12. Oktober 2020 / 14:55 Uhr

Aligses Volleyball-Teams mühen sich am kölschen Wochenende über fünf Sätze

Aligses Volleyball-Teams mühen sich am kölschen Wochenende über fünf Sätze

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Aligserin Lea Frackmann streckt sich nach einem Ball.
Die Aligserin Lea Frackmann streckt sich nach einem Ball. © Michael Plümer
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Die Entscheidung musste in beiden Spielen in der 3. Liga West im Tiebreak fallen: Während die Frauen der Sportfreunde Aligse in eigener Halle dem FCJ Köln II mit 2:3 unterlag, gewann die SFA-Männer beim FCJ Köln mit 3:2

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Dass die Sportfreunde Aligse nach dem kölschen Wochenende in der 3. Liga West enttäuscht gewesen seien, trifft den Tenor nicht. Das Wörtchen „leider“ spielte in der Nachbetrachtung jedenfalls bei beiden Gallier-Teams eine gewichtige Rolle.

"Leider"

„Es waren leider nur zwei Punkte“, sagte Männertrainer Erik Maul nach dem 3:2 (25:21, 19:25, 23:25, 25:14, 15:8) beim FCJ Köln. „Es war leider nur ein Punkt“, sagte Frauen-Coach Harald Thiele nach dem 2:3 (21:25, 25:18, 25:22, 18:25, 10:15) im eigenen Wohnzimmer gegen den FCJ Köln II.

Bilder vom Volleyball-Spiel der 3. Liga West zwischen den SF Aligse und dem FCJ Köln II.

Die Aligserinnen feiern ein Punkterfolg. Zur Galerie
Die Aligserinnen feiern ein Punkterfolg. © Michael Plümer

Thiele mit Tränen vom Feld

Nach drei Siegen in Folge gab es für die SFA-Frauen diesmal nur einen Punkt. „Am Freitag und Sonntag bin ich damit zufrieden, direkt nach dem Spiel war ich es nicht“, sagte Thiele nach dem 2:3 gegen den FC Junkersdorf Köln II.

Sein Team sei eben noch nicht so weit, um auf diesen Niveau mithalten zu können.

Nach dem verlorenen Auftaktsatz wussten sich die Aligserinnen „in allen Elementen und auf allerhöchstem Niveau“ zu steigern. Vor allem im Aufschlag. „Bei einigen bin ich mir nicht sicher, ob unsere Männer die hätten annehmen können. Die Kölnerinnen haben teilweise echt blöd aus der Wäsche geguckt“, sagte Thiele im Hinblick auf die Durchgänge zwei und drei.

"Das zeigt ihre Klasse"

„Aber die Gäste haben es eben auch geschafft, den Schalter wieder umzulegen, und das zeigt ihre Klasse“, sagte der SFA-Coach. Und zwar im vierten Satz beim Rückstand von 2:8. Und als Inga Thiele beim Stand von 17:21 mit einer Daumenverletzung mit Tränen im Gesicht vom Feld musste, „haben wir den Glauben verloren. Das war der entscheidende Knick“, sagte Thiele.

Unter dem Strich überwog allerdings das Positive. „Fakt ist, dass die Zuschauer begeistert waren. Fakt ist, dass wir ein tolles Spiel gemacht haben“, sagte Thiele. „Man muss ja auch immer bedenken, wo wir vor vier Wochen nach zwei Auftaktniederlagen standen.“

Sein Plan sei ohnehin langfristig angelegt: „Es ist ein Dreijahresplan, dann werden wir auch solche kritischen Situationen wie im vierten Satz überstehen.“

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Bauerochse gehört das 15:8

Beim Stand von 14:8 im Tiebreak nimmt man eigentlich keine Auszeit mehr. „Das sollte nicht überheblich wirken“, meinte Maul beinahe entschuldigend.

Kurz danach markierte Steffen Bauerochse nach Zuspiel von Marten Ahlborn den entscheidenden Punkt zum 3:2-Sieg der Aligser Männer in Köln. „Genauso war es in der Auszeit abgesprochen“, sagte Maul. „Steffen hat den Ball selbst angenommen und über die Mitte abgeschlossen. Dass es sein erster Punkt überhaupt in der 3. Liga war, war der krönende Abschluss.“

Und dennoch musste er nach dem ersten Auswärtssieg und dem Sprung an den Kölnern vorbei auf Platz zwei feststellen: „Es war mehr drin.“

"Ein großes Chapeau"

Wie zuletzt hatten die SFA agiert und nicht reagiert, „entweder haben wir den Punkt verloren oder ihn gewonnen“, sagte Maul. Ein „großes Chapeau“ richtete der Coach an die Auswechselspieler: „Sie haben die Partie mit ihrer Stimmung zu einem Heimspiel gemacht.“

Von Maximilian Ströbl sei er abermals überzeugt gewesen, Zuspieler Ahlborn habe um jeden Ball gekämpft, als wäre es der letzte. Zahlreiche Big Points gingen so in allen fünf Durchgängen auf das Aligser Konto. Und die Mitte mit Steffen Barklage und Marc Rothbarth habe erneut funktioniert, „so wie alle“.

"Da waren einige fragwürdige Fehler dabei"

Und dennoch habe es auch Kritikpunkte gegeben. So sei die Blockarbeit nicht immer auf der Höhe gewesen, noch durchwachsener waren die Aufschläge. „Da waren einige fragwürdige Fehler dabei“, monierte Maul, „unsere Aufschläge waren eine 50:50-Sache.“

Im verlorenen zweiten Satz leisteten sich die Gäste nicht weniger als acht Aufschlagfehler, darunter drei am Stück. „Das ist natürlich zu viel“, sagte Maul.

Nach dem 1:2-Rückstand ließ er – anders als zuvor – weniger rotieren. „Natürlich waren wir angestachelt.“ Was die Deutlichkeit des vierten Satzes (25:14) und des Tiebreaks (15:8) unterstrich. „Wir sind Zweiter, voll auf Kurs und mittlerweile auch auf einem guten Level“, resümierte Maul zufrieden.