09. August 2020 / 22:00 Uhr

Von Böhlen bis Wurzen und Zschadraß: Testspiele bei tropischen Temperaturen

Von Böhlen bis Wurzen und Zschadraß: Testspiele bei tropischen Temperaturen

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Auch die Schiedsrichter brauchten eine Trinkpause.
Auch die Schiedsrichter brauchten eine Trinkpause. © Bettina Finke
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Die tropische Hitze machte bei den Testspielen im Muldental/Leipziger Land allen Männern mächtig zu schaffen. Natürlich hatten speziell die Kicker auf dem grünen Rasen den inneren Schweinehund zu überwinden. Abend- und Vormittagsspiele, Trinkpausen im Schatten und prall gefüllte Wassereimer gestalteten alles ein wenig erträglicher.

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Muldental/Leipziger Land. Der SV Chemie Böhlen (Kreisoberliga) hatte im Premieren-Treffen gegen die SG Olympia Frankenhain (Kreisliga A West) letztlich noch klar mit 4:1 (1:1) die Nase vorn. Die höherklassigen Einheimischen gaben im Stadion an der Jahnbaude über weite Strecken der Begegnung wie erwartet den Takt vor und nutzten ihre Tormöglichkeiten konsequent, wenngleich die vorgenommene Umstellung des taktischen Systems noch etwas Zeit benötigt. Nachdem die Pleißestädter eine reichliche halbe Stunde lang einem Rückstand hinterher gelaufen waren, sorgten der Dreierpack von Marvin Strankmüller (39., 67., 84.) und der Treffer des aus Mölbis zurückgekehrten Robert Meeser (86.) für die Wende.

Die keineswegs chancenlosen Gäste waren mit fünf von insgesamt zehn ehemaligen Geithainern angereist und hielten insbesondere in der ersten Halbzeit sehr ordentlich dagegen. Allerdings stand Olympia kein gelernter Torwart zur Verfügung, so dass Vereinschef Christian Lüpfert zwischen die Pfosten rückte. Die schnelle Führung für die erst eine Woche zuvor ins Training eingestiegenen Frankenhainer hatte „Kanone“ Florian Weber (mit Dirk Tränkmann aus Gnandstein gekommen) in der achten Minute erzielt. Im zweiten Durchgang hatten jedoch die Chemiker in ihrem bereits sechsten Vorbereitungsmatch die konditionellen Vorteile auf ihrer Seite, womit das Ergebnis hinten heraus in Ordnung geht. Schiedsrichter war Tim Haubenschild von TuS Pegau.

Eineinhalb Tage später waren die Böhlener erneut im Einsatz, gegen die SG Olympia Leipzig II (ihre Stadtklasse entspricht der hiesigen Kreisliga A) gab es ein 2:2 (1:1)-Unentschieden zu verzeichnen. Marvin Strankmüller (40.) und Kevin Wächtler (68./Strafstoß) hatten den Spieß unter Leitung des Unparteiischen Tommy Riedel (Bornaer SV) zwischenzeitlich umgedreht.

Kuhnitzsch schoss Frohburg zum Sieg

Chemies Staffel-Kontrahent BSV Einheit Frohburg behielt unterdessen gegen den FSV Langenleuba-Niederhain (Kreisliga A Ostthüringen) mit 2:1 (0:0) die Oberhand. Die 50 Zuschauer im Werner-Seelenbinder-Stadion sahen unter Leitung des heimischen Referees Sebastian Barufe forsch beginnende Hausherren, welche sich gegen einen defensiv stabilen Gegner mit der Erarbeitung echter Tormöglichkeiten zunächst schwer taten. Erst Domenic Zein stieß für die zum Seitenwechsel vier frische Kräfte aufs Feld bringenden Rennstädter den Bock um, indem er den Gäste-Keeper umkurvte und das Leder ins leere Gehäuse schob. Philipp Jacob hatte inmitten eines sehenswerten Angriffs entscheidend aufgelegt (56.).

