15. Juni 2019 / 11:34 Uhr

Vom Absteiger zum Meister: Wechselt Albornoz nach Uruguay?

Vom Absteiger zum Meister: Wechselt Albornoz nach Uruguay?

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Liegt die berufliche Zukunft von Miiko Albornoz in Uruguay?
Liegt die berufliche Zukunft von Miiko Albornoz in Uruguay?
Anzeige

Ein Stammspieler war er in der vergangenen Saison nicht. Zu oft stand sich der linke Außenverteidiger selbst im Weg oder wackelte in der Rückwärtsbewegung. Nun bestätigte ein südamerikanischer Meisterschaftsfavorit Interesse an dem Linksfuß.

Anzeige
Anzeige

Hannover 96 steckt im Transferstau. Auf fast jeder Position blockieren Profis mit guten Verträgen und Gehältern den Weg für Neues. Jonathas ist als Topverdiener auch in der 2. Liga noch Gehaltsmillionär. Das Gleiche gilt für Genki Haraguchi. Beide enttäuschten in Hannover, deshalb gibt es auch keine Interessenten, die ansatzweise zahlen würden, was die Spieler früher wert waren. Aber in die linke 96-Außenbahn kommt endlich Bewegung. Der Klub Penarol Montevideo aus Uruguay bestätigte sein In­te­res­se an Miiko Albornoz.

Der Manager des Rekordmeisters und dreimaligen Weltpokalsiegers Carlos „Tio“ Sanchez erklärte der Zeitung „La Cuarta“ zu den Bemühungen um den 28-Jährigen: „Es stimmt, der Name Miiko Albornoz ist einer der zwei oder drei, mit denen wir uns für diese Position beschäftigen. Wir verfolgen seinen Weg schon seit einiger Zeit. Unser Team verstärkt sich für die zweite Jahreshälfte, aber wir haben noch Zeit, die Verstärkung einzustellen, die wir für unser Projekt benötigen.“

Mehr zu den Transfers von Hannover 96

Ostrzolek vs. Albornoz: Was der eine hat, fehlt dem anderen

Das Penarol-Projekt heißt: Meisterschaft. Nach der Hinrunde liegt der Traditionsklub auf Platz eins. Der linke Verteidiger Lucas Hernandez wird zum 1. Juli zu Atletico Mineiro nach Brasilien wechseln. Albornoz soll sein Nachfolger werden. Vom Absteiger Hannover zum Meister Penarol? Das kann reizvoll sein für den linken 96-Verteidiger, der sich in Hannover defensiv so oft selbst im Wege stand und seine Stärken meistens in der Offensive zeigte.

Matthias Ostrzolek (29) spielt auf derselben Position und ist das Gegenteil von Albornoz: offensiv wirkungslos, defensiv stabil – wenn er nicht in Sprintduelle muss wie am letzten Bundesliga-Spieltag gegen den Düsseldorfer Benito Raman. Die Trainer André Breitenreiter und Thomas Doll konnten je nach Ge­schmack und Gegner entscheiden: Setzen sie auf den Offensiven (Albornoz) oder den Defensiven (Ostrzolek) oder auf beide? Was der eine hat, fehlt dem anderen und umgekehrt. Nur richtig schnell ist keiner von beiden. Hier braucht 96 für die neue Marschroute (Tempo!) eine neue, komplette Lösung.

So genossen die Spieler von Hannover 96 ihre freie Zeit:

96-Spieler im Urlaub. Zur Galerie
96-Spieler im Urlaub. ©
Mehr zu Hannover 96

Viel Rotation auf den Außenverteidiger-Positionen

Aber: „Im Augenblick ist es eher so, dass wir verkaufen müssen, bevor wir jemanden kaufen können“, sagt Cheftrainer Mirko Slom­ka.

Es würde 96 gut passen, wenn die linke Außenbahn frei würde. US-Talent Chris Gloster soll nach der U20-WM an die Profis herangeführt werden. „Er hat bei der WM noch einen Schritt gemacht“, sagt Slomka. Ostrzolek möchte 96 ebenfalls verlassen. Die „Bild“- Zeitung berichtete bereits von einem Beraterwechsel. Außerdem verdient der Linksfuß in der 2. Liga „nur“ 700. 000 Euro Grundgehalt pro Jahr statt zuvor 1,4 Millionen Euro.