01. Dezember 2020 / 19:19 Uhr

Vom VfB Lübeck zum 1. FC Phönix: Kenny Korup lebt seinen Traum

Vom VfB Lübeck zum 1. FC Phönix: Kenny Korup lebt seinen Traum

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Aufsteiger beim 1. FC Phönix: Ex-VfBer Kenny Korup gehört zur Stammelf der Adler.
Aufsteiger beim 1. FC Phönix: Ex-VfBer Kenny Korup gehört zur Stammelf der Adler. © Agentur 54°
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Kenny Korup ist einer von 13 Spielern des 1. FC Phönix, der eine Vergangenheit beim VfB Lübeck hat. Der 21-Jährige hat sich einen Stammplatz beim Regionalliga-Aufsteiger erkämpft.

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Kenny Korup ist die große Überraschung beim 1. FC Phönix Lübeck. Flexibel einsetzbar hat sich der 21-jährige Neuzugang auf Anhieb einen Stammplatz beim starken Regionalliga-Aufsteiger erkämpft. Acht Jahre hat Korup beim Stadtrivalen VfB Lübeck – zuletzt in der U23-Elf (Oberliga, 46 Einsätze, sechs Tore) gespielt – ehe er sich im Sommer zu einem Wechsel zu den Adlern entschied. „Ich habe seit der C-Jugend an der Lohmühle gespielt. Ich wollte einen Tapetenwechsel und brauchte eine neue Herausforderung. Das war eine Kopfsache“, sagt der gebürtige Ratzeburger und ergänzt: „Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich mich weiter entwickeln würde.“ Da kam die Anfrage vom frisch gebackenen Aufsteiger von der Travemünder Allee genau zur richtigen Zeit. „Die Regionalliga hat mich gereizt und ist die kleine Vorstufe zum Profifußball“, sagt er.

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Kenny Korup: „Ich leben meinen Traum“

Dass sich der 1,95 Meter große und kopfballstarke Defensivspieler so schnell durchsetzen würde, damit hat er nicht gerechnet. „Ich lebe zurzeit meinen Traum. Schon als A-Jugendlicher war die Regionalliga mein großes Ziel. Ich konnte mich etablieren und habe das Vertrauen von den Trainern bekommen. Das habe ich nicht erwartet“, erläutert der Lockenkopf. In den ersten vier Punktspielen vor dem Teil-Lockdown spielte Korup auf der Innenverteidiger-Position. Nachdem Kapitän Nico Fischer auf diese Position rückte, agierte er als rechter Verteidiger in der Viererkette und überzeugte auch nach der taktischen Umstellung. Dass er nicht nur verteidigen, sondern auch Tore schießen kann, dokumentierte er im Landespokal gegen Dornbreite (5:0) und TuS Rotenhof (6:2), als ihm jeweils ein Treffer mit dem Fuß gelang.

Phönix Lübeck sieht großes Potenzial

„Wir haben Kenny zu uns geholt, weil wir gutes Potenzial bei ihm gesehen haben. Das hat er bestätigt und hat sich zu einem Stammspieler gemausert“, erklärt Trainer und Sportchef Frank Salomon die positive Entwicklung der Abwehrkante hervor. „Kenny hat auf beiden Positionen sehr gute Spiele absolviert. Wir hoffen, dass seine Entwicklung weiter voranschreitet. Er ist ein junger Spieler, der sich weiterentwickeln wird. Da gehört es auch dazu, dass man Fehler verzeiht. Positiv ist, dass er sich die Dinge zu Herzen nimmt und Tipps von uns als auch den Mitspielern annimmt, wie er sich verhalten soll.“

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Mecklenburger Kraftfutter macht Korup stark

Korup profitiert von seiner Fitness und körperlichen Robustheit. Selbst bezeichnet er sich als Trainingsmaschine: „Ich bin vielleicht nicht der allergrößte technische Fußballer, dafür gebe ich immer 100 Prozent. Davon ernährt sich mein Spiel“, betont der Verteidiger mit der Rückennummer 15, der noch zu Hause in Carlow (Mecklenburg-Vorpommern) lebt und seit September eine Ausbildung zum Physiotherapeuten (mit Schulunterricht in Lübeck-Kücknitz) macht. Von Salomon bekommt er nicht selten zu hören, dass er mecklenburgisches Kraftfutter zu sich nehmen würde. „Das stärkt seinen Körper und seinen Willen“, vermutet der Sportchef, „das kommt uns zugute.“


Training beim VfB Lübeck „der Wahnsinn“

Schon beim VfB Lübeck war man auf Korups Talent aufmerksam geworden. Als U19-Kicker durfte er bei den Profis unter Trainer Rolf Landerl mittrainieren. Nebenbei arbeitete er auf der Geschäftsstelle der Grün-Weißen. „Das Training war der Wahnsinn. Der Unterschied zu Spielern wie Yannick Deichmann oder dem damaligen Kapitän Moritz Marheineke war schon krass. Von da an stand für mich fest, dass ich auch in die Regionalliga wollte“, sagt er den LN. Für seinen Traum arbeitet Korup hart. In der aktuellen Teil-Lockdown-Zeit geht er drei Mal in der Woche laufen. Zudem steht dienstags und donnerstags immer Zirkeltraining zu Hause auf dem Programm. Sogar sonntags hält es ihn nichts in den eigenen vier Wänden. Auf dem Carlower Bolzplatz macht er Sprints und Sprünge. „Hier sehe ich mein größtes Entwicklungspotenzial“, sagt er.

„Wir haben einen geilen Haufen“

Dass es für ihn bei den Adlern so gut läuft, macht Korup nicht zuletzt am guten Teamgeist und der Stimmung in der Mannschaft fest. „Wir haben zwar unfassbar verschiedene Charaktere. Doch jeder kann mit dem anderen im Team. Alle Spieler von Stürmer Haris Hyseni bis Torwart Kevin Tittel haben Bock. Es gibt keine Gruppenbildung. Wir haben einen geilen Haufen“, betont er. „Die Trainer haben einen guten Kader zusammengestellt. Mit Hyseni, Björn Lambach oder Kusi Kwame haben wir gestandene Spieler dazubekommen.“ Da würde es eher schwerfallen, keine Leistung zu bringen.

Beste Kumpels sind Corvin Bock und Conor Gnerlich

Besonders gut versteht er sich mit dem gleichaltrigen Corvin Bock, mit dem er schon beim VfB zusammengespielt hat, und Conor Gnerlich, der wie auch er ein echter Fitnessfanatiker ist. „Er gibt mir Tipps und ist sehr kritisch“, sagt Kenny. „Auch wenn in der Regionalliga jeder Fehler bestraft wird, macht es mir trotzdem mehr Spaß.“ Der Carlower genießt jede Minute in der vierten Liga und kann es kaum abwarten, bis er seine Qualitäten wieder unter Beweis stellen kann.