30. März 2021 / 16:11 Uhr

Vom Oberliga- ins Bezirksliga-Team: So geht's nach dem Gutsche-Wechsel bei Lupo weiter

Vom Oberliga- ins Bezirksliga-Team: So geht's nach dem Gutsche-Wechsel bei Lupo weiter

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Blicken optimistisch in die Lupo-Zukunft: Luciano Mileo (o. l., im Uhrzeigersinn) Hasan Dösemeci, Giampiero Buonocore und Lennart Gutsche.
Blicken optimistisch in die Lupo-Zukunft: Luciano Mileo (o. l., im Uhrzeigersinn) Hasan Dösemeci, Giampiero Buonocore und Lennart Gutsche. © Roland Hermstein, Boris Baschin, Britta Schulze, Privat
Anzeige

Lennart Gutsche legte seine Ämter im Oberliga-Team von Lupo/Martini Wolfsburg nieder, übernimmt als Coach künftig gemeinsam mit Hasan Dösemeci die Zweite des Klubs. Doch diese interne Lösung schließt nicht nur eine Baustelle, sondern reißt auch neue auf.

Anzeige

Gemeinsam mit Hasan Dösemeci übernimmt Lennart Gutsche ab kommender Saison die Bezirksliga-Reserve von Lupo/Martini Wolfsburg. Das Gute: Der Verein hat damit Lupo-Veteranen als Nachfolger von Babis Cirousse gefunden, der das Trainer-Amt bei der Zweiten aus privaten und beruflichen Gründen niederlegen wird. Das weniger Gute: Die Lösung zieht einen Rattenschwanz nach sich, die Löcher, die Gutsche als Torwart-Trainer und Sportlicher Leiter der Oberliga-Mannschaft hinterlässt, wollen gestopft und Dösemeci (auch Trainer der F-Jugend) muss bei seiner Doppel-Funktion unterstützt werden. Im Klub sorgt das aber nicht für Sorgenfalten.

Anzeige

Denn auch wenn sich nach der Schließung einer Baustelle neue öffnen, bleibt Vorstands-Mitglied Luciano Mileo entspannt. "Für Lennart ist das das Richtige. Ich habe zu ihm gesagt: 'Wenn du Trainer sein willst, dann mach das'", betont der Gutsche-Vorgänger als Sportlicher Leiter. "Wir wollen ihm die Möglichkeit geben, das auszuprobieren. Das Wichtigste ist ohnehin, dass er im Verein bleibt." Denn so kann Gutsche weiterhin Tipps geben, hilft bei den Nachfolger-Suchen mit. Als Sportlichen Leiter favorisiert Mileo übrigens eine interne Lösung. Aber: "Wir müssen das im Vorstand noch besprechen, da machen wir uns in Ruhe Gedanken."

Ab Ostern zweigleisig

Etwas Zeit ist schließlich noch. Gutsche bleibt bis mindestens 30. Juni in seinen Tätigkeiten im Oberliga-Team im Amt. "Und wenn es eine Woche länger ist, ist das auch kein Problem", sagt Lupos Tausendsassa mit einem Schmunzeln. Denn um die Kaderplanung für die anstehende Saison kümmert er sich noch zusammen mit Cheftrainer Giampiero Buonocore. Aber nach Ostern wird's für Gutsche stressiger als in den Jahren zuvor: "Dann fahre ich zweigleisig und beginne, mit Hasan den künftigen Kader der Zweiten zu planen."

Ab Sommer muss sich dann also auch Buonocore umstellen, wird dann einen neuen Sportlichen Leiter und Torwart-Trainer an seiner Seite haben. Die Suchen laufen, mit möglichen Torwart-Trainern hatte der Cheftrainer sogar schon Kontakt. Und falls sich keiner findet? Gutsche: "Wenn alle Seiten damit einverstanden sind, würde ich mich auch zur Verfügung stellen. Aber", und das betont scheidende Assistenz-Trainer, "das ist nicht das Ziel, nur eine Möglichkeit."

Verzahnung von drei Teams wichtig

Den bevorstehenden Verlust von Gutsche in seinem Team bedauert Lupos Oberliga-Coach einerseits. "Lennart wird natürlich fehlen, er hat menschlich wie sportlich eine große Qualität." Aber: "Es ist der nächste Schritt für ihn und für den Verein die ideale Lösung. Ich sehe nur das Positive." So soll Gustche vor allem bei der Verzahnung von erster und zweiter Mannschaft sowie der A-Jugend eine entscheidende Rolle spielen. Und das ist wichtig. "Es kommen A-Jugendliche hoch, die wegen Corona quasi keine A-Jugend gespielt haben. Wir müssen für die Jungs eine gute Lösung haben", sagt Buonocore, der einen Mix im Sinn hat. "Vielleicht können einige Spieler in der Zweiten Spielanteile sammeln, aber bei der Ersten mittrainieren."

Wie auch immer die Lösung aussieht, langfristig solle es schon das Ziel der Zweiten sein, Lupo-Talente an die Oberliga heranzuführen, sagt Dösemeci. Und deshalb wollen er und Gutsche sich bei der Kaderplanung auch Hilfe dazunehmen. Dösemeci: "Wegen Corona können wir keine aktuellen Eindrücke auf dem Platz sammeln, keine Spiele schauen. Deshalb werden wir auch auf die Meinungen von Babis, Team-Manager Gabriel Callea und A-Jugend-Trainer Marco Cuccia vertrauen."

Dösemeci steht das Abenteuer Doppel-Tätigkeit bevor. Wie er das wuppt? "Der Verein wird mir dabei helfen, wir werden die Trainingstage so legen, dass ich erst die Kleinen trainiere und dann die Zweite. So können wir den großen Aufwand möglichst gering halten." Und das Allerwichtigste: "Ich habe die Rückendeckung von meiner Familie. Ohne geht das wirklich nicht."