30. Oktober 2021 / 09:57 Uhr

Vom Helden zum Sündenbock: ZFC Meuselwitz suspendiert Dartsch und Kollegen

Vom Helden zum Sündenbock: ZFC Meuselwitz suspendiert Dartsch und Kollegen

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Alexander Dartsch verlässt nach einem Landespokalspiel seines ZFC Meuselwitz  gegen den FC Carl Zeiss Jena enttäuscht das Spielfeld auf der Glaserkuppe.
Alexander Dartsch verlässt nach einem Landespokalspiel seines ZFC Meuselwitz gegen den FC Carl Zeiss Jena enttäuscht das Spielfeld auf der Glaserkuppe. © Mario Jahn
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Alexander Dartsch versteht seine Suspendierung nicht: „Der Trainer hat mir keine echte Chance gegeben.“ Nachdem das Quartett aussortiert wurde, braucht der abstiegsbedrohte ZFC Meuselwitz neues Personal, um die Regionalliga halten zu können. Aus diesem Grund wurde mit Matthias Hamrol ein neuer Torwart verpflichtet. Dagegen sagte der Österreichischer Steinlechner den Zipsendorfern ab.

Altenburger Land. Er war im Januar als großer Hoffnungsträger zum ZFC Meuselwitz zurückgekehrt. Jetzt ist Alexander Dartsch gemeinsam mit Firat Tuncer, Fabian Guderitz und Fabian Raithel vom neuen Trainer David Bergner aussortiert worden. Verstehen kann Dartsch die Entscheidung nicht, fühlt sich vielmehr schon länger als Sündenbock. Dabei waren Probleme mit dem neuen Coach vorprogrammiert.

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„Wir können nur abwarten“

Bergner und Dartsch kennen sich noch aus ihrer gemeinsamen Zeit beim Chemnitzer FC. Schon damals gab es Spannungen. „Der Trainer hat mir auch jetzt keine echte Chance gegeben, er hatte offenbar keinen Bock auf mich. Ich habe in den letzten zwei Spielen fünf Minuten gespielt, da kann ich eigentlich so viel nicht falsch gemacht haben.“ Dartsch und die anderen drei vom Regionalliga-Team freigestellten Spieler traf die Entscheidung völlig unvorbereitet: „Das hat jeden überrascht, damit war nicht zu rechnen.“

DURCHKLICKEN: Das Regionalligaspiel des ZFC gegen FC Eilenburg

Jeweils ein Punkt, der niemanden so richtig befriedigen dürfte: Der ZFC Meuselwitz und der FC Eilenburg trennen sich 1:1. Zur Galerie
Jeweils ein Punkt, der niemanden so richtig befriedigen dürfte: Der ZFC Meuselwitz und der FC Eilenburg trennen sich 1:1. ©

Die in Ungnade gefallene Viererbande ist nun zwangsläufig zu Weggefährten geworden. „Wir schreiben uns, wie es ausschaut. Natürlich ist die Stimmung nicht gerade super, aber das war sie auch vorher nicht. Wir können jetzt nur die Füße stillhalten und abwarten“, erzählt der Angreifer. Selbst bei einer vorzeitigen Vertragsauflösung ist ein Vereinswechsel erst in der Winterpause möglich.

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Dabei hatte speziell Dartsch seine (berufliche) Zukunft in Meuselwitz gesehen. Er wollte nach dem Ende seines BWL-Studiums bei bluechip, der Firma von ZFC-Boss Hubert Wolf, anfangen. Daraus dürfte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nun wohl nichts werden. „Manchmal kann man die Dinge im Fußball eben nicht vorhersehen. Im Winter sehen wir weiter“, meint der „Dartscher“. Bei seiner Rückkehr nach Meuselwitz im Januar hatte er noch gesagt: „Ich kann mir absolut vorstellen, meine Laufbahn in Meuselwitz zu beenden. Hier habe ich Planungssicherheit.“ Damit ist es nun vorbei.

ZFC Meuselwitz sucht Ersatzleute

Allerdings steht Dartsch bereits länger im Fokus der Kritik. Zu Saisonbeginn wurde er wegen Trainings-Rückstands schon einmal kurzzeitig zur zweiten Mannschaft delegiert. „Es zieht sich seit Sommer. Das ist keine schöne Sache. Beim Fußball wirst du eben schnell vom Helden zum Sündenbock“, sagt der 27-Jährige. Ihn und seine drei Leidensgenossen kann man fortan in der 1. Kreisklasse Ostthüringen im Reserveteam bewundern. Allerdings dürfen dort immer nur zwei Spieler aus der Regionalliga-Truppe eingesetzt werden. Am Sonntag beim RSV Altenburg II sind Guderitz und Raithel dran.

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Nachdem das Quartett aussortiert wurde, ist der Regionalliga-Kader auf 20 Spieler geschrumpft. Zieht man die Langzeitverletzten Dominik Bock und Jegor Jagupov ab, bleiben 18. Deswegen sucht man an der Schnauder Ersatz. So wurde am Freitag die Verpflichtung von Torhüter Matthias Hamrol bekanntgegeben. Außerdem zeigte sich der Österreicher Alexander Steinlechner im Probetraining, doch fühlte sich offenbar nicht wohl. „Es hat ihm nicht richtig gefallen. Schade, ich dachte eigentlich, dass es was wird“, sagte sein Berater Okan Ekmekci. Aber er habe noch einen anderen Spieler für Meuselwitz im Auge. Einen Namen nannte er freilich nicht