28. Juli 2020 / 09:02 Uhr

Vom Talent zum Chef-Ausbilder: Richard Hoffmann wird Tischtennis-Landestrainer

Vom Talent zum Chef-Ausbilder: Richard Hoffmann wird Tischtennis-Landestrainer

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Einst war er als Spieler selbst jahrelang im Stützpunkt, mittlerweile darf Richard Hoffmann die Talente von morgen ausbilden.
Einst war er als Spieler selbst jahrelang im Stützpunkt, mittlerweile darf Richard Hoffmann die Talente von morgen ausbilden. © Uwe Serreck
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Als junges Tischtennis-Talent wurde Richard Hoffmann einst selbst im Sportinternat in Hannover gefördert. Seit dem 1. Juli ist der ehemalige Spielertrainer der 96-Männer als Landestrainer des TVN für die Talente von morgen zuständig - und blickt der neuen Aufgabe voller Vorfreude entgegen.

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Für Richard Hoffmann schließt sich ein Kreis. Mit 15 Jahren kam der ehemalige Spielertrainer der 96-Männer als eines der größten Talente Niedersachsens auf das Sportinternat in Hannover. Seit dem 1. Juli ist der 29-Jährige zum Landestrainer des Tischtennisverbandes Niedersachsen (TTVN) aufgestiegen.

"Ein tolles Gefühl, ich freue mich total"

Dass ein Spieler zurückkehrt, ist durchaus etwas Besonderes. „Ein tolles Gefühl, ich freue mich total“, sagt Hoffmann. Bereits seit sechs Jahren arbeitete er als Honorartrainer für den Verband, für den er künftig mit einer halben Stelle tätig sein wird. Der Vertrag gilt zunächst für ein Jahr. „Ich will mir alle Möglichkeiten offenhalten“, sagt der Student für Deutsch und Sport. Das Präsidium habe jedoch Interesse an einer längeren Zusammenarbeit signalisiert. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht: Seit Mitte Juni ist klar, dass Hannover bis zum 31. Dezember 2024 Bundesstützpunkt bleibt.

96-Erfolgsgeschichte endete abrupt

Hoffmann kennt die Strukturen bestens. „Ich habe hier mein halbes Leben verbracht“, sagt er. Als Jugendlicher schaffte er am Stützpunkt den Durchbruch, mit dem TuS Celle spielte er zwischen 2010 und 2014 drei Jahre in der 2. Liga. Danach wechselte Hoffmann zu 96, das damals in der Landesliga spielte, und führte eine Mannschaft mit jungen Spielern bis in die 3. Liga.

Das Ende dieser Erfolgsgeschichte war abrupt. Der neu gewählte 96-Vorstand entschied Ende des vergangenen Jahres, die Mittel zu kürzen und sich vom Leistungssport zu verabschieden. „Total bitter. Aus Verbandssicht ist es wichtig, engagierte Vereine zu haben, die bereit sind, den Leistungssport zu fördern“, sagt Hoffmann. Er befürchtet, dass es für 96 nicht einfach sein wird, dranzubleiben. Das Augenmerk des Vereins müsse jetzt auf der Entwicklung neuer Talente liegen.

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Tischtennis könnte halbwegs in die Normalität zurückkehren

Ein interessantes Projekt sieht Hoffmann auch bei Arminia Hannover, die sich nach dem Aufstieg in die Oberliga anschickt, dem Stadtrivalen den Rang abzulaufen. Der usbekische Spitzenspieler Abdulaziz Anorboev ist FSJler beim TTVN. „Er bereichert die Trainingsgruppe“, sagt der neue Landestrainer.

Seit Mitte Mai geben die Kaderathleten wieder Gas. Technisch haben sie in der Corona-Zwangspause zugelegt, was fehlt, sind Wettkämpfe. „Man muss sich viel einfallen lassen, um die Leute griffig zu halten“, sagt Hoffmann. Er bezeichnet die letzten Monate als Ruhe vor dem Sturm und ist sicher: „Wenn es wieder losgeht, sind die Jungs richtig gut.“

Die Zwangspause bot für die Kaderspieler die Möglichkeit zum Durchschnaufen. Auf den für September geplanten Saisonstart sind dennoch alle heiß. Im Moment sieht es so aus, als könne das Tischtennis unter Einhaltung einiger Hygieneregeln halbwegs in die Normalität zurückkehren. Hoffmann freut sich zunächst jedoch auf seine neue Aufgabe: „Denn ich tue das, was ich gerne mache.“