26. März 2020 / 20:42 Uhr

DVV schafft Klarheit: SC Langenhagen hält die Klasse - Zieht der NWVV nach?

DVV schafft Klarheit: SC Langenhagen hält die Klasse - Zieht der NWVV nach?

Dirk Herrmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Für die Volleyballerinnen des SC Langenhagen ist jetzt endgültig klar: Sie haben den Klassenerhalt geschafft.
Für die Volleyballerinnen des SC Langenhagen ist jetzt endgültig klar: Sie haben den Klassenerhalt geschafft. © Michael Plümer
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Die Corona-Pandemie hat die Saison der Volleyballer durcheinandergewirbelt. Die Spielzeit wurde vorzeitig beendet, mittlerweile hat der DVV für Klarheit gesorgt, wie in Sachen Auf- und Abstieg verfahren wird. Eine Ebene tiefer, beim NWVV, ist die Entscheidung noch nicht gefallen.

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Auf die Entscheidung, wie die Saison 2019/20 gewertet wird, haben die Frauen des SC Langenhagen und ihre Kontrahenten in der Regionalliga nicht allzu lange warten müssen. Nachdem der Punktspielbetrieb am 12. März aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus vorzeitig beendet worden war, hat der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) inzwischen beschlossen, wie hinsichtlich des Auf- und Abstiegs verfahren werden soll. Um den Vereinen eine „geordnete Vorbereitung“ auf die nächste Spielzeit zu ermöglichen, folgte der DVV dabei einem Vorschlag des Bundesspielausschusses, der entsprechende Regelungen bezüglich der Wertung ausgearbeitet hat.

"Für uns war der Klassenerhalt praktisch fix"

Die Langenhagenerinnen dürften dem Beschluss des DVV gelassen entgegengesehen haben. Im Kampf um den direkten Klassenerhalt waren sie vor dem letzten Spieltag zwar noch nicht gerettet, nach der Absage der finalen Runde stand der SCL aber auf dem siebten Tabellenplatz – punktgleich mit dem Tuspo Weende, der den Relegationsrang belegte. „Für uns war der Klassenerhalt somit praktisch fix“, sagte SCL-Coach Sven Thiemann. Vereinen wie dem Tuspo, die es rechnerisch noch auf einen Nichtabstiegsplatz hätten schaffen können, werde im Hinblick auf die Saison 2020/21 angeboten, weiter in dieser Spielklasse anzutreten, heißt es in der Erklärung des DVV.

„Ich finde diese Regelung sehr fair“, sagte Thiemann. „Es wurde eine gute Lösung gefunden. Sie ist im Sinne des Sports und der Vereine.“ Das freue ihn auch für den VC Osnabrück, der mit einem Vorsprung von 16 Punkten an der Tabellenspitze stand. Auch wenn laut DVV nun kein Meistertitel vergeben werden soll, steigt der VCO in die 3. Liga auf. Seine einzige Niederlage hatte der Klub übrigens beim SCL hinnehmen müssen. „Ansonsten sind die Osnabrückerinnen souverän durch die Saison marschiert“, sagte Thiemann. „Und, nebenbei bemerkt, eine sympathische Mannschaft sind sie auch.“ Der Aufstieg sei ihnen zu gönnen.

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Unterhalb der Regionalliga, der vierthöchsten Spielklasse, sind die jeweiligen Landesverbände für den Spielbetrieb zuständig. Ob diese sich beim Thema Auf- und Abstieg den Maßnahmen des DVV anschließen werden, bleibt abzuwarten.

