27. September 2020 / 14:53 Uhr

Frauen siegen in 75, Männer in 76 Minuten: Volleyballer der SF Aligse haben es eilig

Frauen siegen in 75, Männer in 76 Minuten: Volleyballer der SF Aligse haben es eilig

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die SF Aligse klatschen ihren Libero Adrian Quistorff ab.
Die SF Aligse klatschen ihren Libero Adrian Quistorff ab. © Michael Plümer
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Am zweiten Doppelheimspieltag in der 3. Liga West gab es für die beiden Volleyballteams der SF Aligse den ersten Doppelsieg.

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Die neue Corona-Verordnung des niedersächsischen Sozialministeriums, wonach bei Sportveranstaltungen ab 50 Zuschauern kein Alkohol ausgeschenkt werden darf, hat die SF Aligse nur kurz aus dem Takt gebracht.

"Kein Alkohol, basta“

Wenige Stunden vor dem ersten Ballwechsel in der Sporthalle an der Schlesischen Straße kaufte Harald Thiele sämtliche alkoholfreien Getränke eines Ladens in Lehrte auf. „Wir haben eine klare Linie gezogen. Kein Alkohol, basta“, sagte Thiele.

Zu feiern gab es auch ohne Alkohol etwas, und zwar für beide Drittligateams der SFA.

Bilder vom Volleyball-Spiel der 3. Liga West zwischen den SF Aligse und dem VC 73 Freudenberg.

Bilder vom Volleyball-Spiel der 3. Liga West zwischen den SF Aligse und dem VC 73 Freudenberg. Zur Galerie
Bilder vom Volleyball-Spiel der 3. Liga West zwischen den SF Aligse und dem VC 73 Freudenberg. © Michael Plümer

Nicht nur beim Spiel der Männer – sie setzten sich im ersten Spiel des Tages gegen Aufsteiger VC 73 Freudenberg mit 3:0 (25:20, 25:15, 25:19) durch – gab es lautstarke Anfeuerungen des Lehrter SV. Zehn Oberliga-Handballer blieben nach dem 30:22 im Testspiel an gleicher Stelle gegen den MTV Großenheidorn II in der Halle.

Und fieberten nach einem kurzen Imbiss wenige Stunden später auch mit den Frauen mit, die gegen den TV Eiche Horn Bremen ebenfalls mit 3:0 (25:20, 25:16, 25:13) die Oberhand behielten. „Wir verstehen uns gut“, sagte LSV-Rückraumspieler Louis Ewert. „Die Volleyballer waren schon mehrere Male bei uns, jetzt waren wir mal wieder dran.“

Ströbl und Quistorff ragen heraus

Das galt nach der überraschenden Niederlage jüngst in Aachen auch für die Aligser: Bis zum 20:20 konnte der Aufsteiger aus Nordrhein-Westfalen noch mithalten – danach lief er der Musik hinterher. „Wir haben uns Niveau konstant halten können, sind nicht eingebrochen“, sagte Männer-Trainer Erik Maul und stellte fest: „Wir mussten uns erst auf den Gegner einstellen, aber Freudenberg war einfacher zu bespielen.“

Maximilian Ströbl, im Sommer vom USC Braunschweig zu den Galliern gewechselt, überragte bei seinen Aufschlägen – er war es auch, der die SFA beim Stand von 20:19 im ersten Durchgang mit zwei Assen auf die Siegerstraße brachte.

"Wollen natürlich noch weiter nach oben"

Und während Adrian Quistorff keinen Ball verloren gab, ließen Marc Rothbarth und Steffen Barklage im Mittelblock wenig zu. „Die beiden funktionieren seit dem ersten Spieltag“, lobte Maul und resümierte: „Wir sind froh, dass wir jetzt auf Platz drei geklettert sind und wollen natürlich noch weiter nach oben.“

Einziger Wermutstropfen: Roman Kammer zog sich bei seinem Saisondebüt beim Stand von 18:9 im zweiten Satz einen Muskelfaserriss in der Wade zu und wird erst einmal wieder ausfallen.

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Verwandelten die Männer nach gerade einmal 76 Minuten ihren ersten Matchball, waren die Frauen bei ihrem zweiten Sieg in Folge sogar noch eine Minute schneller.

"Darüber haben wir sie zerstört"

„Das war schon ein wichtiger Schritt, gewissermaßen zwei Stufen auf einmal“, sagte ihr Trainer Harald Thiele. „Die gesamte Präsenz, die wir an den Tag gelegt haben, alle Spielerinnen, gemeinsam mit den Fans, das wirkte als Einheit und darüber haben wir die Bremerinnen zerstört, haben Fehler provoziert.“

Dana Lichtendonk, Lea Frackmann, Inga Thiele, Katharina Büker, Hanna Viemann und Julika Hoffmann bildeten die erste Aligser Sechs. Leonie Lamp durfte im dritten Satz für zehn Ballwechsel ran, Anna Wübbena für insgesamt sechs – und das hatte seinen Grund.

"Ergebnis der Trainingsleistung von allen"

„Wir haben das Spiel proaktiv bestimmt. Es hat alles geklappt, und diesen Flow wollte ich mit Wechseln nicht kaputtmachen“, sagte Thiele und fügte flugs hinzu: „Das ist das Ergebnis der Trainingsleistung der letzten zwei Wochen von allen.“

Nur im ersten Satz konnten die Bremerinnen ihrem Gastgeber das Wasser reichen, zumindest bis zum Zwischenstand von 20:20. „Mit den folgenden fünf Punkten haben wir sie gebrochen“, sagte Thiele. Nicht nur Büker und Frackmann zogen den Gästen mit Aufschlagserien, die Co-Trainer Christian Franz auf der Bank vorgab, den Zahn.