22. November 2021 / 17:24 Uhr

Challenge-Cup-Premiere für den SC Potsdam gegen Azoren-Mannschaft

Challenge-Cup-Premiere für den SC Potsdam gegen Azoren-Mannschaft

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Die Volleyballerinnen des SC Potsdam wollen gegen Ponta Delgada ins Achtelfinale des Challenge Cups einziehen. 
Die Volleyballerinnen des SC Potsdam wollen gegen Ponta Delgada ins Achtelfinale des Challenge Cups einziehen.  © Bernd Gartenschläger
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Challenge-Cup: Die Volleyballerinnen des SC Potsdam treffen innerhalb von zwei Tagen zweimal auf Ponta Delgada – im Achtelfinale winkt ein Duell mit Louisa Lippmann.

Der Europapokal gehört beim SC Potsdam inzwischen schon zum festen Repertoire. Zum dritten Mal in Folge nehmen die Bundesliga-Volleyballerinnen an einem internationalen Wettbewerb teil, nach zwei Jahren im CEV-Cup folgt am Dienstag und Mittwoch (jeweils 19 Uhr) in der MBS-Arena die Premiere im Challenge Cup gegen Kairos Ponta Delgada aus Portugal. „Wir haben versucht, eine Sondergenehmigung für den CEV-Cup zu bekommen, das wurde aber abgelehnt“, erzählt SCP-Manager Toni Rieger. Während Meister Dresden in die Champions League und Vizemeister Stuttgart sowie Pokalsieger Schwerin im CEV-Cup an den Start gehen, sind die Potsdamerinnen nun im Challenge Cup dabei. „Das ist ein Top-Wettbewerb, da wollen wir natürlich bestehen“, sagt Rieger. 

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Ponta Delgada, die Hauptstadt der Azoren, liegt auf der Insel São Miguel im Atlantischen Ozean. Weil die Potsdamer aber erst am Freitag in der Bundesliga gespielt haben (2:3 gegen Münster) und am Sonntag (16 Uhr, MBS-Arena) schon das wichtige Pokal-Viertelfinale gegen Vilsbiburg ansteht, baten sie den portugiesischen Konkurrenten darum, Hin- und Rückspiel in Potsdam auszutragen.

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„Der Wunsch hat sicherlich mit den Reisestrapazen und den Kosten zu tun. Sie haben zum Glück gesagt: Das ist kein Problem, das können wir machen. Das kommt uns natürlich entgegen. Den Vorteil müssen wir jetzt aber natürlich nutzen, auch am Sonntag“, meint Rieger auch mit Blick auf das Pokal-Viertelfinale („Im Endeffekt müssen wir ins Halbfinale kommen, das ist unser oberstes Ziel.“). Der SCP übernimmt im Gegenzug für das Entgegenkommen einen Teil der Reisekosten von Ponta Delgada.


In der Qualifikation für den Challenge Cup hatten sich die Portugiesinnen zweimal mit 3:0 gegen den sechzehnfachen dänischen Meister Holte IF durchgesetzt, „wir hätten das eigentlich ein bisschen anders eingeschätzt“, gibt Rieger zu. Trotzdem sagt er: „Das Ziel ist es, das erste Spiel so gut wie möglich zu spielen, damit wir beim zweiten auch die zweiten Sechs spielen lassen und uns fürs Wochenende schonen können.“ Sollte das Weiterkommen gegen die Portugiesinnen gesichert werden, folgt im Achtelfinale allerdings gleich ein richtig schwerer Brocken.

Louisa Lippmann spielt beim möglichen Gegner

„Wir haben natürlich ein super Los gezogen, wenn wir die erste Runde überstehen sollten“, kommentiert Rieger den möglichen Gegner Pallavolo Scandicci (Italien), der Thetis Voula (Griechenland) in der ersten Runde jeweils klar mit 3:0 geschlagen hatte, mit einem Schuss Ironie. Denn beim italienischen Spitzenteam spielt seit dieser Saison unter anderem Louisa Lippmann, die zuletzt viermal in Folge zu Deutschlands Volleyballerin des Jahres gewählt wurde.

Scandicci würde sich in eine Reihe von namhaften Gegnern der Potsdamerinnen einreihen. 2019 folgte das knappe Erstrunden-Aus im CEV-Cup gegen den ehemaligen Champions-League-Sieger Dinamo Kazan, in der vergangenen Spielzeit gewann der SCP zunächst in der ersten Runde gegen Hapoel Kfar Saba (Israel). Anschließend hätten die Potsdamerinnen zum Duell gegen Istanbul fliegen sollen, doch wegen der Corona-Entwicklung in der Türkei stiegen die Potsdamerinnen aus dem CEV-Cup aus.

Forderung nach höheren Prämien

Ein Verzicht in diesem Jahr kam für den SCP nicht in Frage. „Wenn ich Zweiter, Dritter oder Vierter werde, dann kann es nicht sein, dass wir als Bundesliga nicht alle Plätze belegen. Das muss das oberste Ziel sein, wir wollen uns ja auch international zeigen“, sagt Rieger. Er fordert allerdings, dass auch die Prämien für die internationalen Wettbewerbe erhöht werden müssten, damit die Attraktivität steigt.