Vom Nordwestdeutschen Volleyball-Verband (NWVV) habe man diesbezüglich bislang keine Nachricht erhalten, sagte Felix Heinrich, der Trainer des VfL Grasdorf, der zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs in der Männer-Verbandsliga 3 als Tabellenführer den Wiederaufstieg in die Oberliga vor Augen hatte. „Ich schaue regelmäßig nach, ob ich dazu weitere Informationen finden kann“, sagte Heinrich. „Und ich gehe vorsichtig davon aus, dass es der NWVV ähnlich handhaben wird.“

"Würden die Saison auch gern noch nachbesprechen"

Die Grasdorfer hätten am letzten Spieltag in einem Fernduell mit dem TV Bornum, der zwei Zähler weniger auf seinem Konto hatte, um die Meisterschaft gekämpft. Ursprünglich bis zum 16. März hätten sie anschließend mitteilen müssen, ob sie den Aufstieg auch wahrnehmen würden. Diesen Meldetermin wird der NWVV aufgrund der aktuellen Entwicklungen indes neu festlegen. „Wir würden die Saison auch gern noch nachbesprechen“, sagte Heinrich. Momentan sei noch nicht klar, welche Spieler dem VfL erhalten bleiben, auch die Trainerfrage habe man vorerst „auf Eis gelegt“, so Heinrich. „Der Trainingsstart wird bei uns aber ohnehin nicht ganz so früh sein. Das ist noch mit einem großen Fragezeichen verbunden.“

Die Volleyballer des VfL Grasdorf warten noch auf endgültige Klarheit.
Die Volleyballer des VfL Grasdorf warten noch auf endgültige Klarheit. © Dennis Michelmann
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In der Verbandsliga 2 stand der TuS Wunstorf bei Abbruch der Spielzeit auf dem letzten Platz. „Aber wir hatten noch zwei Spiele offen und hätten den SC Langenhagen noch überholen können. Die hatten nur noch ein Spiel, aber nur einen Punkt mehr“, sagte Trainer Carsten Ens. „Der Verband hat noch keine Regelung getroffen. Aber nach dem, was in den höheren Ligen beschlossen wurde, gehe ich fest davon aus, dass wir in der Verbandsliga bleiben“, sagt Ens. „Ich würde auch nur in der Verbandsliga weitermachen. Und der Großteil der Mannschaft will es auch noch mal dort versuchen.“

Aufstiegsangebot auch für Relegationsteilnehmer?

Weil der Deutsche Volleyball-Verband in seinem Beschluss außerdem festgehalten hat, dass es keine Aufstiegsspiele gibt, ist man jetzt bei der TSV Burgdorf gespannt, welche Entscheidung der NWVV in dieser Angelegenheit treffen wird. Beim Saisonfinale in der Oberliga 2 hätte sich das Team von Trainer Kai Hartel mit einem Erfolg im entscheidenden Spiel um die Vizemeisterschaft bei Tabellennachbar ASC 46 Göttingen für die Relegation qualifiziert. Der ASC wiederum, für den noch eine weitere Partie anstand, besaß die Chance, an der TSV vorbeizuziehen. Aber werden auch potenzielle Relegationsteilnehmer ein Aufstiegsangebot erhalten?

Wunstorfs Trainer Carsten Ens hofft noch auf den Verbleib in der Verbandsliga.
Wunstorfs Trainer Carsten Ens hofft noch auf den Verbleib in der Verbandsliga. © Andre Tautenhahn

Diesbezüglich habe er bisher keine Information bekommen, die Klarheit verschaffen würde, sagte Hartel. „Wenn wir nächste Saison in der Regionalliga spielen könnten, dann müssten wir uns jetzt auf die Suche nach Sponsoren machen. Und dafür jemanden zu erwärmen ist in diesen Zeiten schwierig.“ Deshalb mache er sich keine Hoffnung auf einen Aufstieg. „Die Saison war gut und hat Spaß gemacht“, sagte Hartel. Er plane aber für ein weiteres Jahr Oberliga. „Das ist sinnvoller, seriöser und gesünder. Die Hauptsache ist, dass wir überhaupt bald wieder am Ball sein können.“

Die Landesliga-Frauen des TSV Stelingen standen bei Abbruch auf dem Abstiegsrelegationsplatz – und hätten diesen nicht mehr verlassen können. „Aber das Relegationsspiel gegen den Sieger der Bezirksligazweiten fällt aus. Ich rechne damit, dass wir und die beiden Bezirksligazweiten nun in der Landesliga spielen dürfen – wenn sie denn wollen. Zur Not auch mit elf statt neun Teams. Wir wollen jedenfalls dabeibleiben“, sagte Trainer Jörn Tegt­meyer.