28. Juli 2021 / 13:24 Uhr

Vom Feldspieler zum Torwart: FA Doberschütz-Mockrehna sortiert sich neu

Vom Feldspieler zum Torwart: FA Doberschütz-Mockrehna sortiert sich neu

Christian Kluge
Leipziger Volkszeitung
Rene Schilling
Rene Schilling (li.) war beim FC Eilenburg II noch Feldspieler. © Susan Stephan
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Erst verzichtete Frisch-Auf Doberschütz Mockrehna freiwillig auf die Nordsachsenliga, dann verließen den Verein zwei Leistungsträger und der Torwart. Nun gehen die Kreisligisten ungewöhnliche Wege.

Doberschütz. Dass man nicht immer alles glauben sollte, was das Internet an Informationen hergibt, beweist ein Blick auf die nordsächsischen Testspiele bei fussball.de und dort speziell auf die Partie zwischen Doberschütz-Mockrehna und der Reserve vom ATSV Frisch Auf Wurzen am 24. Juli. Auf der Auswechselbank hatten die Hausherren nur drei Spieler – und die sind alle in der fünften Minute eingewechselt worden?

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„Nein, so war das nicht“, lächelt Christian Bardt, der an diesem Tag nicht nur mitspielte, sondern als Co-Trainer auch den Hut aufhatte. Denn Chefcoach Dirk Geißler weilte zu diesem Zeitpunkt schon im Urlaub und war gar nicht an der Seitenlinie - auch wenn das Internet etwas anderes behauptet. So bleibt es Bardt vorbehalten, den Stand der Vorbereitung bei Doberschütz-Mockrehna einzuschätzen, denn ein weiteres Testspiel vor dem Auftakt im Nordsachsenpokal beim SV Wölkau am 8. August wird es nicht mehr geben.

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„Bei den Wechseln gegen Wurzen hat der Schiedsrichter einfach nur die falsche Zeit eingegeben. Wir haben erst zur Halbzeitpause gewechselt“, berichtet Bardt, der mit dem Auftritt seiner Männer recht zufrieden war. „Wir haben in den ersten 45 Minuten mit drei Stürmern gespielt. An diese Leistung müssen wir versuchen anzuknüpfen in der kommenden Saison. Dann können wir in der Kreisliga durchaus im oberen Mittelfeld mitspielen.“

Neu formiertes Team

Nach dem 1:1-Pausenstand – Mario Flögel hatte die Hausherren in der 29. Minute mit 1:0 in Führung gebracht - schwanden den Doberschützern bei Gluthitze in der zweiten Hälfte etwas die Kräfte und am Ende siegte Wurzen II mit 7:1. Bardt: „Zwei meiner Spieler hatten auch kurz vor der Partie ihre zweite Impfung gegen das Corona-Virus bekommen. Das hat man ihnen schon angemerkt. Ich hätte wahrscheinlich etwas umstellen müssen.“

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Umstellen musste Doberschütz-Mockrehna in der Sommerpause sowieso. Denn die Abgänge von Mittelstürmer Rocky Wedehase – er wechselte nach Beilrode – sowie Florian Walther (zum SV Leipzig-Thekla) trafen den Nordsachsenligisten so schwer, dass sich das Team freiwillig in die Kreisliga verabschiedete. Ebenso gravierend war der Abgang von Torhüter Willi Krüger.

„Wir hatten bis vor wenigen Wochen keinen Torwart“, stöhnt auch Sektionsleiter Michael Nölle, der sich von diesen Ereignissen bis Ende Juli an der Ostsee erholt. Doch dann wurde Frisch Auf doch noch fündig und so hütete René Schilling am 24. Juli das Tor der Doberschützer, nachdem der Heimtest eine Woche zuvor von den Gästen des SV Laußig 51 abgesagt wurde. Nun startet die Elf von Cheftrainer Dirk Geißler also nur mit zwei Testspielen in die neue Saison. Bereits am 11. Juli verlor sein neu formiertes Team beim SV Naundorf mit 2:5. Hier stand René Schilling (kam vom FC Eilenburg II) erstmals im Kasten.

Frauenteam für Stadtliga angemeldet

„Er war früher Feldspieler, stand aber auch schon im Tor“, erzählt Bardt über den 35-Jährigen. „Ich habe einen positiven Eindruck von ihm. Ein bisschen muss er noch an seinem Stellungsspiel arbeiten. Aber das wird schon.“ Als zweiten Torwart wollen sich die Doberschützer ihren A-Jugend-Keeper Lukas Herrmann heranziehen. Und was erwartet der Co-Trainer vom Pokal-Auftakt in Wölkau? „Ich kann den Gegner schwer einschätzen. Aber wenn wir einen guten Tag haben, können wir dort vielleicht bestehen.“ Eine Woche später folgt dann der Kreisliga-Punktspielstart mit der Heimpartie am 14. August um 15 Uhr gegen den Dommitzscher SV Grün/Weiß. Der belegte in der abgebrochenen Kreisliga-Saison.

2020/21 Platz zehn, konnte aber von seinen sechs ausgetragenen Punktspielen kein einziges gewinnen. „Für mich spielen Platzierungen in der kommenden Saison zunächst keine Rolle“, sagt Frisch-Auf-Sektionsleiter Michael Nölle. „Die Mannschaft muss sich sicher erstmal finden. Eine gute Gemeinschaft ist wichtig. Und wir als Verein müssen auch im Nachwuchsbereich am Ball bleiben.“

Eine gute Nachricht gab es dann zum Schluss auch noch aus dem Ostseeurlaub. „Unsere Frauenmannschaft hat sich für die Leipziger Stadtliga angemeldet“, berichtet Nölle. „Da freuen wir uns schon sehr darüber.“

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