israel coronabedingt in einer frühen Champions-League-Runde nicht gegen Lodz antreten konnte und so kampflos als „Verlierer“ in den CEV-Cup runter musste. Aktuell listet der europäische Verband auf seiner Internetseite den 11. November (in Kfar Saba) und 25. November (in Potsdam) als Spieltermine.

Europacup: Zwei Partien binnen drei Tagen?

Doch es wird ein anderer Plan forciert, wie Benzel berichtet. „Es laufen Gespräche, dass in der Woche vom 23. bis 29. November beide Spiele bei uns in der MBS-Arena stattfinden“, sagt er. Der Gegner habe bereits seine Bereitschaft signalisiert. Laut dem SCP-Teammanager ist die Idee, die Partien mit einem Tag Pause dazwischen durchzuziehen. Auch nur ein einziges Match wäre denkbar, um den Aufenthaltzeitraum der Gäste zu verringern. Diese kommen schließlich aus einem Land, das bereits seit dem 3. Juli als Covid-19-Risikogebiet deklariert ist. „Möglichkeiten, dass sie als Sportmannschaft unter größtmöglichen Schutzmaßnahmen trotzdem hierher einreisen können, haben wir bereits geprüft, und dafür auch schon positive Signale erhalten“, sagt Benzel und betont: „Wir würden gern im Europacup spielen, wenn es vernünftig geht.“

Teammanager Eugen Benzel, beim SCP seit 2011, Deutschland, Jahrgang 1987.
Teammanager Eugen Benzel, beim SCP seit 2011, Deutschland, Jahrgang 1987. © Kathleen Friedrich/SC Potsdam

Potsdam selbst war am Dienstag nicht Risikozone der höchsten Kategorie. Noch nicht. Der kritische Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen der vergangenen sieben Tage wurde bloß um 0,1 unterboten. Womöglich erreicht die märkische Landeshauptstadt am Mittwoch den Bereich von 50+, was auch auf Sportveranstaltungen Auswirkungen hätte. Bei Outdoor-Events wären nur noch 150 Zuschauer erlaubt, in Hallen lediglich 100.

SCP reicht neues Konzept für 362 Zuschauer ein

Für das SCP-Heimspiel gegen Suhl ist sicher, dass nicht wie bei den ersten beiden Saisonpartien mehr als 700 Fans in der MBS-Arena dabei sein werden. Der Verein hat ein neues Hygienekonzept eingereicht und wartet nun auf die behördliche Rückmeldung. Benzel erklärt: „Stehplätze nehmen wir ganz raus und von den Sitzplätzen möchten wir nur noch jeden vierten freigeben. So kommen wir auf maximal 362 Besucher, die weiterhin durchgehend Maske tragen müssten.“ Das sind selbst weit mehr, als die Regeln für eine Sieben-Tage-Inzidenz von 35 bis 49,9 vorsehen (250 Zuschauer draußen, 150 drinnen). Der SCP beruft sich auf den Passus in der Landesverordnung für Einzelfälle. „Unser Konzept ist gut, schlüssig und verringert viele Risiken“, sagt Benzel. Er hoffe, wenigstens den Dauerkarteninhabern den Zutritt ermöglichen zu können: Es sind rund 200.

Womöglich ändert sich aber auch bald die Gesetzeslage. Bund und Länder beraten am Mittwoch erneut über Corona-Maßnahmen. Der sechswöchige Zuschauer-Testbetrieb für größere Sportevents, den auch Brandenburg mitgegangen ist, endet diese Woche.