08. Juli 2021 / 10:36 Uhr

Vom Atlantik an die Mulde: Anton Rücker kehrt zum FC Eilenburg zurück

Vom Atlantik an die Mulde: Anton Rücker kehrt zum FC Eilenburg zurück

Susan Stephan
Leipziger Volkszeitung
Anton Rücker
FCE-Neuzugang Anton Rücker (l.) wird von Sportdirektor Stephan Hofmann per Faust begrüßt. © Susan Stephan
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Der FC Eilenburg hat am Mittwoch den zehnten Neuzugang perfekt gemacht. Anton Rücker kehrt acht Jahre nach seinem Abschied an die Mulde zurück. Der 20-Jährige kommt vom portugiesischen Zweitligisten SC Leixoes.

Eilenburg. Gut zwei Wochen vor dem heißen Saisonstart gegen Chemie Leipzig (23.-25.7.) hat der FC Eilenburg noch einmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Anton Rücker ist der zehnte Neuzugang und ein alter Bekannter. Der 20-Jährige kehrt acht Jahre nach seinem Abschied zum FCE als Junioren-Nationalspieler mit Auslandserfahrung zurück. „Wir waren in den letzten Jahren immer wieder in Verbindung. Dass er sich jetzt bei der Mission Klassenerhalt einbringen will, ist sensationell“, zeigt sich FCE-Präsident Steffen Tänzer begeistert vom gelungenen Transfer. Er kennt Anton noch als kleinen Lockenkopf, der in der D-Jugend unter dem heutigen Nachwuchskoordinator Mike Trybusch derart für Wirbel sorgte, dass RB Leipzig auf ihn aufmerksam wurde.

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"Brauchte keine Eingewöhnung"

Rücker, in Eilenburg geboren und in Bad Düben aufgewachsen, wechselte zu den „Roten Bullen“, zog später ins Internat und spielte bis zur U19 im Nachwuchs des Bundesligisten. Im letzten U19-Jahr wurde er von RB zudem mit einem Local-Player-Vertrag bei den Profis ausgestattet Den Sprung direkt in das Profiteam des Vizemeisters hat bisher noch kein Talent von RB geschafft – auch Rücker nicht. So wählte der Junioren-Nationalspieler (vier Einsätze in der U16/ ein Einsatz für die U17) den Weg nach Portugal.

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In den ersten beiden Wochen unterstützt von seinen Eltern musste sich der damals 19-Jährige die weiteren neun Monate allein durchbeißen. Er kam beim Zweitligisten SC Leixoes insgesamt auf sieben Einsätze, richtig warm wurde er aber nicht. „Ich habe mich nicht richtig wohl gefühlt“, sagt er ehrlich, „und deshalb meinen Vertrag, der bis 2023 lief, von meiner Seite her beendet.“

Der Faktor „Wohlfühlen“ ist jetzt ein völlig anderer. Rücker kennt den Verein, viele Verantwortliche, einen Großteil der Spieler. „Ich brauchte keine Eingewöhnung und fühle mich auf und neben dem Platz extrem wohl“, erklärt der Abiturient, der jetzt wieder in Bad Düben wohnt und zurück bei seiner Familie ist. Sein Bruder spielt noch beim FV und trainiert in der Kurstadt eine Nachwuchsmannschaft.

Die Freude ist zurück

Den Traum vom Profi-Fußballer hat Anton Rücker nicht aufgegeben. In Eilenburg will er sich weiterentwickeln und für andere Vereine empfehlen. „Die Mannschaft ist cool und die vierte Liga für einen jungen Spieler topp“, weiß er und macht klar: „Ich will die Chance nutzen, mich zeigen, viel spielen und die nächsten Entwicklungsschritte unter den beiden jungen und sehr motivierten Trainern machen.“

Klingt nach einer Win-Win-Situation für alle. Teammanager Stephan Hoffmann ist jedenfalls froh, „nach den Abgängen von Lucas Danz und Jonas Vetterlein einen Spieler mit Eilenburger Wurzeln“ verpflichtet zu haben. „Anton hat sein Potential in der Defensive sofort gezeigt und besticht mit einer unglaublichen Physis.“ Neben dem Fußball setzt Rücker auch auf eine Ausbildung. Er will er ein Fernstudium im Bereich Sport beginnen, „das lässt sich gut kombinieren“, lacht er.


Die Freude ist zurück. Bei allen Beteiligten. Und der Traum vom Fußballprofi lebt in Rücker weiter. Einmal war der FCE für Rücker schon das Sprungbrett zu RB, warum nicht auch ein zweites Mal. Am Samstag heißt das Ziel aber erst einmal TSV Aubstadt. Das Testspiel beim bayrischen Regionalligisten beginnt 14 Uhr.