31. März 2020 / 12:17 Uhr

Vollzeit-Papa statt Handball: Fallersleber Behrens genießt die Zeit mit der Familie

Vollzeit-Papa statt Handball: Fallersleber Behrens genießt die Zeit mit der Familie

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Anders als andere: Kris Behrens (am Ball, kl. Bild) gönnt seinem Körper Ruhe.
Anders als andere: Kris Behrens (am Ball, kl. Bild) gönnt seinem Körper Ruhe. © Privat/Roland Hermstein
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Überall fragen sich Sportler, wie sie sich in der Corona-Krise fit halten können. Anders Kris Behrens: Der Rückraumspieler des Handball-Verbandsligisten VfB Fallersleben nutzt die zusätzliche Freizeit, um seinem Körper die nötige Ruhe zu geben. Zudem konzentriert sich der 31-Jährige auf seine Aufgabe als Vollzeit-Papa.

„Ich habe die Zeit bisher sehr gut mit meiner Familie verbracht. Was ich das letzte halbe Jahr durch den Handball zurückstecken musste, das konnte ich in den letzten vier Wochen wieder aufholen. Vor allem meine Tochter Marie hatte bisher viel Spaß“, sagt Behrens, dessen Tagesablauf sich aktuell wie folgt gestaltet: Nach dem Aufstehen gibt es ein gemeinsames Frühstück, anschließend folgt eine große Runde mit dem Fahrrad. Auf Trab halten Behrens seine vierjährige Tochter und Berner-Sennenhund-Mix Amy.

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Nach dem Mittagessen folgt eine zweite Runde – wieder mit dem Rad oder zu Fuß. „Ich versuche, so gut es geht, draußen zu sein und die Natur zu genießen“, sagt Behrens, der bei Volkswagen in der Fahrzeugproduktion arbeitet: „Ich bin seit eineinhalb Wochen in Kurzarbeit, habe die zwei Wochen bis nach Ostern noch vor mir. Ich bin gespannt, was dann passiert.“

Handball-Verbandsliga: VfB Fallersleben - HSV Warberg/Lelm. Zur Galerie
Handball-Verbandsliga: VfB Fallersleben - HSV Warberg/Lelm. © Britta Schulze

Neben seiner Tochter profitiert auch Ehefrau Nicole von der momentanen Situation. „Sie genießt es gerade wirklich, dass ich jeden Tag da bin“, sagt Behrens, der durch den Handball sonst nur drei- bis viermal die Woche Zeit für die Familie hat: „Zweimal Training und ein Spiel, da ist man meistens nur unterwegs.“ Durch die vielen Aktivitäten, die Papa Kris mit der kleinen Marie unternimmt, kann Frau Nicole in Ruhe von zu Hause aus arbeiten. „Wenn die Frau nicht glücklich ist, dann kann ich auch kein Handball spielen“, sagt Behrens. 

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Der VfBer war froh, seinem Körper eine Auszeit vom Sport geben zu können. Nach einem Achillessehnenriss vor zwei Jahren und insgesamt drei Mittelfußbrüchen kennt er seinen Körper genau. „Jetzt habe ich vier Wochen lang die Seele baumeln und meinen Körper regenerieren lassen, doch ab sofort fange ich wieder mit lockerem Lauftraining an.“ Mit Steigerungsläufen über unterschiedliche Distanzen will er in den nächsten zwei Wochen wieder die nötige Fitness erlangen.

Wie es sportlich weitergeht, ist offen. Mit dem VfB befindet der erfahrene Behrens aber als Tabellenführer der Verbandsliga in einer komfortablen Situation. Dennoch macht auch ihm der Ist-Zustand zu schaffen: „Es liegt nicht in unserer Hand. Wenn wir weiterspielen sollten, dann geben wir weiter alles, damit wir da bleiben, wo wir gerade stehen. Einmal Oberliga will ich gerne noch spielen.“

Mehr heimischer Sport

So ist die Lage im Handball

Der Sport und die Corona-Krise: Viele Probleme betreffen alle Aktiven – und doch hat jeder Verband auch seine eigenen Sorgen. AZ/WAZ-Sportredakteur Henning Kampen hat mit den Funktionären gesprochen. Manfred Mischnick, Ansprechpartner Handball im Kreisfachverband Gifhorn und Geschäftsführer Handball des MTV Gifhorn,schildert die aktuelle Situation.

Herr Mischnick, wie hat sich die Coronavirus-Pandemie auf den Handball in ihrem Kreis ausgewirkt?

Der Spielbetrieb ist komplett eingestellt, die Sitzungen sind bis auf Weiteres abgesagt worden. Die Hallen sind geschlossen, es kann nicht mehr trainiert werden.

Am 8. April berät das Präsidium des Handballverbands Niedersachsen über das weitere Vorgehen. Worauf wird es Ihrer Meinung nach hinauslaufen?

Ich denke, dass bis Ostern nichts weiter passieren wird.

Gibt es Ihrer Meinung nach die Möglichkeit, die Sporthallen in den Sommerferien zu nutzen?

In Gifhorn ist es problematisch, da viele Hallen saniert werden. Danach müsste man sehen. Eigentlich muss das besprochen werden, aber die Sitzungen fallen auch aus. Auch von weiter oben haben wir noch keine Ansage bekommen.

Handball-Oberliga: MTV Vorsfelde - TV Stadtoldendorf. Zur Galerie
Handball-Oberliga: MTV Vorsfelde - TV Stadtoldendorf. © Britta Schulze

In anderen Sportarten wurde die Saison vorzeitig beendet. Ist das auch im Handball denkbar?

Es wird vermutlich darauf hinauslaufen. Wir müssen zum Beispiel in den Jugendbereichen für die neue Saison noch die Relegationen spielen, das wird wahrscheinlich gar nicht klappen. Darüber wird sicher auch bei der Videokonferenz am 8. April gesprochen.


Die Beachhandball-Saison sollte eigentlich jetzt anlaufen. Wie sieht es da aus?

Das Problem ist, dass in der Sommerpause die ganzen Beach-Veranstaltungen sind. Da ist die Frage, ob das alles stattfinden kann.

Wie ist es mit Spielern, die zur neuen Saison den Verein wechseln möchten?

Es gibt eine Wechselfrist von sechs Wochen, das sollte kein Problem sein. Das bedeutet, sie können jederzeit wechseln, sind dann aber für sechs Wochen, beziehungsweise eine gewisse Anzahl an Spielen gesperrt. Im Leistungssport kann es andere Regularien geben.

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