05. Oktober 2017 / 07:00 Uhr

Von Bad Lausick nach Indien: Erik Majetschak kickt bei der U17-Weltmeisterschaft

Von Bad Lausick nach Indien: Erik Majetschak kickt bei der U17-Weltmeisterschaft

Olaf Krenz
Leipziger Volkszeitung
Kapitän und Leistungsträger: Erik Majetschak.
Kapitän und Leistungsträger: Erik Majetschak. © Dirk Knofe
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Einsatz in der Nationalmannschaft: Samstag Auftakt gegen Costa Rica.

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Leipzig. Für einen Herbstferienausflug ist Indien ganz schön weit. Doch mit den zwei schulfreien Wochen hat der Aufenthalt von Zwölftklässler Erik Majetschak in Südasien rein gar nichts zu tun. Unterricht und Tests gibt es für ihn zwar auch. Hauptzweck der Reise ist aber die U-17-Weltmeisterschaft, an der der Fußballer aus Bad Lausick mit der deutschen Nachwuchs-Nationalmannschaft teilnimmt. Und die Truppe will nicht nur mitspielen. „In der Gruppenphase Erster werden und dann so weit wie möglich kommen“, sagt Majetschak. Vereinskollege Nicolas Kühn nennt knallhart das Ziel beim Namen: den Titel holen.

Ereignisreiches Jahr

Das Jahr 2017 strotzt von sportlichen Höhepunkten für Erik Majetschak. Der 17-Jährige erreichte als Kapitän mit dem Nationalteam das Halbfinale der Europameisterschaft in Kroatien, wo es nach umkämpften 80 Minuten (0:0) mit 2:4 im Elfmeterschießen an Spanien scheiterte, aber die WM-Qualifikation schaffte. Ende Mai wurde der junge Kur­städter mit den B-Junioren von RB Leipzig Zweiter der Bundesliga Nord/Nordost. Eine Woche später gewannen sie den Sachsenpokal. Im Sommer kam Majetschak zu seinem ersten Einsatz in der Profi-Truppe von Ralph Hasenhüttl im Testspiel beim SV Dessau. Dann trat er mit dem deutschen Vizemeister im Emirates-Cup bei Arsenal London an, wo er gegen Benfica Lissabon eingewechselt wurde – „eine wunderbare Erfahrung“, sagt er. Inzwischen spielt er mit den A-Junioren von RB (U 19) nicht nur Bundesliga, sondern auch Youth League, die Champions League für den Nachwuchs: Gegen AS Monaco erzielte er ein Tor (1:4), bei Besiktas Istanbul holte Leipzig ein Remis (1:1).

Wir haben einige Fotos (zum Durchklicken) vom Youth-League-Spiel zwischen Besiktas und RB Leipzig erhalten.

Das Team von Rasenballsport Leipzig vor der Platzbesichtigung für die Youth-League-Partie bei Besiktas Istanbul. Zur Galerie
Das Team von Rasenballsport Leipzig vor der Platzbesichtigung für die Youth-League-Partie bei Besiktas Istanbul. © Bjarne Johannsen-Schmidt
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WM-Beginn am Freitag

Und nun die WM in Indien. Kaum aus der Türkei zurück, ging es am Donnerstag nach Frankfurt/Main zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) zum ersten Treff nach der EM mit den U-17-Kollegen und Trainer Christian Wück. Für Majetschak gab es am Freitag einen Englisch-Test – der Verband legt wert auf die schulische Arbeit –, ehe am Sonnabend die 15-Stunden-Flugreise über 7000 Kilometer be­gann (Zwischenstopp in Doha). Eine knappe Woche haben die Jungs zur unmittelbaren Vorbereitung. WM-Beginn ist am Freitag. Am Sonnabend ist Costa Rica der Auftaktgegner der Deutschen (13.30 Uhr hiesige Zeit, Eurosport). Sowohl die Mittelamerikaner als auch Iran (10. Oktober, 16.30 Uhr, Eurosport) und Guinea (13. Oktober, 13.30 Uhr, Eurosport 2) kennt der Lausicker nicht.

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„Die Teams sind schwer einzuschätzen. Aber wir erhalten immer Top-Videoanalysen mit den Stärken und Schwächen der Kontrahenten.“ Die ersten zwei Spiele, ehe es fast 800 Kilometer ins südlichere Kochi geht, trägt die DFB-Auswahl in Goa aus, wo sie am Sonntag Quartier genommen hat. Gespannt war Erik Majetschak auf Klima und Zeitumstellung. Während die dreieinhalb Stunden Unterschied relativ gut zu verkraften sind, fällt die Gewöhnung an 30 Grad und eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit doch schwerer. Dies dürfte aber den meisten Mannschaften so gehen. Auf jeden Fall muss und will sich jeder im DFB-Team über das Training anbieten. „Ich rechne mir schon Chancen aus, zum Start gegen Costa Rico zu spielen“, sagt Erik. Entweder Mittelfeld, leicht offensiv, oder direkt hinter den Spitzen. Er will das Spiel lenken, die Kollegen einsetzen.

Toni Majetschak stolz auf seinen Bruder

Bruder Toni Majetschak, einst ebenfalls bei RB Leipzig und nun über den SSV Markranstädt beim FC Eilenburg in der NOFV-Oberliga Süd angekommen, geht von Eriks Einsatz aus. „Er war ja zuletzt Kapitän und Leistungsträger“, sagt der 23-Jährige. „Aber genau weiß man nie, wie der Trainer entscheidet.“ Es sei generell eine Riesenerfahrung, die Erik bei der WM macht. „Er kann stolz sein, den Sprung dorthin geschafft zu haben und sollte die Zeit auch genießen.“ Er gönne ihm das, neidisch sei er nicht.

Bisher gab die Familie bei jedem Turnier Erik Unterstützung vor Ort. Bei der EM in Kroatien im April waren Toni sowie die Eltern Dirk und Anja Majetschak dabei. „Natürlich haben wir auch diesmal überlegt“, so der 23-Jährige. „Aber die Visa und die Entfernung, auch zwischen den Spielorten...“ Deshalb werde vorerst am Fernseher mitgefiebert, und die Handys werden immer mal glühen. „Vielleicht denken wir neu nach, wenn es ums Finale geht“, sagt Toni.

Großes Ziel Profifußballer

Das erste Mal ohne Eltern auf der Tribüne. „Schon das Wissen hat manchmal geholfen“, erinnert sich Erik. „Und wenn wenig funktionierte, habe ich Augenkontakt gesucht.“ Es werde nun anders sein. „Aber auch so will ich ein gutes Turnier spielen, wichtig für die Mannschaft sein.“ Um viel zu erreichen und Vertretern großer Vereine, die zu­schauen werden, sein Können zu demonstrieren. Im Sommer läuft sein Vertrag bei RB aus. „Klar wäre es schön, Profi in der Heimat zu werden. Es ist aber auch woanders möglich.“

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