Kurz darauf glichen die Thüringer – welche sich nach vielen langen Bällen später auf Flachpässe konzentrierten – durch Hugo Lichtenstein nach einem Stellungsfehler von Alexander Steinbach aus (63.). Steinbach bügelte seinen Lapsus allerdings wieder aus, denn nach einer Flanke von Paul Strelow war er einen Tick eher am Leder als Niederhains Hüter. Das Streitobjekt fiel Domenik Kuhnitzsch praktisch vor die Füße, aus zehn Metern machte dieser den Erfolg der Platzbesitzer perfekt (87.).

Landesklasseteams blieben sieglos

Der VfB Leisnig (ebenfalls Kreisoberliga) trotzte dem SV Eintracht Sermuth (Landesklasse Nord) ein 2:2 (1:0)-Remis ab. Zwar zog der Favorit in der Otto-Schuricht-Sportstätte durch Marvin Gräf (19.) und Tom Reißig (35./Elfmeter) zweimal in Front, doch die Heim-Elf konnte durch Patrick Hußner (22.) und Julian Gehle (88.) jeweils wieder den Gleichstand herstellen. Schiedsrichter Jan Keidel vom SV Aufbau Waldheim schickte den Sermuther Martin Kubon in der 50. Spielminute mit der roten Karte vorzeitig zum Duschen und verteilte darüber hinaus viermal (1/3) den gelben Karton.

Weitere Meldungen aus dem Muldental/Leipziger Land

Sermuths Liga-Konkurrent ATSV Frisch Auf Wurzen hatte derweil gegen den SV Eintracht Elster aus der Landesliga Sachsen-Anhalt am Ende nichts zu bestellen. Der Unparteiische Dominik Hildebrandt (Falkenhainer SV) trug nach dem Schlusspfiff ein deutliches 0:5 (0:1) ins Protokoll ein. Es bleibt aber anzumerken, dass die Ringelnatzstädter bis Mitte der zweiten Hälfte das Resultat in Grenzen hielten und bis dahin lediglich mit 0:1 hinten lagen. Als die Gäste an der Heinrich-Heine-Straße die Schlagzahl erhöhten, wurde es allerdings noch ein klares Ding.

Auch zwei Muldentaler Kreisoberligisten konnten mit ihren Ergebnissen keineswegs zufrieden sein. Der SV Tresenwald Machern musste sich auf dem Gerichshainer Sportgelännde gegen die SG Taucha II (die Stadtliga Leipzig ist die selbe Leistungsebene) mit einem 1:1 (1:0) begnügen. Als Referee amtierte Wolfgang Winkler vom Döbelner SC.

DURCHKLICKEN: Die gastgebenden Burkartshainer verlieren die Hitzeschlacht gegen Oschatz 1:4

Der Einlauf der beiden Mannschaften zum Testspiel TSV Burkartshain gegen FSV Oschatz Zur Galerie
Der Einlauf der beiden Mannschaften zum Testspiel TSV Burkartshain gegen FSV Oschatz © Bettina Finke

Sogar mit 1:4 (1:0) das Nachsehen hatte der TSV Burkartshain gegen den FSV Oschatz (Aufsteiger in die Kreisoberliga Nordsachsen). Das Führungstor des Gastgebers durch Martin Fischer (39.) war letztlich nur eine Momentaufnahme, denn im zweiten Spielabschnitt gaben die Oschatzer den Ton an und gewannen noch recht locker. Schiedsrichter Max Müller vom ATSV Frisch Auf Wurzen war an der Diesterwegstraße als Schiedsrichter angesetzt.

Schließlich fuhr der SV Medizin Zschadraß (Kreisliga A Ost) nach Treffern von Sascha Weiße (55.) und Florian Grune (75.) gegen den VfB Leisnig II (Kreisliga B Süd) einen 2:0 (0:0)-Sieg ein. Erwähnenswert vor allem die Tatsache, dass nach dem Seitenwechsel zehn neue Mediziner auf dem Platz standen. Sebastian Sedlaczek vom FC Grimma war Unparteiischer der Partie im Colditzer Ortsteil.